Abo
  • Services:

USA: Streit um Onlinevideorekorder wird zum Politikum

Oberstes Gericht verschiebt Entscheidung

Die gerichtliche Auseinandersetzung um die Zulässigkeit von Onlinevideorekordern in den USA wird die kommende US-Regierung beschäftigen. Der Supreme Court hat seine Entscheidung vertagt und das Justizministerium um eine Stellungnahme gebeten.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Zukunft des Videorekorders liegt im Netz. Davon sind jedenfalls die Kabelanbieter in den USA überzeugt. Die Zukunft des Videorekorders dürfe auf keinen Fall im Netz liegen, und auf keinen Fall ohne Bezahlung, meinen dagegen die Film- und Fernsehstudios. Sie verklagten vor drei Jahren den Kabelanbieter Cablevision Systems, um zu verhindern, dass das Unternehmen seinen Kunden einen kostenlosen Onlinevideorekorder anbietet.

Stellenmarkt
  1. ivv GmbH, Hannover
  2. Lechwerke AG, Augsburg

Die Studios waren in erster Instanz erfolgreich. 2006 entschied ein Bundesgericht, dass der geplante Onlinevideorekorder gegen das US-Urheberrecht verstoßen würde. Cablevision ging gegen das Urteil in Berufung und gewann im August 2008 in zweiter Instanz.

Das zuständige Bundesberufungsgericht in New York vertrat die Auffassung, dass der geplante Dienst durch die Fair-use-Ausnahmebestimmungen des US-Urheberrechts gedeckt sei. Es seien schließlich die Verbraucher und nicht Cablevision, die Aufnahmen mit dem Onlinevideorekorder anfertigen und abspielen würden, argumentierte das Gericht. Aus diesem Grunde brauche Cablevision weder eine Lizenz von den Rechteinhabern noch müsste der Kabelanbieter Lizenzgebühren an die Studios abführen.

Die Studios gaben sich nach der Niederlage in New York aber noch nicht geschlagen. Sie riefen das oberste Gericht an, den US Supreme Court, und forderten eine Aufhebung des Urteils. Gestern hat der Supreme Court überraschenderweise verkündet, noch nicht zu entscheiden. Durchaus unüblich wurde der Fall weder abgelehnt noch zur Entscheidung angenommen. Stattdessen haben die obersten Richter den Generalstaatsanwalt zu einer Stellungnahme in der Sache "eingeladen". Durch den bevorstehenden Regierungswechsel in Washington wird der Fall nun zum Politikum.

Der neu gewählte Präsident Barack Obama wird sein Amt am 20. Januar antreten. Danach wird er wichtige Posten im Justizministerium mit seinen Kandidaten neu besetzen, darunter den des Generalstaatsanwalts. Bis dahin ist noch knapp eine Woche Zeit, in der theoretisch auch der noch amtierende Generalstaatsanwalt Theodore B. Olsen die Einladung der Supreme-Court-Richter wahrnehmen könnte. Kein Beobachter rechnet jedoch damit, dass das passieren wird. Stattdessen wird wohl dessen designierte Nachfolgerin Elena Kagan, Leiterin der Harvard Law School, die Aufgabe zu übernehmen haben.

Kagan wird im Justizministerium als Kollegen voraussichtlich Tom Perelli begrüßen dürfen. Geht es nach Obama, wird Perelli im Justizministerium für Zivilrecht zuständig sein. Perelli wiederum war zuvor Mitarbeiter der Anwaltskanzlei Jenner & Block und dort Vorgesetzter von Donald B. Verrilli Jr., berichtet das Wired-Blog Threat Level. Don Verrilli nun ist nicht nur der wichtigste Anwalt des US-Musikindustrieverbandes RIAA, er vertritt auch die Film- und Fernsehstudios im Streit mit Cablevision. Der Fall verspricht also, spannend zu bleiben. [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Top-Angebote
  1. (Anime-Blu-rays, Anime-Boxen, DVDs, Limited Edition)
  2. (u. a. WD My Book 3 TB 87,99€, WD My Book Duo 16 TB 424,99€, Sandisk 128 GB microSDXC-Karte 31...
  3. (u. a. Canon Pixma iP7250 42,99€)

lalalalala 14. Jan 2009

Warum zur Hölle sollte die Größe der Menschen die erreicht werden abnehmen??? Ist das so...

Chatlog 14. Jan 2009

Warum? Offener Lobbyismus für die Industrie und gegen das Volk das sie vertreten ist...


Folgen Sie uns
       


Anthem angespielt

In unserer Vorschau zu Anthem beleuchten wir vor allem, was es abseits vom Ballern in Biowares Shooter zu tun gibt.

Anthem angespielt Video aufrufen
Alienware m15 vs Asus ROG Zephyrus M: Gut gekühlt ist halb gewonnen
Alienware m15 vs Asus ROG Zephyrus M
Gut gekühlt ist halb gewonnen

Wer auf LAN-Partys geht, möchte nicht immer einen Tower schleppen. Ein Gaming-Notebook wie das Alienware m15 und das Asus ROG Zephyrus M tut es auch, oder? Golem.de hat beide ähnlich ausgestatteten Notebooks gegeneinander antreten lassen und festgestellt: Die Kühlung macht den Unterschied.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Alienware m17 Dell packt RTX-Grafikeinheit in sein 17-Zoll-Gaming-Notebook
  2. Interview Alienware "Keiner baut dir einen besseren Gaming-PC als du selbst!"
  3. Dell Alienware M15 wird schlanker und läuft 17 Stunden

Begriffe, Architekturen, Produkte: Große Datenmengen in Echtzeit analysieren
Begriffe, Architekturen, Produkte
Große Datenmengen in Echtzeit analysieren

Wer sich auch nur oberflächlich mit Big-Data und Echtzeit-Analyse beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe und Lösungen, die sich nicht sofort erschließen. Warum brauche ich eine Nachrichten-Queue und was unterscheidet Apache Hadoop von Kafka? Welche Rolle spielt das in einer Kappa-Architektur?
Von George Anadiotis


    Mac Mini mit eGPU im Test: Externe Grafik macht den Mini zum Pro
    Mac Mini mit eGPU im Test
    Externe Grafik macht den Mini zum Pro

    Der Mac Mini mit Hexacore-CPU eignet sich zwar gut für Xcode. Wer eine GPU-Beschleunigung braucht, muss aber zum iMac (Pro) greifen - oder eine externe Grafikkarte anschließen. Per eGPU ausgerüstet wird der Mac Mini viel schneller und auch preislich kann sich das lohnen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Apple Mac Mini (Late 2018) im Test Tolles teures Teil - aber für wen?
    2. Apple Mac Mini wird grau und schnell
    3. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

      •  /