Nokia stellt Qt unter die LGPL

Qt ist ein Framework zur Programmierung grafischer Bedienoberflächen. Es läuft unter Linux, Windows und MacOS X und wird beispielsweise für die Desktopumgebung KDE verwendet. Entwickelt wurde Qt von Trolltech, das nun Qt Software heißt und zu Nokia gehört.
Bisher stand Qt unter der GPL(öffnet im neuen Fenster) (GNU General Public License). Mit Qt entwickelte Applikationen mussten daher ebenfalls unter die GPL gestellt werden. Alternativ gab es kommerzielle Lizenzen für Entwickler, die ihre Arbeit nicht als Open Source freigeben wollten. Ab Qt 4.5, das im März 2009 erscheinen soll, steht Qt nun unter der LGPL(öffnet im neuen Fenster) (GNU Lesser General Public License) und darf damit auch zur Entwicklung proprietärer Software verwendet werden, ohne dass Programmierer eine kommerzielle Lizenz erwerben müssen. Das bisherige duale Lizenzierungsmodell soll aber nicht abgeschafft werden. Kommerzielle Lizenzen bleiben laut Qt Software auch weiter erhältlich.
Bisher war das Qt-Lizenzmodell ein Kritikpunkt und damit ein Vorteil des konkurrierenden Toolkits Gtk(öffnet im neuen Fenster) . Das steht unter der LGPL zur Verfügung und galt daher als attraktiver für Firmen als Qt, für das im Falle proprietärer Entwicklungungsmodelle zunächst Geld auf den Tisch gelegt werden musste.
Nokia erhofft sich durch die Lizenzänderung einen breiteren Einsatz des Qt-Frameworks vor allem durch Firmen, die ihre Anwendungen damit für verschiedene Plattformen anbieten wollen. Heute verwenden etwa Adobe, Google und Skype Qt. Bald soll Qt auch für das Smartphone-Betriebssystem S60 zur Verfügung stehen. Durch die Lizenzänderung könnte sich die Bedeutung von Qt für die Cross-Plattform-Entwicklung deutlich ändern.
Zudem soll die Entwicklung von Qt selbst offener gestaltet werden. Nokia will ein öffentliches Quellcode-Repository einrichten, über das sich die Änderungen an Qt verfolgen lassen. Auch die Mitarbeit externer Entwickler sei wünschenswert, heißt es von Nokia.