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Eee-PC mit Edelstahl, Eee-Videophone und CrossFire-Notebooks

Cebit 2009
Asus zeigt Cebit-Neuheiten vorab. In München hat Asus bereits die meisten seiner neuen Produkte für die Cebit 2009 vorgestellt. Dazu zählen modellgepflegte Eee-PCs, aber auch Gamingnotebooks. Außerdem wird aus dem bisher nur als Prototyp gehandelten Eee-Keyboard bald ein marktreifes Produkt.
/ Nico Ernst
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Für die meisten der nun gezeigten Produkte gibt es noch keinen Preis und Liefertermin – für den Eee-PC 1002HA jedoch schon. Das Gerät entspricht bis auf das Gehäuse dem Modell 1002 . Der Deckel des Displays und die Handballenauflage sind jedoch aus gebürstetem Edelstahl gefertigt. Asus zufolge wird das Netbook bereits an Händler ausgeliefert, die Preisempfehlung liegt bei 429 Euro. Der nur vereinzelt lieferbare neue Eee-PC 1002H mit reinem Kunststoffgehäuse kostet bei Onlinehändlern in etwa das Gleiche.

Für das erste Touchscreen-Netbook von Asus, den bereits vorgestellten Eee-PC T91 , steht immer noch kein endgültiger Preis fest, wie Asus in München versicherte. Dafür gab es das Gerät nun zum Anfassen. Gegenüber den ersten 9-Zoll-Netbooks wie dem Eee-PC 900 oder 901 hat Asus die Tastatur verändert. Die Tasten sind nun stärker nach innen gewölbt und vor allem in der Tiefe größer geworden.

Die beim Gigabyte-Netbook M912 sehr stark spiegelnde Digitizer-Folie für die Touch-Funktionen reflektiert einfallendes Licht beim Asus-Gerät deutlich weniger. Dafür ist das T91-Display selbst aber nicht entspiegelt, so dass schon das durch eine dichte Wolkendecke scheinende Sonnenlicht ausreichte, um den Bildschirminhalt unkenntlich zu machen. Insgesamt erschien die Bildqualität für Netbook-Verhältnisse aber noch etwas über dem Durchschnitt. Das Dreh- und Klappscharnier des auch "Netvertible" genannten Designs wirkte stabil.

Dass Asus noch nicht einmal einen groben Preisrahmen für das Gerät nennen will, liegt – laut Aussagen der Mitarbeiter am Rande der Veranstaltung – an den vielen Ausstattungsoptionen. Unter anderem lassen sich in dem Gerät Module für GPS und DVB-T unterbringen. Ob alle Optionen in Deutschland in einem High-End-Modell oder verschiedene Bestückungen angeboten werden, steht laut Asus noch nicht fest.

Dass man aber im Laufe des Jahres 2009 noch das auf der CES bereits als Prototyp gezeigte Eee-Keyboard kaufen können soll, ist inzwischen beschlossene Sache. Der Rechner im Tastaturgehäuse samt 5-Zoll-Touchscreen soll als drahtloses Mediacenter dienen und kann HD-Inhalte per Wireless HDMI an einen entsprechenden Fernseher funken. Einen Preis und Erscheinungstermin für das Eee-Keyboard will Asus erst auf der Cebit nennen.

Das gilt auch für zwei High-End-Notebooks, die das Unternehmen jetzt ebenfalls als Vorserienmodelle zeigen konnte. Das Notebook W90 mit 18,4-Zoll-Display ist zwar nicht unbedingt mobil, aber als platzsparende Spielemaschine trotzdem interessant. Zwei der neuen mobilen Radeon-4870-Module im CrossFire-Verbund sollen erstmals in einem Notebook für über 15.000 Punkte im 3DMark06 sorgen. In früheren Versionen der technischen Daten zum W90 ist noch von 3850-Grafik die Rede. Wie Asus in München erklärte, soll das Gerät in der schnellsten – und teuersten – Konfiguration aber mit den brandneuen AMD-Modulen auf den Markt kommen. Die CPU stammt von Intel; welches der aktuellen Core-2-Modelle hier verbaut wird, steht noch nicht fest. Das Display ist im 16:9-Format mit 1.920 x 1.080 Pixeln ausgeführt. Drei Steckplätze für SO-DIMMs erlauben mit günstigen Modulen bis zu 6 GByte Hauptspeicher, ein 5.1-Soundsystem inklusive kleinem Subwoofer steckt ebenfalls im Gehäuse.

Auch eher als "Desktop-Replacement", aber weniger zum Spielen ausgelegt ist die neue Notebookserie M90 mit dem gleichen Display wie beim W90. Hier ist ebenfalls ein 5.1-Soundsystem verbaut, zudem ist Platz für zwei 2,5-Zoll-Festplatten. Beim Hauptspeicher haben gleich vier SO-DIMMs Platz, so dass man, ohne die raren und teuren 4-GByte-Module zu benutzen, schon auf 8 GByte RAM im Notebook kommt. Für die Grafik sorgen wahlweise Nvidia- oder ATI-Module, aber nicht zwei wie beim W90, sondern nur eine Notebookgrafikkarte. Ein vor Jahren schon bei Acer-Geräten verbautes Eingabegerät hat sich Asus für das M90 abgeschaut: Links neben der Tastatur sitzt ein Jog-Shuttle, das zum Springen und Scrollen bei der Medienwiedergabe dient.

Recht umstritten war unter den anwesenden Journalisten das "Eee Videophone", das Asus zusammen mit Skype entwickelt hat. Es soll das erste Videotelefon sein, das von Skype zertifiziert ist. Asus hatte es als "AiGuru" bereits früher als Prototyp gezeigt. Das 25,3 Zentimeter hohe und 1,6 Kilo schwere Gerät ist für den Einsatz auf dem Tisch gedacht und hat Schnittstellen für Fast-Ethernet oder 802.11b/g-WLAN. Damit kann es sich bei Skype anmelden und Videokonferenzen über den Dienst führen.

Bedient wird das Videophone nicht über seinen 7-Zoll-Bildschirm mit 800 x 480 Pixeln – der erste Eee-PC 701 lässt grüßen -, denn das Display ist kein Touchscreen. Vielmehr stehen darunter ein Steuerkreuz und weitere Tasten, beispielsweise zum Abheben und Auflegen des virtuellen Hörers.

Vor allem zwei technische Daten des Geräts sorgten für Verwunderung: Zum einen löst die eingebaute Kamera nur 640 x 480 Pixel auf, zum anderen hält der eingebaute Akku bei einer Videokonferenz nur 20 Minuten durch. Auch wenn man das eingeschaltete Gerät ohne Konferenz nur an einen anderen Ort trägt, muss es 30 Minuten später wieder an die Steckdose. Das macht ein eigenes Gerät für Videokonferenzen, das 259 Euro kosten soll, recht unattraktiv. Schon Netbooks der 300-Euro-Klasse haben zum Teil bessere Kameras und erlauben drahtloses Videofonieren von mehreren Stunden. Gedacht ist das Eee-Videophone offenbar für Menschen, die zwar den Nutzen von Videokonferenzen erkannt haben, dafür aber keinen PC einsetzen wollen.


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