Unbemannte Flugobjekte für zivile Anwendungen

Bislang sind unbemannte Flugzeuge (Unmanned Aerial Vehicle, UAV), auch Drohnen genannt, hauptsächlich eine Domäne der Geheimdienste und des Militärs, das die Flugkörper auch auf Kampfeinsätze schicken will. Forscher des Oldenburger Forschungs- und Entwicklungsinstituts für Informatik-Werkzeuge und -Systeme (Offis) wollen das ändern. Ihrer Ansicht nach sollen UAVs auch für zivile Zwecke eingesetzt werden.
Bei den Flugobjekten handelt es sich jedoch nicht um komplett autonome Systeme. Die Forscher räumen ihnen so viel Autonomie wie möglich ein. Brucke hält den Menschen als Sicherheitslösung aber für unerlässlich. Konkret bedeutet das, ein menschlicher Pilot gibt dem Flugobjekt eine Aufgabe vor, die das System selbstständig erledigt.
Die Steuerung erfolgt über eine von Offis entwickelte Bodenstation, einen kleinen Kasten, an den ein Laptop als Bedien- und Ausgabegerät angeschlossen wird. Auf einer Google Maps vergleichbaren Oberfläche markiert der Mensch die Position, die das UAV ansteuern soll und gibt vor, welche Aufgaben dort erledigt werden sollen: Fotos machen, Messungen vornehmen oder eine Sonde absetzen, die Daten an den Kommandostand funkt. Einmal in der Luft, ist das UAV dann auf sich gestellt. Die Steuerungsintelligenz sorgt dafür, dass das Fluggerät in der Luft bleibt und dass es auch bei Wind den Kurs hält. Der Grund, weshalb Offis sich auf halbautonome Systeme beschränkt, sei auch ein ökonomischer, erläutert Brucke Golem.de. "Um selbst entscheiden zu können, braucht ein UAV so viel Technik, dass es nicht mehr fliegen kann."
Nach gegenwärtigem deutschen Luftfahrtrecht dürfen UAVs wie der Quadrokopter jedoch nur bis zu 100 Fuß, etwa 30 Meter hoch fliegen. Danach kommen sie in den Luftraum, der für diese Flugobjekte gesperrt ist. Derzeit gibt es einige Bemühungen, diese Regelung zu ändern, unter anderem seitens eines EU-Projektes, an dem auch die deutsche Flugsicherung beteiligt ist. Vorbild könnte etwa Australien sein, wo der gesperrte Luftraum erst in 500 Fuß Höhe, etwa 150 Meter beginnt. Eine solche Neuregelung ist nach Aussage von Brucke unerlässlich, um Fluggeräte wie den Quadrokopter als kommerzielles Produkt anbieten zu können. Andernfalls sei der Markt auf Abnehmer wie Bundeswehr oder Bundespolizei beschränkt und damit zu klein.
Offis ist eine Ausgründung der Oldenburger Universität. Das Institut ist auch an dem Cuxhavener Pilotprojekt eTelligence beteiligt, dessen Ziel es ist, erneuerbare Energiequellen besser zu integrieren.