Abo
  • Services:

US-Forscher entwickeln Tarn-Badematte

Neues Metamaterial macht unsichtbar

Wissenschaftler einer US-Universität haben ein neues Metamaterial vorgestellt. Diese Stoffe haben eine spezielle Oberfläche, die Licht nicht reflektiert, sondern um sie herum leitet. Ein Gegenstand, der mit einem solchen Stoff bedeckt ist, soll so unsichtbar werden.

Artikel veröffentlicht am ,

Wenn Bilbo Beutlin die unliebsame Verwandschaft den Beutelhaldenweg heraufkommen sah, pflegte er seinen Ring auf den Finger zu streifen und zu verschwinden. Wenn Harry Potter in Schwierigkeiten steckt, wirft er sich seinen Zaubermantel über und wird unsichtbar. Was bisher dem Reich der Fantasie vorbehalten blieb, rückt in greifbare Nähe. Wissenschaftler in den USA haben erneut einen Stoff entwickelt, der Gegenstände für elektromagnetische Strahlen unsichtbar macht. Ihre Erkenntnisse beschreiben die Forscher um Ruopeng Liu in der aktuellen Ausgabe des renommierten US-Wissenschaftsmagazins Science.

Stellenmarkt
  1. Versicherungskammer Bayern, München
  2. Continental AG, Nürnberg

Metamaterial
Metamaterial
Der Stoff bricht das Licht in einer Art und Weise, dass es erscheint, als sei das Objekt unter dem Stoff nicht da. Wenn ein Mikrowellenstrahl auf einen Spiegel trifft, werden die Wellen im gleichen Winkel, mit dem sie auftreffen, reflektiert. Eine Erhebung in dem Spiegel verändert das Reflexionsverhalten: Die Strahlen werden gestreut, damit wird die Erhebung sichtbar. Legen Liu und seine Kollegen jedoch den Tarnstoff über die Erhebung, werden die Wellen so reflektiert, als sei der Spiegel eben und die Erhebung nicht vorhanden.

Teammitglied David R. Smith vergleicht das Phänomen mit den Luftspiegelungen auf einer Straße an einem heißen Tag. "Was man sieht, gleicht Wasser, das über der Straße schwebt, aber es ist eine Spiegelung des Himmels. Dabei verdeckt die Luftspiegelung die Straße. Im Prinzip erschaffen wir mit dieser neuen Tarnkappe eine künstliche Luftspiegelung."

Metamaterialien heißen solche Stoffe. Ihr Geheimnis ist die Oberfläche: Deren Strukturen, die sich tausendfach wiederholen, sind kleiner als die Länge der Wellen des sichtbaren Lichts (zwischen 400 und 700 Nanometer). Solche Oberflächen reflektieren auftreffendes Licht nicht, sondern leiten es um den Gegenstand herum. So erscheint es, als sei das Objekt nicht da.

Die Tarnkappe, die das Team der Duke Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina entwickelt hat, besteht aus über 10.000 Glasfaserteilchen, die in Reihe angeordnet sind. Der Tarnstoff ist gelb und misst etwa 50 x 10 Zentimeter. Er sehe allerdings "mehr aus wie ein gelber Badvorleger, als wie Harry Potters berühmtes Tuch", kommentierte Science - was in Anbetracht der Tatsache, dass der Stoff Gegenstände für Radar und möglicherweise auch für das Auge unsichtbar machen soll, etwas despektierlich wirkt. Welcher herkömmliche Badvorleger kann das schon?

Versuchsaufbau
Versuchsaufbau
Die Wissenschaftler um Liu hatten bereits 2006 ein ähnliches Material vorgestellt. Das neue ist ihren Angaben nach jedoch deutlich komplexer und funktioniert in einem breiteren Mikrowellenspektrum, möglicherweise sogar mit sichtbarem Licht.

Anwendungen gibt es für diese Entwicklung viele. So könnten Tarnkappen etwa die drahtlose Kommunikation verbessern, indem sie die Auswirkungen von Hindernissen eliminieren oder als Schallschutz dienen. Daneben sind militärische Anwendungen denkbar - zu den Financiers des Forschungsprojektes gehören unter anderem der Rüstungskonzern Raytheon und die US-Luftwaffe.

Im Sommer 2008 hatten zwei Teams der Universität von Kalifornien in Berkeley zwei Metamaterialien vorgestellt, die ebenfalls Licht mit verschiedenen Wellenlängen umlenken und so Gegenstände verschwinden lassen sollen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  2. 4,25€

Treadmilch 11. Okt 2010

Unsichtbarer Stoff ist Ultraviolett

Der Kaiser! 01. Jul 2010

Das hier sind sehr anspruchsvolle Themen, die nicht von jedem sofort erfasst werden...

Windows DAU 19. Mai 2009

genial.

muahuahua 20. Jan 2009

Du musst nur genau hinsehen. Nicht das Gelbe ist die Badematte. Die unsichtbare...

(H)eld 19. Jan 2009

Oder bist du Legastheniker? In diesem Falle: ;)


Folgen Sie uns
       


Detroit Become Human - Livestream

Detroit: Become Human hat unseren Chat und Livestreamer Michael Wieczorek überzeugt. Immer wieder und wieder wollten wir wissen, wie es in dem spannenden Sci-Fi-Krimi in unserer(?) Zukunft weitergeht.

Detroit Become Human - Livestream Video aufrufen
Sun to Liquid: Wie mit Sonnenlicht sauberes Kerosin erzeugt wird
Sun to Liquid
Wie mit Sonnenlicht sauberes Kerosin erzeugt wird

Wasser, Kohlendioxid und Sonnenlicht ergeben: Treibstoff. In Spanien wird eine Anlage in Betrieb genommen, in der mit Hilfe von Sonnenlicht eine Vorstufe für synthetisches Kerosin erzeugt oder Wasserstoff gewonnen wird. Ein Projektverantwortlicher vom DLR hat uns erklärt, warum die Forschung an Brennstoffen trotz Energiewende sinnvoll ist.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Deep Sea Mining Deep Green holte Manganknollen vom Meeresgrund
  2. Klimaschutz Unter der Erde ist das Kohlendioxid gut aufgehoben
  3. Physik Maserlicht aus Diamant

In eigener Sache: Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht
In eigener Sache
Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht

IT-Profis sind auf dem Arbeitsmarkt enorm gefragt, und die Branche hat viele Eigenheiten. Du kennst dich damit aus und willst unseren Lesern darüber berichten? Dann schreib für unser Karriere-Ressort!

  1. Leserumfrage Wie sollen wir Golem.de erweitern?
  2. Stellenanzeige Golem.de sucht Redakteur/-in für IT-Sicherheit
  3. Leserumfrage Wie gefällt Ihnen Golem.de?

Elektroautos: Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts
Elektroautos
Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts

Wenn Betreiber von Ladestationen das Wort "eichrechtskonform" hören, stöhnen sie genervt auf. Doch demnächst soll es mehr Lösungen geben, die die Elektromobilität mit dem strengen deutschen Eichrecht in Einklang bringen. Davon profitieren Anbieter und Fahrer gleichermaßen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. WE Solutions Günstige Elektroautos aus dem 3D-Drucker
  2. Ladesäulen Chademo drängt auf 400-kW-Ladeprotokoll für E-Autos
  3. Elektromobiltät UPS kauft 1.000 Elektrolieferwagen von Workhorse

    •  /