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Palm Pre: Erstes WebOS-Smartphone vorgestellt

Smartphone mit Multitouch-Touchscreen, 8 GByte Speicher und Ausziehtastatur. Auf der CES 2009 in Las Vegas hat Palm der Öffentlichkeit erstmals den Nachfolger von PalmOS vorgestellt. Das Smartphone-Betriebssystem von Palm heißt WebOS und besitzt eine enge Verzahnung mit Internetdiensten. Das erste WebOS-Smartphone trägt den Namen Pre.
/ Ingo Pakalski
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Selbst die aktuellen PalmOS-Smartphones bieten keine aktuelle Mobilfunktechnik und steckten dafür immer wieder viel Kritik ein. HSDPA-Unterstützung, WLAN-Technik und integrierte GPS-Empfänger gab es nicht. Mit dem Pre will Palm diesen Eindruck vergessen machen und steckt moderne Mobilfunktechnik in das neue Smartphone.

Palm Pre

Das Palm Pre besitzt einen 3,1 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixeln und 16 Millionen Farben, der Multitouch beherrscht, also mit mehreren Fingern bedient werden kann. Das Gerät ist mit einem Lagesensor versehen, so dass der Displayinhalt immer passend zur Geräteposition erscheint. Ein weiterer Sensor regelt die Displayhelligkeit automatisch und ein Annäherungssensor schaltet das Display ab, sobald mit dem Gerät telefoniert wird. Unterhalb des Displays befindet sich ein Gestenbereich, der die wesentliche Gerätebedienung übernehmen soll. In diesem Bereich residiert auch ein Trackball, der ebenfalls zur Gerätesteuerung verwendet werden kann.

Eine nach unten aufziehbare QWERTZ-Tastatur erlaubt die Eingabe längerer Texte, aber sie kann auch zur Steuerung des Mobiltelefons genutzt werden. So lassen sich darüber Applikationen oder auch Befehle in Programmen aufrufen, was eine besonders zügige Bedienung verspricht. Die Tastatur des 135 Gramm wiegenden Geräts soll sich sowohl einhändig als auch beidhändig gut bedienen lassen.

Das 59,57 x 100,53 x 16,95 mm messende Mobiltelefon ist mit WLAN 802.11b/g, 8 GByte Flash-Speicher, einer 3-Megapixel-Kamera mit LED-Licht, einem aktuellen OMAP-Prozessor von Texas Instruments sowie Bluetooth 2.1 inklusive A2DP-Profil für die drahtlose Musikübertragung ausgestattet. Zudem gibt es einen integrierten GPS-Empfänger, einen 3,5-mm-Kopfhöreranschluss sowie den von den Treo-Modellen bekannten Klingeltonschalter, um das Gerät bequem in den Vibrationsmodus zu schalten. Einen Speicherkartensteckplatz gibt es wohl nicht.

Als Seitenhieb auf Apples iPhone erklärte Palm bei der Präsentation, dass der Akku im Pre-Smartphone aufgrund der hohen Nachfrage austauschbar ist. Im iPhone ist der Akku fest integriert und kann nicht ohne weiteres gewechselt werden. Weitere technische Daten sind bislang nicht bekannt.

WebOS ist anders

Das Besondere des Pre ist sein Betriebssystem, der PalmOS-Nachfolger WebOS. Das Multitasking-Betriebssystem wird mit dem Finger und mit Gesten bedient, so dass der Nutzer in langen Listen scrollen kann, wie es etwa von Apples iPhone bekannt ist. Auch das Vergrößern oder Vekleinern des Bildschirmausschnitts ist durch das Auf- oder Zuziehen von zwei Fingern möglich. Zudem bietet das Betriebssystem Benachrichtigungsoptionen, damit im Hintergrund laufende Applikationen Informationen ausgeben können, ohne den Arbeitsfluss zu stören, wenn der Nutzer sich in einer anderen Applikation befindet. Dazu wird die Hauptapplikation verkleinert, so dass die Informationen ohne Überschneidungen auf den Bildschirm passen.

In WebOS befindet sich eine Technik namens Synergy, die Termine sowie Kontaktdaten aus verschiedenen Quellen im Hintergrund sammelt und über eine Oberfläche zugänglich macht. Dadurch hat der Nutzer die Möglichkeit, über ein zentrales Adressbuch auf die Kontakte von Facebook, Google oder aus Outlook zuzugreifen. Dabei werden doppelte Einträge automatisch erkannt, so dass im Palm-Adressbuch nur ein Kontakt erscheint. Diese Technik kann auch im Kalender verwendet werden, um Termine aus unterschiedlichen Quellen in einer Applikation zu verwalten, ohne dass sich der Nutzer Gedanken über die Synchronisierung machen muss.

Der Wechsel zwischen Applikationen läuft wie bei einem Kartenstapel, der vom Anwender durchgeblättert wird. Alle Applikationen speichern ihre Daten kontinuierlich, so dass ein Datenverlust nicht vorkommen sollte. Zum Beenden einer Applikation wird diese einfach aus dem Bildschirm herausgeschoben. Der mitgelieferte E-Mail-Client unterstützt Anhänge, bietet eine Anbindung an Exchange Server und versteht POP und IMAP. Außerdem gibt es einen Bildbetrachter sowie einen Media-Player, der alle gängigen Formate abspielen kann. Der integrierte HTML-Browser bietet Tab-Unterstützung und nutzt die Rendering-Engine WebKit.

Applikationen für Palms neues Betriebssystem werden in HTML, CSS und JavaScript entwickelt. So hofft Palm auf eine möglichst große Entwicklerschar, sind doch die Einstiegshürden vergleichsweise gering. Palm folgt zugleich einem allgemeinen Trend, den Browser als Applikationsplattform zu nutzen.

Zunächst wird Palm das Pre-Smartphone in den USA exklusiv über Sprint(öffnet im neuen Fenster) anbieten. Das Gerät soll im ersten Halbjahr 2009 auf den Markt kommen. Einen Preis hat Palm noch nicht verraten. Wann das erste WebOS-Smartphone auf den deutschen Markt kommt, ist nicht bekannt. Für den Pre hat Palm eine drahtlose Ladestation namens Touchstone als Zubehör vorgestellt. Solche Ladestationen sind zwar nicht neu, aber Palm nimmt eine solche als einer der ersten Mobiltelefonhersteller ins Sortiment.


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