Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Qimonda stellt Insolvenzantrag (Update)

Speicherchiphersteller reicht Eilantrag am Amtsgericht München ein. Der angeschlagene Speicherchiphersteller Qimonda ist insolvent. Die Infineon-Tochter hat den Insolvenzantrag im Eilverfahren beim Amtsgericht München gestellt.
/ Achim Sawall
45 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Der DRAM-Hersteller Qimonda hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München gestellt. Der Rettungsplan für den angeschlagenen Chiphersteller war gestern von den sächsischen Regierungsparteien CDU und SPD im Landtag vertagt worden. Der Aktienkurs des Unternehmens brach um über 50 Prozent auf 0,10 Euro ein.

Eine Sprecherin des Amtsgerichts München hat Golem.de den Bericht bestätigt. "Qimonda hat heute den Insolvenzantrag gestellt. Es ist aber noch kein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt" , sagte sie weiter.

Nachtrag vom 23. Januar 2009, 11:03 Uhr:
Ziel sei es, "die Gesellschaften im Rahmen der bereits begonnenen Restrukturierung zu sanieren" , gab die Firmenleitung in München bekannt. "Das deutsche Insolvenzrecht bietet die Chance, unseren bereits begonnenen Restrukturierungsprozess zu beschleunigen und das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen" , sagte Vorstandschef Kin Wah Loh. Der Hintergrund für den Insolvenzantrag sei letztlich der massive Preisverfall in der DRAM-Industrie in Kombination mit einem sich dramatisch verschlechternden Zugang zu Finanzierungen auf den Kapitalmärkten.

Der Freistaat, Infineon und ein portugiesisches Kreditinstitut wollten Qimonda im Dezember 2008 insgesamt 325 Millionen Euro zur Verfügung stellen . 150 Millionen Euro sollten aus dem sächsischen Steuertopf an die Infineon-Tochter fließen und weitere 100 Millionen Euro aus Portugal kommen. Doch Anfang Januar hatte die CDU-Fraktion den Nachtragshaushalt des Finanzministers blockiert. Gestern scheiterte der Plan erneut im Landtag, diesmal am Votum beider Regierungsparteien, die die Debatte von der Tagesordnung nahmen.

"Trotz intensiver jedoch äußerst komplexer Verhandlungen, sowie zugesagten Finanzierungshilfen von Kunden in den vergangenen Tagen und Wochen" konnte das Rettungspaket nicht rechtzeitig abgeschlossen werden. Loh geht davon aus, dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt werden kann.


Relevante Themen