Abo
  • Services:

Interview: Selbermachen statt kaufen - Rapid Prototyping

Warum Heimwerken mit Rapid Prototyping subversiv ist

In den USA gibt es derzeit einen Boom, Gegenstände selbst herzustellen: Der technische Fortschritt macht Rapid-Prototyping-Maschinen auch für Normalbürger erschwinglich. Aktivist Bre Pettis erklärt Golem.de die Faszination des Selbermachens.

Artikel veröffentlicht am ,

Rapid Prototyping nennt man Verfahren, mit denen sich Musterbauteile schnell und einfach herstellen lassen. Die Teile werden am Computer entworfen und dann direkt an Maschinen exportiert, die sie aus Kunststoff, Metallstaub oder aus Porzellan aufbauen.

Gedacht war diese Technik für Designer und Entwickler in Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Doch inzwischen gibt es sogenannte 3D-Drucker, die für Privatleute erschwinglich sind. Im Internet haben sich Enthusiasten zusammengefunden, die diese Technik nutzen. Einer von ihnen ist Bre Pettis.

Pettis war früher Lehrer. Heute produziert und veröffentlicht er Videokurse zum Selbstherstellen von Gegenständen. Golem.de traf den Rapid-Prototyping-Aktivisten am Rande des vom Chaos Computer Club veranstalteten 25. Chaos Communication Congress.

Golem.de: Jahrhundertelang haben Menschen mit Sägen, Messern, Nadeln und anderen Werkzeugen Gegenstände hergestellt. Was ist das Neue an Rapid Protoyping?

Stellenmarkt
  1. MorphoSys AG, Planegg
  2. Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG, Stephanskirchen bei Rosenheim

Diese Spielfigur gehört zu Pettis' Lieblingsprodukten (Foto: Bre Pettis)
Diese Spielfigur gehört zu Pettis' Lieblingsprodukten (Foto: Bre Pettis)
Bre Pettis: Natürlich ist Heimwerken nichts Neues. Menschen haben das praktisch schon immer getan, weil sie immer etwas gebraucht haben. Aber in letzter Zeit sind wir davon abgekommen. Wenn die Leute heutzutage etwas brauchen, dann kaufen sie es. Sie gehen lieber einkaufen, als es selbst herzustellen. Das wird mit Rapid Prototyping anders.

Golem.de: Ist das eine neue Qualität des Rapid Prototyping, dass ich nicht mehr einkaufen gehe?

Pettis: Rapid Prototyping hat mehrere Aspekte. Der eine ist, sich zu entscheiden, Dinge nicht zu kaufen, sondern sie selbst herzustellen. Aber Rapid Prototyping bedeutet auch, sie schnell herzustellen. Heute gibt es tolle Werkzeuge, die es ermöglichen, Gegenstände sehr schnell herzustellen. Das Spannende ist, dass heute ein Gegenstand sofort zu Hause entsteht, der früher von einem Unternehmen, das viel Geld damit verdienen wollte, in einer weit entfernten Fabrik hergestellt wurde.

Golem.de: Ist Geschwindigkeit das Entscheidende?

Bre Pettis (Foto: wp)
Bre Pettis (Foto: wp)
Pettis: Geschwindigkeit ist wichtig, denn wenn man etwas haben möchte, will man es normalerweise sofort. Deshalb gilt: schneller ist besser.

Golem.de: Was habe ich davon, wenn ich mit Rapid Prototyping einen Gegenstand selbst herstelle?

Pettis: Zum einen stelle ich das her, was ich haben will. Zum anderen kann ich den Maschinen dabei zuschauen, wie sie mein Produkt machen. Das kann ein Dremel sein, der etwas aus Holz ausschneidet, ein Laser, der Acryl schneidet, oder ein Schneideplotter, der ein Ornament aus Vinyl schneidet. Das ist sehr faszinierend - viel besser als Fernsehen!

Golem.de: Was brauche ich für Rapid Prototyping?

Pettis: Das Wichtigste ist eine Idee, das ist aber auch das Schwierigste. Vielleicht brauche ich einen Ball, weil mein alter gerade kaputtgegangen ist. Oder ich habe eine Idee für einen neuen Brieföffner oder für einen Papierschredder. Was immer es auch sein mag: Ich entscheide selbst, dass ich etwas haben möchte, dass ich bereit bin, es selbst herzustellen, und dann mache ich mich daran.

Das mit den Werkzeugen ergibt sich dann schon. Man fragt einen Freund, leiht oder mietet sie. Man stellt nicht nur etwas Tolles her, sondern lernt dabei auch noch Leute kennen und gründet mit ihnen eine Selbermachen-Community. Das macht zufrieden.

Interview: Selbermachen statt kaufen - Rapid Prototyping 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-78%) 8,99€
  2. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt
  3. (-20%) 47,99€
  4. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

HandreasEitermann 14. Jan 2009

... hat mal wieder den Trend verpennt.

Besserwisser XY 11. Jan 2009

lieber nicht im Namen des Glaubens sind Millonen wenn nicht Milliarden Menschen gestorben...

Besserwisser XY 11. Jan 2009

naja aber auch nur unter der vorrausetzung keine patente keine lizenzen kein...

Besserwisser XY 11. Jan 2009

Jetzt tu bloss nciht so als würde sich beim Magnetmotor nichts verbrauchen, durch die...

Trotzdem 08. Jan 2009

Da ist was dran, auch wenn ich es jetzt auch nicht als DIE Revolution sehe. Aber stellt...


Folgen Sie uns
       


Sony E3 2018 Pressekonferenz - Live (techn. Probleme)

Sony hatte während der Übertragung der Pressekonferenz der E3 2018 massive technische Probleme. Abseits davon waren die gezeigten Spiele aber sehr gut. Trotzdem empfehlen wir, den Abschnitt nach The Last of Us bis zu Ghost of Tsushima zu überspringen. (Minute 40-50)

Sony E3 2018 Pressekonferenz - Live (techn. Probleme) Video aufrufen
Krankenversicherung: Der Papierkrieg geht weiter
Krankenversicherung
Der Papierkrieg geht weiter

Die Krankenversicherung der Zukunft wird digital und direkt, aber eine tiefgreifende Disruption des Gesundheitswesens à la Amazon wird in Deutschland wohl ausbleiben. Die Beharrungskräfte sind zu groß.
Eine Analyse von Daniel Fallenstein

  1. Imagen Tech KI-System Osteodetect erkennt Knochenbrüche
  2. Medizintechnik Implantat wird per Ultraschall programmiert
  3. Telemedizin Neue Patienten für die Onlinepraxis

Automatisiertes Fahren: Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau
Automatisiertes Fahren
Der schwierige Weg in den selbstfahrenden Stau

Der Staupilot im neuen Audi A8 soll der erste Schritt auf dem Weg zum hochautomatisierten Fahren sein. Doch die Verhandlungen darüber, was solche Autos können müssen, sind sehr kompliziert. Und die Tests stellen Audi vor große Herausforderungen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Nach tödlichem Unfall Uber entlässt 100 Testfahrer für autonome Autos
  2. Autonomes Fahren Daimler und Bosch testen fahrerlose Flotte im Silicon Valley
  3. Kooperationen vereinbart Deutschland setzt beim Auto der Zukunft auf China

Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
Windenergie
Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Hywind Scotland Windkraft Ahoi

    •  /