Dell schließt eine Fabrik in Europa

Der US-Konzern Dell streicht in Irland 1.900 Stellen und verlagert die Fertigung nach Polen. Die Arbeitsplätze fallen in der Fabrik im westirischen Limerick weg, wo 3.000 Menschen beschäftigt seien, teilte der weltweit zweitgrößte Computerhersteller mit. Eine polnische Dell-Fabrik sowie externe Vertragspartner sollen die Herstellung von Computersystemen für den Markt in Europa, im Nahen Osten und in Afrika übernehmen. Der Stellenabbau in Irland sei Bestandteil eines im Jahr 2008 angekündigten Programms , über das Dell bis 2011 drei Milliarden US-Dollar einsparen will.
Größere Neueinstellungen sind von Dell in Polen aber nicht geplant. "Um zusätzliche Produktionsvolumen zu erhalten, geht Dell davon aus, dass im Laufe der Zeit einige zusätzliche Mitarbeiter in Lodz gebraucht werden. Allerdings gibt es keinen sofortigen Bedarf" , sagte Dell-Konzernsprecher David Frink Golem.de. Am 5. September 2008 hatte die US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal berichtet, dass Dell komplett aus der eigenen Fertigung aussteigen und seine bestehenden Werke an Vertragshersteller verkaufen wolle.
Dell erklärte heute, dass der Stellenabbau in den kommenden zwölf Monaten erfolgen soll, ab April 2009 sollen die ersten Gekündigten die Fabrik verlassen. Die in Limerick Beschäftigten erwirtschaften mindestens 5,5 Prozent aller irischen Exporte und 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Experten rechnen mit dem Wegfall weiterer 10.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern auf der grünen Insel.
"Das ist eine schwierige Entscheidung, aber das Richtige für Dell, um noch wettbewerbsfähiger zu werden" , so Sean Corkery, Vice President Operations bei Dell. Betroffene Arbeitnehmer erhielten eine Abfindung. John Gilligan, der Bürgermeister von Limerick, bezeichnete die Ankündigung als "verheerend" .



