Die Kehrseite des Solarbooms

Studie warnt vor Elektronikschrott und giftigen Stoffen in Solarmodulen

Über den Boom der Solarenergie werden die negativen Auswirkungen der Produktion von Photovoltaikmodulen oft vergessen. Eine aktuelle Studie aus den USA warnt vor Umwelt- und Gesundheitsschäden, die durch die Solarmodule auftreten können.

Artikel veröffentlicht am ,

Die US-Umweltschutzorganisation Silicon Valley Toxics Coalition (SVTC) weist in ihrer aktuellen Studie "Toward a Just and Sustainable Solar Energy Industry" auf die Gefahren der Solarenergie hin. Denn auch die saubere Stromgewinnung aus Sonnenlicht hat eine schmutzige Kehrseite.

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Die Sonnenenergie werde zwar gern gelobt, weil sie saubere Energie liefere. Dabei werden jedoch häufig die "Kosten für Umwelt und Gesundheit" des Solarbooms übersehen, moniert die SVTC. "Bei der Herstellung der am weitesten verbreiteten Photovoltaikmodule werden Materialien und Fertigungstechniken eingesetzt, die aus der Chipindustrie stammen. Am Ende ihres Lebenszyklus, der etwa 20 bis 25 Jahre beträgt, werden sie große Berge aus Elektronikschrott hinterlassen."

Laut SVTC setzten die Hersteller, ohne an die Folgen zu denken, neue Fertigungstechniken und Materialien ein, um die Effizienz der Module zu verbessern. Dazu gehören hochgiftige Stoffe, aber auch solche, von denen nicht bekannt ist, welche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit sie überhaupt haben. Dazu gehören beispielsweise Nanomaterialien. Im Herbst 2008 hatte eine britische Studie vor dem Einsatz von Nanomaterialien gewarnt. Deren Entwicklung schreite so schnell voran, dass es nicht möglich sei, mit vorhandenen Testverfahren mögliche Auswirkungen auf die Umwelt zu prüfen.

In ihrer Studie schlagen die Umweltschützer deshalb einige Maßnahmen vor, um "eine sichere, nachhaltige und wahre Solarenergieindustrie aufzubauen". Dazu gehört in erster Linie, umweltverträglich zu produzieren und auf schädliche Stoffe zu verzichten. Daneben will die SVTC die Hersteller der Photovoltaikmodule auch über die bloße Herstellung hinaus für ihre Produkte verantwortlich machen.

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Nach europäischem Vorbild schlägt die SVTC vor, die Unternehmen sollten ausgediente Module zurücknehmen und recyceln. Außerdem sollen bessere Recycling-Techniken entwickelt werden, um Beeinträchtigungen von Mensch und Umwelt zu vermeiden. Andernfalls, so befürchtet die SVTC, laufen die Photovoltaikhersteller Gefahr, die Umweltsünden der Chipindustrie zu wiederholen.

Die SVTC gibt es schon seit dem Jahr 1982. Anlass für ihre Gründung waren Schäden an den Produktionsanlagen von IBM und Fairchild. Aus Lecks waren giftige Chemikalien ausgetreten und ins Grundwasser gesickert. 13 Menschen starben an Vergiftungen. Andere erlitten Gesundheitsschäden wie Hautkrankheiten oder brachten kranke Kinder zur Welt.

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can1984 06. Feb 2009

oke dann kaufen wir von Putin kein Gas mehr, aber wer verkauft uns das Uran? Endlager...

blablub 16. Jan 2009

Nicht unbedingt. Zumindest nicht, wenn man mit "Gift" Stoffe meint, die aufgrund ihrer...

Rudi Dutschke 16. Jan 2009

Nö, Solarstrom ist rosa, das sieht man doch. Und weil der rosa ist, ist Solarstrom...

DonSix 16. Jan 2009

Hallo, das ist mal wieder so ein präventiver Rundumschlag ohne überhaut zu wissen ob...



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