Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Hersteller gegen EU-Verbot von Plasmafernsehern

Droht das Schicksal der 100-Watt-Glühbirne? Der EICTA, ein Verband der europäischen Digitaltechnologie, hat einen Bericht dementiert, nach dem großformatige Plasma-Fernsehtechnologie schon bald wegen fehlender Energieeffizienz nicht mehr auf dem EU-Markt zugelassen wird.
/ Achim Sawall
101 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Hersteller geben Entwarnung. Großformatige Plasma-Fernsehtechnologie soll trotz ihres Energiehungers weiter in Europa verkauft werden dürfen. Die britische Tageszeitung The Independent(öffnet im neuen Fenster) hatte zuvor unter Berufung auf britische Minister berichtet, schon im Frühjahr 2009 drohe ein EU-weites Verbot. "Derartige Aussagen entsprechen nicht der Wahrheit" , so der Branchenverband EICTA (European Information, Communications and Consumer Electronics Industry Technology Association), eine Vereinigung von 32 nationalen Elektronikverbänden.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten arbeiten derzeit an neuen Bestimmungen, um die Energieeffizienz von Plasma-, LCD- und Röhrenfernsehern sicherzustellen. Alle Hersteller müssen diese neuen Standards zur Mindesteffizienz erfüllen, um auf dem europäischen Markt weiterhin Fernsehgeräte herstellen, importieren und vertreiben zu dürfen.

Genau wie bei der geplanten Abschaffung der herkömmlichen 100-Watt-Glühbirne würden "viele der sehr ineffizienten Geräte den Minimalstandards zum Opfer fallen" , so die Zeitung. Viermal so viel Energie wie herkömmliche Röhrenfernseher würde so mancher großformatige Plasmafernseher verschlingen. Ein 42-Zoll-Plasmagerät verbraucht im Jahr 822 Kilowattstunden (kWh), während ein LCD-Modell desselben Formats mit 350 kWh auskommt, rechnet der Bericht vor, ohne jedoch Betriebszeiten zu nennen. CRT-Fernseher mit einer 32-Zoll-Bildschirmdiagonale benötigen 322 kWh, würden aber in einem theoretischen 42-Zoll-Format auch mehr verbrauchen.

"Der entsprechenden EU-Richtlinie zufolge kann eine Technologie wie Plasma gesetzlich nicht vom Markt genommen werden, solange die Fernsehgeräte - die diese Technologie einsetzen - den Anforderungen zur Energieeffizienz entsprechen" , hält der EICTA dagegen. Die Branchenvereinigung geht davon aus, dass die neue Bestimmung in der zweiten Jahreshälfte 2009 veröffentlicht wird. Doch erst nach einem Übergangszeitraum bis zur zweiten Jahreshälfte 2010 würden die Produkte dem entsprechen müssen.

Insgesamt hätten sowohl die LCD- als auch die Plasmatechnologie in den letzten Jahren beträchtliche Fortschritte erzielt. Auf der Consumer Electronics Show CES, die vor kurzem in Las Vegas stattfand, präsentierten viele Hersteller aktuelle und künftige Technologien, die die Energieeffizienz verbessern.


Relevante Themen