Verbraucherschützer: Abzocke trotz sinkender Telefonpreise
Telefonieren und Surfen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch im Jahr 2008 günstiger geworden . Privatnutzer zahlten im vergangenen Jahr im Schnitt 3,3 Prozent weniger für Telekommunikationsdienstleistungen als im Jahr 2007. Doch die Telekommunikationsexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Carola Elbrecht, kritisiert die Tricks, mit denen sich Telekommunikationsanbieter ausgefallene Einnahmen wieder hereinholen. "Die Firmen buhlen um die Gunst der Kunden und unterbieten sich deshalb mit scheinbar günstigen Tarifen" , sagte sie der Berliner Zeitung(öffnet im neuen Fenster) . "Doch um die damit verbundenen Einnahmeausfälle zu kompensieren, versuchen sie sich am Kunden schadlos zu halten und nutzen dabei den ein oder anderen Trick."
Service-Hotlines vieler Anbieter seien nur über kostenpflichtige Rufnummern erreichbar. Es sei ein Unding, dass Kunden dafür zur Kasse gebeten würden, dass sie dem Vertragspartner mitteilten, dass dieser seine Leistung nicht erbringt, sagte Elbrecht.
Auch Mailboxanfragen mit dem Handy seien oft kostenpflichtig. Zu den weiteren Tricks zählten automatisch versandte SMS, die ungefragt über eingegangene Anrufe informierten. Ungewollte Onlineverbindungen mit dem Handy, für die oft schnell Beträge um 7 bis 9 Euro anfallen, seien ein erhebliches Ärgernis. "Hier liegt der Verdacht nahe, dass die Telekommunikationsanbieter und Handyhersteller dies bewusst so eingerichtet haben, damit der Kunde möglichst leicht in die Kostenfalle tritt" , so Elbrecht.