Sims 3: Doch für Spieleprofis?

Da muss MJ Chun gar nicht mehr groß eingreifen, bevor die ungleichen Geschwister aufeinander losgehen. Mit dem erwartet demütigenden Ausgang für Mo. Nun passieren zwei Dinge: Mary Squabble erhält Achievement-Punkte und eine bessere Laune (die ihr Boni bei weiteren Tätigkeiten des Tages gibt). Bruder Mo aber "verliert einen Freund" und ist fortan deprimiert, was seine weiteren Aktionen weniger aussichtsreich werden lässt.
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Die neuen Charaktereigenschaften und Stimmungen sind es, die Sims 3 spielmechanisch am meisten vom langlebigen Vorgänger unterscheiden. Auch in diesem hatten die Sims ein "Lebensziel", doch ihre Persönlichkeiten waren weit weniger fein abgestuft. In Sims 3 darf nun jeder Spieler mit dem Tool CreateAnySim bis ins Detail kreativ sein und vom Sockenmuster über die Haarspitzenfarbe bis zum Alter (in sechs Stufen) so ziemlich alles beeinflussen. Aus mehreren Dutzend Auffälligkeiten (darunter Glückspilz, mutig, mag Kinder, Partylöwe, Vegetarier, emotional oder Snob) wählt der Spieler bis zu fünf aus – oder lässt noch Platz für "verborgene Charakterzüge". So gibt es laut MJ Chun eine gewisse Chance, dass das Kind zweier Feuerwehrleute die Vorliebe "Pyromane" entwickelt.
Wenn Sims in die Midlife Crysis kommen, ändern sich die Charakterzüge noch einmal. Zu guter Letzt erhält der frischgebackene Sim bis zu fünf Lebensziele zugeteilt, etwa "Will in wahrem Luxus leben". Je schwerer diese zu erfüllen sind, desto mehr Lifetime-Achievement-Punkte erhält der Sim im Erfolgsfall. Und davon kann er sich dann Spezialobjekte leisten. Wie wäre es mit einer "Stahlblase" (erspart lästige Klopausen), dem "Stimmungsmanager" oder einer "Fruchtbarkeitsbehandlung" (erlaubt Drillinge und Vierlinge)? Die Liste der Belohnungen ist deutlich länger als in Sims 2.
Und überall hängen Sims herum, mit denen die eigenen reden, streiten, flirten oder was auch immer können. Einige der Schauplätze, etwa der Friedhof, gehören zur Kategorie "Hasenbau" – frei nach "Alice im Wunderland" verschwindet der Sim darin für mehrere Stunden, um etwa unsichtbar seinem Tagwerk nachzugehen.
Gelegenheitsspieler finden vielleicht Gefallen daran, ein Zebramuster auf jede freie Fläche ihrer Wohnung zu pinseln. Der Profi hingegen schaltet die neue Autonomie der Sims aus und darf sich in schönster Mikromanagementmanier wieder um alles selbst kümmern: Sollte der Sim lieber die Blase leeren oder die Tür aufmachen? Reicht es noch zur Dusche, bevor es zur Arbeit geht? Die Endpunkte der Karriereleitern sind nun illustrer und umfassen beispielsweise Rockstar oder internationaler Topspion.
Von diesem übernimmt es einen Großteil der Onlinefunktionalität: Objekte, Sims oder ganze Haushalte lassen sich tauschen, zusätzlich Filmclips schneiden und hochladen. Ein Multiplayermodus fehlt. Zum geplanten Release im Frühjahr 2009 wird die Kleinstadt Sunset Valley im Spiel integriert sein, weitere Spielwelten sollen kostenlos zum Download erscheinen. ( von Jörg Langer(öffnet im neuen Fenster) )



