Qimonda-Rettungsplan erneut vertagt (Update)

Beschäftigte: Chiphersteller versucht, Schwangeren und Behinderten zu kündigen

Der Rettungsplan für den angeschlagenen Chiphersteller Qimonda lässt weiter auf sich warten. Die sächsischen Regierungsparteien CDU und SPD haben heute im Landtag überraschend eine Entscheidung vertagt. Derweil bekämen Schwangere und Schwerbehinderte im Dresdner Werk die Kündigung, erfuhr Golem.de.

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Der umkämpfte Rettungsplan für den Speicherchiphersteller Qimonda hängt weiter in der Luft. Eine für den 22. Januar 2009 angesetzte Debatte im sächsischen Landtag wurde kurzfristig von der Tagesordnung genommen. "Die Verhandlungen über die Verträge dauern an", so ein Firmensprecher, der sich zu Details nicht äußern wollte. Die Sächsische Zeitung hatte berichtet, dass ein gestriges Treffen im Bundeskanzleramt keine Lösung gebracht habe. Aus Regierungskreisen berichtet die Zeitung, dass Infineon selbst 700 Millionen Euro für die Modernisierung der DRAM-Herstellung in Dresden aufbringen müsse

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Der Freistaat, Infineon und ein portugiesisches Kreditinstitut wollten Qimonda insgesamt 325 Millionen Euro zur Verfügung stellen. 150 Millionen Euro sollten aus dem sächsischen Steuertopf an die Infineon-Tochter fließen und 100 Millionen Euro aus Portugal kommen. Infineon will 75 Millionen zuschießen. Doch Anfang Januar hatte die CDU-Fraktion den Nachtragshaushalt des Finanzministers blockiert.

In der Belegschaft gibt es dagegen wachsende Zweifel daran, dass die staatliche Hilfe dem Arbeitsplatzerhalt dient. Bis Ende März 2009 sollten laut dem vereinbarten Sozialplan 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, hat Golem.de aus der Belegschaft erfahren. "In den letzten Tagen wird versucht, sogar Schwangere, Behinderte und Kollegen in der Elternteilzeit zu kündigen", heißt es aus Reihen der Belegschaft.

Nachtrag vom 23. Januar 2009, um 09:45 Uhr:
Qimonda-Sprecher Ralph Heinrich hat Golem.de die Informationen bestätigt. "Wir schließen generell keine Personengruppe vom Personalabbau aus. Wir sind mit den zuständigen Behörden in Klärung bezüglich möglicher Kündigungen von Schwangeren, Behinderten und Mitarbeitern in Elternteilzeit. Hier wird im Einzelfall entschieden." Die Entscheidungen würden zudem mit dem Betriebsrat besprochen." Hier sind noch keine Kündigungen ausgesprochen", betonte Heinrich.

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