BeamDVD - Spielfilm-DVDs über das Internet schauen
Für den Dienst entwickelte das BeamDVD-Team eine eigene Software, die die Rechner der Kunden mit den DVD-Laufwerken im Rechenzentrum verbindet und sie als virtuelle Laufwerke einbindet. Die Software wird für Windows, Linux und MacOS X zur Verfügung gestellt, umgeht den jeweiligen DVD-Kopierschutz nicht, fügt aber auch kein zusätzliches DRM hinzu.
Im Rechenzentrum von BeamDVD gibt es keine Menschen oder Roboter, die die Spielfilm-DVDs wechseln. Stattdessen ist für jeden zum Verleih angebotenen Film ein Laufwerk reserviert. Populäre Filme liegen in mehreren Laufwerken zum Zugriff bereit. Ist ein Film verliehen, kann innerhalb der Leihzeit nur der jeweilige Kunde auf das entsprechende Laufwerk zugreifen.
BeamDVD-Geschäftsführer Christian Garcia Diaz sieht es als Vorteil, nicht auf Video-on-Demand-Lizenzen angewiesen zu sein, die teilweise deutlich später, teilweise nie erhältlich seien. Allerdings ist sein Dienst auch von der Menge der DVD-Laufwerke abhängig, die für die Filme zur Verfügung stehen müssen. Derzeit hat BeamDVD rund 180 qm Stellfläche bei einem Provider angemietet und möchte diese binnen eines Jahres vervielfachen. Hoffnungen hat Diaz auch auf Partnerschaften mit DSL-Providern, die noch kein eigenes Videoprodukt anbieten können.
Diaz hat sich rechtlich beraten lassen und sieht sich mit seinem Online-DVD-Verleih auf der legalen Seite: "Als Vermietlizenznehmer und GEMA-Partner garantiert die Videothek absolut legalen und gutachterlich geprüften Service. Kunden erhalten per Fernverbindung ausschließlich mit dem Recht zur Vermietung ausgestattete DVDs, die weder kopiert noch zum Download angeboten werden."
Er habe lediglich einige eDonkey-Knotenpunkte betrieben, die von mehreren Millionen Nutzern frequentiert wurden. Zwar zog sich Diaz den Unmut von eDonkey-Nutzern zu, weil er über Nachrichten für den Usenext-Dienst warb. Doch immerhin hätten seine eDonkey-Server wie die von Razorback zum Schutze der Nutzer keine Logfiles angelegt. Entsprechend gibt er sich nun vorsichtig und sieht sich mit BeamDVD durch verschiedene Maßnahmen auf der sicheren Seite.
BeamDVD bietet zwei monatlich kündbare Abonnementmodelle an: Das Volumenpaket richtet sich an "Film-Einsteiger", kostet monatlich 15,68 Euro und erlaubt den Zugriff auf bis zu acht DVDs pro Monat. Das entspricht umgerechnet 1,96 Euro pro Film. Das Flatratepaket für monatliche 29,70 Euro erlaubt einen unbegrenzten Zugriff auf das Filmangebot.
Wie Diaz gegenüber Golem.de angab, kann BeamDVD auf die Einrichtungsgebühr nicht verzichten – die Alternative wären höhere DVD-Mietpreise gewesen, was dann aber wieder schwerer zu bewerben sei. Bei dem gewählten Ansatz geht der Kunde allerdings in Vorleistung, ohne Garantie, dass der Dienst auch langfristig zur Verfügung steht. Zumal es auf der Homepage heißt: "Ihr Remote-DVD-Laufwerk steht Ihnen für mindestens ein Jahr ohne weitere Kosten zur Verfügung." Diese Formulierung erwägt Diaz jedoch zu entfernen.
Der unter BeamDVD.de(öffnet im neuen Fenster) zu findende Dienst kann ohne die Einrichtungsgebühr kostenlos ausprobiert werden. Dafür müssen persönliche Daten und die Handynummer zur Übermittlung eines Freischaltcodes für den Zugriff auf einen Gratisfilm angegeben werden. Eine Methode, die Diaz zufolge auch Usenext zur Authentifizierung einsetzt und die keinen Spam nach sich ziehen soll.
Derzeit gibt es laut Diaz etwa 1.200 Laufwerke mit rund 1.000 Filmen zur Auswahl. In einem kurzen Versuch installierte Golem.de auf einem Testrechner die auf Microsofts iSCSI-Treiber setzende BeamDVD-Software, die anschließend in der System-Tray im Hintergrund läuft. Während die testweise auf der BeamDVD-Webseite ausgewählte DVD "Mimzy – Meine Freundin aus der Zukunft" (hier hat ein CPU-Hersteller seinen witzigen Gastauftritt) als bereits verliehen deklariert wurde, gelang der Zugriff auf "K-Pax" (mit Kevin Spacey). Kurze Zeit später steht das über die Ferne abgerufene DVD-Laufwerk mit der eingelegten K-Pax-DVD zum Abruf bereit. Über eine DSL-Anbindung mit 16 MBit/s lief die DVD in VLC anstandslos, während es im Windows Media Player ein paar kleinere Ruckler gab.



