Bekommt Russland ein nationales Betriebssystem?

IT-Experten wollen Medwedew von der Nutzung offenen Codes überzeugen

In Russland wird derzeit darüber nachgedacht, ein sogenanntes "nationales Betriebssystem" zu entwickeln. Es soll Microsoft Konkurrenz machen und ausschließlich auf offenem Code basieren.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Initiator der Debatte über ein russisches "nationales Betriebssystem" ist die russische Informationsgesellschaft, die Präsident Dmitri Medwedew kommende Woche in einem Brief um Unterstützung für das Projekt bitten will. Der russische Staat soll nach ihrer Vorstellung als Auftraggeber für die Entwicklung fungieren.

Stellenmarkt
  1. Referent Finanzen (m/w/d)
    ADAC SE, München
  2. Scrum Master / Agile Coach (m/w/d)
    SEITENBAU GmbH, Konstanz (Home-Office möglich)
Detailsuche

Die Idee für ein nationales Betriebssystem entstand Ende 2008 an einem runden Tisch zum Thema nationale IT-Sicherheit. Initiiert hatte ihn ein Parlamentarier, Teilnehmer waren unter anderem Programmierer, Vertreter der russischen Linux-Distribution ALT Linux und des Inlandsgeheimdienstes FSB.

Aleksei Smirnow, Direktor von ALT Linux, will Medwedew die Vorzüge eines nationalen Betriebssystems auf Basis von freiem Code schmackhaft machen. Je mehr Russland auf die weltweite Bewegung offener System setzte, umso mehr könne es sie auch beeinflussen, argumentiert er laut dem russischen Nachrichtenportal CNews.

CNews zitiert Smirnow mit den Worten: "Ein Betriebssystem kann man dann 'national' nennen, wenn der Staat das Recht hat, es zu verbreiten und zu verändern, und als Kunde Einfluss auf seine Entwicklung hat. Ein solches System gibt es derzeit weder mit proprietärer noch mit freier Software."

Golem Karrierewelt
  1. LDAP Identitätsmanagement Fundamentals: virtueller Drei-Tage-Workshop
    18.-20.10.2022, Virtuell
  2. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    08./09.09.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Man könne auf bereits existierende freie Software zurückgreifen und nur das neu entwickeln, was unbedingt neu entwickelt werden muss, meint Smirnow, das spare Kosten.

Andere russische Medien beurteilen die Chancen, Präsident und Regierung von einem nationalen Sicherheitssystem zu überzeugen, skeptisch. Die russische Computerworld zitiert Oleg Tschutow vom Ministerium für Massenkommunikation mit dem Standpunkt, der Staat könne sich ein umfangreiches Projekt, dessen Entwicklung drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen würde, nicht leisten, sondern brauche ein konkretes Produkt, das schon heute zur Verfügung steht.

CNews urteilt, die Idee eines russischen nationalen Betriebssystems sei einmalig - ein vergleichbarer chinesischer Versuch mit dem nationalen Betriebssystem Red Flag Linux sei schließlich bis heute "so gut wie erfolglos" geblieben. Die estnische Zeitung Postimees, die ebenfalls über die russische Initiative berichtet, stellt hingegen fest, Estland verfüge seit 2008 über ein solches System: das kostenlose System Estobuntu, das unter anderem Programme zum Auslesen von ID-Karten und zur Internetverbindung enthält.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Manipulierte Ausweise  
CCC macht Videoident kaputt

Hinter dem Stopp von Videoident-Verfahren bei den Krankenkassen steckt ein Hack des Chaos Computer Clubs. Der Verein fordert weitere Konsequenzen.

Manipulierte Ausweise: CCC macht Videoident kaputt
Artikel
  1. Sicherheitssysteme: Tesla Model 3 erkennt Kinder-Dummy mehrfach nicht
    Sicherheitssysteme
    Tesla Model 3 erkennt Kinder-Dummy mehrfach nicht

    Tesla scheint keine Kinder auf der Fahrbahn zu erkennen. Dreimal wurde ein Dummy überfahren.

  2. Peripheriegeräte: Mechanische Tastatur hat integrierten 12,6-Zoll-Touchscreen
    Peripheriegeräte
    Mechanische Tastatur hat integrierten 12,6-Zoll-Touchscreen

    Die Ficihp K2 kann über USB-C als Tastatur und zusätzlicher Bildschirm genutzt werden - mit mechanischen Schaltern und USB-Hub.

  3. Datenschutz bei Whatsapp etc.: Was bei Messengerdiensten zu beachten ist
    Datenschutz bei Whatsapp etc.
    Was bei Messengerdiensten zu beachten ist

    Datenschutz für Sysadmins In einer zehnteiligen Serie behandelt Golem.de die wichtigsten Themen, die Sysadmins beim Datenschutz beachten müssen. Teil 1: Whatsapp & Co.
    Eine Anleitung von Friedhelm Greis

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: Samsung SSD 2TB Heatsink (PS5) 219,99€ • ebay Re-Store bis -50% gg. Neupreis • Grafikkarten zu Tiefpreisen (Gigabyte RTX 3080 12GB 859€) • MSI-Sale: Gaming-Laptops/PCs bis -30% • Sharkoon PC-Gehäuse -53% • Philips Hue -46% • Der beste Gaming-PC für 2.000€ [Werbung]
    •  /