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China vor dem Start von 3G-Mobilfunk

Anbieter setzen auf drei verschiedene Standards

Die drei Mobilfunkanbieter China Mobile, China Telecom und China Unicom bereiten sich auf die Inbetriebnahme ihrer 3G-Netze vor. Am 7. Januar 2009 hatte die Regierung ihnen die entsprechende Lizenz erteilt.

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China ist seit längerem das Land mit den meisten Mobiltelefonierern. Rund 630 Millionen Mobilfunknutzer gibt es. Statistisch hat also gut jeder zweite Chinese ein Mobiltelefon. Doch das Land hat lange gebraucht, um den Schritt zum Mobilfunk der dritten Generation zu vollziehen. Erst jetzt hat das Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) den Telekommunikationsanbietern grünes Licht für die Inbetriebnahme der neuen Netze gegeben.

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China Telecom wird als Erster seinen Kunden schnellen mobilen Internetzugang ermöglichen. Ab Ende Februar 2009 soll das neue Netz unter dem Markennamen Tianyi in etwa 100 Städten, darunter Peking und Schanghai, zur Verfügung stehen. China Telecom nutzt den US-3G-Standard CDMA-2000. Dieser soll Downloadraten zwischen 153,6 KBit/s und 3,1 MBit/s ermöglichen. Für den Upload sollen 1,8 MBit/s zur Verfügung stehen.

Konkurrent China Unicom will sein 3G-Netz laut der Zeitung Shanghai Daily am 17. Mai 2009, dem Welttag der Telekommunikation, in Betrieb nehmen. Am Anfang wird das Angebot in sieben großen Städten zur Verfügung stehen. Das Unternehmen, das im vergangenen Sommer mit dem Konkurrenten China Netcom fusionierte, wird seinen Kunden Mobilfunk mit dem europäischen 3G-Standard WCDMA anbieten.

Von Marktführer China Mobile ist indes noch kein Starttermin bekannt. Dafür will der Anbieter das größte Netz aufbauen: Bis Ende 2009 sollen die schnellen Datendienste in 70 Prozent der Städte des Landes, das sind knapp 240, zur Verfügung stehen. Die Investitionen dafür sollen sich auf umgerechnet rund 6,5 Milliarden Euro belaufen, berichtet die offizielle Tageszeitung Renmin Ribao. Bis 2011 will das Unternehmen 100 Millionen Kunden für sein neues Mobilfunkangebot haben. Heute telefonieren mehr als 450 Millionen Kunden über das GSM-Netz von China Mobile, das damit der größte Mobilfunkanbieter der Welt ist.

Anders als seine beiden Konkurrenten setzt China Mobile auf einen proprietären Standard: TD-SCDMA wurde eigens für China entwickelt, um China unabhängig von westlicher Technologie zu machen und um Lizenzgebühren zu sparen - die wichtigsten CDMA-Patente hält das US-Unternehmen Qualcomm. Entwickelt wurde TD-SCDMA von Datang Mobile, Alcatel und Siemens. Die Datenraten liegen zwischen 1,2 KBit/s und 2 MBit/s.

Die meisten Endgeräte in China, die derzeit 3G-Standards beherrschen, stammen aus dem Ausland. Das sind etwa Geräte von Nokia oder das iPhone. Allerdings wollen auch chinesische Hersteller eigene Geräte auf den Markt bringen. Die ersten in China entwickelten Geräte sind bereits angekündigt: Die Unternehmen TechFaith and Aigo werden zum Start von China Telecoms 3G-Netz die Modelle Aigo 600C und Aigo 800C auf den Markt bringen.

Das MIIT erwartet, dass sich die Investitionen in die 3G-Netze in den kommenden zwei Jahren auf umgerechnet etwa 30 Milliarden Euro belaufen werden, berichtet die Tageszeitung China Daily.

Die chinesischen Mobilfunkanbieter arbeiten schon länger am Aufbau der 3G-Netze. Im Laufe des Jahres 2008 haben sie sie in bestimmten Regionen getestet, meist in Peking und Schanghai. Dass sich das MIIT so lange mit der Lizenzvergabe Zeit gelassen hat, führen Experten unter anderem auf Diskussionen über die Standards zurück. Zudem wurde im vergangenen Jahr der chinesische Telekommunikationsmarkt im Hinblick auf den Start der dritten Mobilfunkgeneration umstrukturiert. So wurde die Zahl der Anbieter von sechs auf drei reduziert. Im Zuge dieser Maßnahme übernahm China Unicom das WCDMA-Netz von China Netcom und gab dafür sein CDMA-2000-Netz an China Telecom ab.



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mrg 14. Jan 2009

Als ich vor einigen Jahren in Hong Kong war, konnte man dort innerhalb der Stadt...

tribal-sunrise 14. Jan 2009

typisch Fernost eben - die Japaner z.B. haben ja auch drei verschiedene HDTV...


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