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Nortel beantragt Gläubigerschutz

Gläubigerschutz soll helfen, eine gesunde finanzielle Basis zu schaffen. Der kanadische Netzwerkausrüster Nortel Networks meldet samt einiger Tochtergesellschaften Gläubigerschutz nach dem Companies' Creditors Arrangement Act (CCAA) beziehungsweise in den USA nach Chapter 11 an. Auch einige europäische Töchter sollen demnächst entsprechende Isolvenzanträge stellen. Das Tagesgeschäft soll wie gehabt weiterlaufen.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Insolvenz beziehungsweise der Antrag auf Gläubigerschutz soll dem angeschlagenen Unternehmen helfen, seine Kosten- und Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen, die sich auch durch die Finanzkrise und Rezession verschärft haben, nachdem Nortel bereits 2005 einen umfangreichen Restrukturiereungsprozess eingeleitet hat.

Nortel verfügt nach eigenen Angaben aktuell über 2,4 Milliarden US-Dollar an liquiden Mitteln. Das soll ausreichen, um die Restrukturierung abzuschließen und das Unternehmen auf eine gesunde finanzielle Basis zu stellen. Parallel dazu hat Nortel beantragt, den Handel der eigenen Aktien zu beschränken, so dass Aktionäre, die mehr als 4,75 Prozent an Nortel halten, ihre Papiere vorübergehend nicht verkaufen können.

Nortels asiatische Beteiligungen, einschließlich LG Nortel, sowie die Töchter in der Karibik und Lateinamerika, sind von der Insolvenz nicht betroffen.

Im November 2008 meldete Nortel für das dritte Quartal 2008 einen Umsatz von 2,32 Milliarden US-Dollar, 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Aktie brach nach Bekanntwerden der Nachricht im vorbörslichen Handel um 75 Prozent ein.

Ausstehende Kredite erfordern am morgigen 15. Januar 2009 Zinszahlungen in Höhe von 107 Millionen US-Dollar. Nortel Networks, einst ein kanadisches Vorzeigeunternehmen, droht laut einem Bericht der Tageszeitung Globe and Mail(öffnet im neuen Fenster) nun die Aufspaltung oder der Verkauf an ausländische Konkurrenten wie Nokia Siemens Networks, Ericsson, Cisco Systems und Huawei. Für einige Unternehmensteile konnte jedoch seit September 2008 kein Abnehmer gefunden werden.

Zur Zeit der Internetblase im Jahr 2000 war Nortel mit einem Börsenwert von 366 Milliarden kanadische Dollar (225 Milliarden Euro) und 95.000 Beschäftigten die größte Firma Kanadas.


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