Abo
  • IT-Karriere:

Britische Innenministerin will Vorratsdatenspeicherung

Privatunternehmen soll Datenbank einrichten und betreiben

Auch die britische Regierung will künftig Verkehrsdaten ihrer Bürger erfassen und speichern. Die Pläne von Innenministerin Jacqui Smith haben harsche Kritik ausgelöst. Grund ist unter anderem, dass ein Privatunternehmen die entsprechende Datenbank aufbauen und betreiben soll.

Artikel veröffentlicht am ,

Die britische Innenministerin Jacqui Smith plant die Einrichtung einer Datenbank, in der - vergleichbar der deutschen Vorratsdatenspeicherung - alle Telekommunikationsverkehrsdaten gespeichert werden. Das berichtet die englische Tageszeitung Guardian. Die Datenbank, deren Einrichtungskosten auf 12 Milliarden britische Pfund, umgerechnet etwa 12,5 Milliarden Euro, geschätzt werden, soll von einem Privatunternehmen aufgebaut und betrieben werden. So will die Regierung Kosten sparen.

Stellenmarkt
  1. Südwestdeutsche Salzwerke AG, Heilbronn
  2. Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Berlin

Wie in Deutschland stößt die Datenspeicherung auch in Großbritannien auf Kritik. Ken Macdonald, bis Ende Oktober 2008 Leiter der Anklagebehörde von England und Wales, warnte vor einer solchen Datenbank. Auch wenn die Regierung Zugriffsrechte in den Vorschriften festschreiben und erfahrene Minister und Beamte als Aufsicht einsetzen wolle, bedeutet das nicht viel, sagte Macdonald der Zeitung. "Die Geschichte lehrt uns, dass solche Versicherungen auf lange Sicht wertlos sind. Bei der ersten Krise werden die Sperren gelockert."

Die Überwachungsmaßnahmen der Regierungen mögen zwar von Bemühungen um mehr Sicherheit getrieben sein, so Macdonald weiter. "Die Vorstellung einer vollkommenen Sicherheit ist jedoch eine paranoide Fantasie, die alles Lebenswerte kaputtmachen würde. Wir dürfen unsere Freiheiten als autonome menschliche Wesen nicht einer solchen üblen Zukunft opfern", so Macdonald.

Andere sorgen sich um den Schutz der Daten und kritisieren, dass ein Privatunternehmen die Datenbank einrichten und betreiben soll. "Ein Sicherheitsleck in der Datenbank wäre absolut katastrophal", sagte ein Kritiker dem Guardian. Die Skepsis scheint nicht unberechtigt angesichts der verschiedenen Datenpannen in Großbritannien, für die mehrfach externe Dienstleister der Regierung verantwortlich waren, wie im Fall des verloren gegangenen USB-Speichers mit vertraulichen Daten von Strafgefangenen oder im Fall des USB-Sticks mit Nutzerkennungen und Passwörtern für das E-Government-Portal der Regierung, der auf einem Parkplatz vor einer Gaststätte aufgefunden worden war.

Innenministerin Smith verteidigte die Speicherung der Verkehrsdaten. Diese stellten wichtige Beweismittel bei fast allen wichtigen Kriminalfällen dar und würden seit einigen Jahren von den Sicherheitsdiensten bei allen wichtigen Einsätzen genutzt. Wenn die Behörden auch weiterhin die nötigen Daten sammeln sollen, um Kriminelle zu überführen, dann sei es nötig, die Art und Weise, wie sie gesammelt werden, zu ändern, zitiert die Birmingham Post die Ministerin. " Den Status Quo beizubehalten bedeutet, weniger in der Lage zu sein, die Gemeinschaft zu schützen."

Smith hatte im Oktober 2008 ein entsprechendes Gesetz verschoben und stattdessen eine Anhörung angekündigt, bei der die Anforderungen an die Sicherheit und den Schutz der bürgerlichen Freiheit geklärt werden sollen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Avengers - Infintiy War, Game of Thrones)
  2. (aktuell u. a. Dell PowerEdge T30 Minitower-Server 439,00€, Enermax Gehäuselüfter 2er Pack 29...
  3. ab 152,00€
  4. 59,99€

:-) 06. Jan 2009

Hier fragt sich aber, wie die EU-Beschlüsse zustande gekommen sind. Im ersten Anlauf an...

wand 03. Jan 2009

In der Tat: Die Geheimdienste. Nachdem ich lernen mußte, daß verschiedene Geheimdienste...

wand 03. Jan 2009

"Den Status Quo beizubehalten bedeutet, weniger in der Lage zu sein, die Gemeinschaft zu...

wand 03. Jan 2009

Glaubst du allen Ernstes es geht um Terroristen? Ich erzähl dir mal was: Bei fast allen...

Gähn 03. Jan 2009

Steuergeldverschwendung. Stasi 3.0 und das noch in fremder Hand. 1.50 € wette ich das den...


Folgen Sie uns
       


Geräuschunterdrückung von drei ANC-Kopfhörern im Vergleich

Wir haben den neuen ANC-Kopfhörer von Audio Technica gegen die Konkurrenz von Bose und Sony antreten lassen. Im Video sind die Unterschiede bei der ANC-Leistung zwischen dem ATH-ANC900BT, dem Quiet Comfort 35 II und dem WH-1000XM3 deutlich hörbar.

Geräuschunterdrückung von drei ANC-Kopfhörern im Vergleich Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Elektromobilität: Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?
Elektromobilität
Was hat ein Kanu mit Autos zu tun?

Veteranen der deutschen Autoindustrie wollen mit Canoo den Fahrzeugbau und den Vertrieb revolutionieren. Zunächst scheitern die großen Köpfe aber an den kleinen Hürden der Startupwelt.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. EU Unfall-Fahrtenschreiber in Autos ab 2022 Pflicht
  2. Verkehrssenatorin Fahrverbot für Autos in Berlin gefordert
  3. Ventomobil Mit dem Windrad auf Rekordjagd

Jobporträt: Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht
Jobporträt
Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
Von Maja Hoock

  1. Milla Bund sagt Pläne für KI-gesteuerte Weiterbildungsplattform ab
  2. Struktrurwandel IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
  3. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"

    •  /