Jeder zweite von Nokia Bochum Entlassene ist arbeitslos

Trotz Zusagen für neue Industrieansiedlungen hat über die Hälfte der ehemaligen Nokianer aus Bochum noch keinen Arbeitsplatz gefunden. Das berichtet die Rheinische Post(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen Sprecher der Transfergesellschaft Peag. Danach haben 850 Betroffene einen Arbeitsplatz. Nur 100 Menschen gelang es, an anderen Nokia-Standorten unterzukommen. Die Peag rechnet mit dem Eintritt von 1.380 früheren Nokia-Mitarbeitern, hieß es weiter. Der Transferdienstleister bietet Betreuung und Weiterbildung für die Arbeitslosen. Die Maßnahmen sollen mit Hilfe europäischer Fondsmittel (ESF) weiter ausgebaut werden.
Am 15. Januar 2008 hatte Nokia bekanntgegeben, die Produktion ins rumänische Cluj zu verlagern. Am Montag, dem 30. Juli 2008, schloss das Werk offiziell, was deutschlandweit Proteste und Empörung auslöste.
Oliver Burkhard, IG Metall Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen: "15 Prozent Rendite in Bochum waren nicht genug. Im Rückblick betrachtet steht Nokia mit der damaligen Entscheidung für eine Unternehmenspolitik, für ein Konzept von Wirtschaften, das gescheitert ist und dessen Folgen wir gerade in voller Härte spüren."
Die GfK-Marktforscher hatten im November 2008 Zahlen vorgelegt, nach denen der finnische Handyhersteller in Deutschland von 44 Prozent auf 36 Prozent Marktanteil gefallen ist. Schuld sei der Imageverlust durch die Werksschließung im Ruhrgebiet.