Abo
  • IT-Karriere:

Vorsicht, Freund hört mit

Anbieter von Lösungen zur Umgehung der Netzzensur verkaufen Nutzerdaten

Die Anbieter von drei Programmen, mit denen Nutzer die sogenannte Great Firewall of China umgehen können, speichern, welche Websites ihre Nutzer ansurfen und verkaufen diese Daten. Die Programme FreeGate, GPass und FirePhoenix sind beliebte Anwendungen, mit denen Nutzer in autoritären Staaten die Webzensur umgehen.

Artikel veröffentlicht am ,

Das Internet in China sieht anders aus als bei uns. Viele Seiten, die wir täglich mehrmals aufrufen, bleiben Nutzern hinter dem sogenannten Goldenen Schild verschlossen. Erst vor kurzem haben Chinas Zensoren die Zügel wieder straffer angezogen. Das Firefox-Add-on China Channel gibt Nutzern im Westen einen Eindruck davon, was Chinas Surfer sehen dürfen.

Stellenmarkt
  1. HITS gGmbH, Heidelberg
  2. DAL Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG, Mainz

Aber nicht nur in China, auch in anderen Ländern Asiens, in Myanmar, dem Iran, Syrien oder einigen arabischen Ländern zensieren die Behörden das Internet. Die Nutzer sind auf die Programme FreeGate, GPass und FirePhoenix angewiesen, um einen Blick über die große Firewall zu werfen, die ihr Land umgibt. Doch die Anbieter dieser Programme speichern, welche Websites ihre Nutzer besuchen und verkaufen diese Daten, berichtet das Blog Watching Technology des Berkman Center for Internet and Society.

Edoors, Hersteller des Programmes FirePhoenix, veröffentlicht einen Teil der Daten, eine Rangliste der am meisten über diese Dienste besuchten Seiten, frei im Internet. Wenn es einem Websitebetreiber nicht reicht, zu wissen, dass sein Angebot mit Software des weltweiten Anti-Zensur-Netzes Global Internet Freedom Consortium (GIFC) besucht wird, dann bietet ihm das Unternehmen auch weitergehende Analysen an. Der Kunde könne auch detailliertere Daten bekommen, verspricht Edoors auf der FAQ-Seite - gegen Bezahlung versteht sich. Darunter seien auch solche, mit denen einzelne Nutzer identifiziert werden können. Bedingung sei aber, dass diese Daten vertraulich behandelt und an niemanden sonst weitergegeben werden dürfen, solange der Kunde nicht von Edoors genau überprüft wurde.

Programme wie FirePhoenix leiten Seitenaufrufe über Proxys um und ermöglichen es den Nutzern so, gesperrte Seiten anzusehen. FirePhoenix sei "eine Software, die Ihre Identität und Ihre Privatsphäre schützt, wenn Sie das Internet nutzen", preist etwa Hersteller Edoors sein Produkt. Es verschlüssele den Internettraffic des Anwenders, anonymisiere seine IP-Adresse und ermögliche dem Nutzer "ungehinderten Zugang zum Internet, wenn Ihre Internetverbindung von Ihrem Arbeitgeber, Ihrem Institut, Ihrem ISP oder Ihrem Heimatland gefiltert, überwacht oder blockiert wird". Das gilt aber wohl nur dann, wenn der Arbeitgeber oder die Behörden nicht Kunden bei FirePhoenix sind.

Die Tatsache, dass die Dienste Daten speicheren und verkaufen, mache sie noch schlimmer als den umstrittenen Werbedienst Webwise des britischen Anbieters Phorm, kritisiert Berkman-Blogger Hal Roberts. Phorm wahre wenigstens die Anonymität der Nutzer, während die Anbieter der Zensurumgehungsprogramme offensichtlich den kompletten Datenverkehr ihrer Nutzer speicherten und verkauften.

Laut Edoors ist Microsofts Suchangebot Live Search die am häufigsten über die Dienste genutzte Seite, gefolgt von Konkurrent Google und Secretchina, ein in Florida produziertes chinesisches Nachrichtenangebot. Unter den Top 10 sind neben Yahoo und Youtube weitere chinesischsprachige Angebote, darunter auch das der in China verbotenen Sekte Falun Gong. Unter den Top 20 finden sich auch Angebote aus dem Mittleren Osten.

Das an der Harvard-Universität angesiedelte Berkman Center beschäftigt sich mit rechtlichen Aspekten des Internets. Dazu gehört auch die Zensur im Internet. Sie waren auch an der Ausarbeitung eines 'Verhaltenskodex' beteiligt, an den sich Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche bei Geschäften mit autoritären Staaten halten sollen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. 39,99€ (Release am 3. Dezember)
  3. 69,99€ (Release am 25. Oktober)

VDS Provider... 13. Jan 2009

Auch die hier noch erwähnten bringen nichts, weil eben dein Provider die Daten speichert.

xpq21 13. Jan 2009

oh, ich vergaß... mein gott, war das SO unoffensichtlich???

Lololulo 13. Jan 2009

TOR wurde nicht für Ende-zu-Ende-Verschlüsselung konzipiert. Wenn du nun verwundert...

Surfkondom 13. Jan 2009

Also ist das die Software die deutsche Surfer bald dringend brauchen.

PornoKucker 13. Jan 2009

Gilt das jetzt auch für GPass? Ist nicht so klar aus dem Artikel zu lesen... ;( Ich...


Folgen Sie uns
       


Philips Hue Play HDMI Sync Box angesehen

Die Philips Hue Play HDMI Sync Box ist ein HDMI-Splitter, über den Hue Sync verwendet werden kann. Im ersten Kurztest funktioniert das neue Gerät gut.

Philips Hue Play HDMI Sync Box angesehen Video aufrufen
Atari Portfolio im Retrotest: Endlich können wir unterwegs arbeiten!
Atari Portfolio im Retrotest
Endlich können wir unterwegs arbeiten!

Ende der 1980er Jahre waren tragbare PCs nicht gerade handlich, der Portfolio von Atari war eine willkommene Ausnahme: Der erste Palmtop-Computer der Welt war klein, leicht und weitestgehend DOS-kompatibel - ideal für Geschäftsreisende aus dem Jahr 1989 und Nerds aus dem Jahr 2019.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Retrokonsole Hauptverantwortlicher des Atari VCS schmeißt hin

Mädchen und IT: Fehler im System
Mädchen und IT
Fehler im System

Bis zu einem gewissen Alter sind Jungen und Mädchen gleichermaßen an Technik interessiert. Wenn es dann aber um die Berufswahl geht, entscheiden sich immer noch viel mehr junge Männer als Frauen für die IT. Ein wichtiger Grund dafür ist in der Schule zu suchen.
Von Valerie Lux

  1. IT an Schulen Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
  2. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  3. Medienkompetenz Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

Samsung CRG9 im Test: Das Raumschiffcockpit für den Schreibtisch
Samsung CRG9 im Test
Das Raumschiffcockpit für den Schreibtisch

Keine Frage: An das Curved Panel und das 32:9-Format des Samsung CRG9 müssen wir uns erst gewöhnen. Dann aber wollen wir es fast nicht mehr hergeben. Dank der hohen Bildfrequenz und guten Auflösung vermittelt der Monitor ein immersives Gaming-Erlebnis - als wären wir mittendrin.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Speichertechnik Samsung will als Erster HBM2 in 12 Ebenen und 24 GByte bauen
  2. Samsung Fehler am Display des Galaxy Fold aufgetreten
  3. Samsung Displaywechsel beim Galaxy Fold einmalig vergünstigt möglich

    •  /