Worlds.com beansprucht Patent auf Onlinewelten

Amerikanisches Unternehmen reicht Klage gegen NC Soft ein

Das amerikanische Unternehmen Worlds.com hat NC Soft verklagt, das Onlinewelten wie City of Heroes betreibt. In dem möglichen Rechtsstreit geht es aber um deutlich mehr - denn Worlds.com beansprucht ein Patent auf "dreidimensionale, grafische, Multi-User-geeignete, interaktive, virtuelle Weltensysteme".

Artikel veröffentlicht am ,

City of Heroes
City of Heroes
Am 24. Dezember 2008 hat Worlds.com vor einem texanischen Gericht Klage gegen die amerikanische Niederlassung des koreanischen Unternehmens NC Soft eingereicht. Laut der Klageschrift verstößt NC Soft gegen ein Patent, das Worlds.com am 3. August 2000 bei der amerikanischen Patentbehörde eingereicht hat und das am 20. Februar 2007 zugesprochen wurde.

Dem Patent zufolge besitzt Worlds.com die Rechte an einem "System und einer Methode, mit der Nutzern die Interaktion in einer virtuellen Umgebung ermöglicht wird." (im Original: "System and method for enabling users to interact in a virtual space"). NC Soft verstoße mit seinen Onlinespielen - etwa City of Heroes und Tabula Rasa - gegen das Patent.

 

In der Klage geht es um mehr als nur einen üblichen Streit zweier Firmen. Im Grunde haben die amerikanischen Behörden Worlds.com mit Patent 7191690 die Rechte an Onlinewelten an sich zuerkannt. Im Abstract heißt es etwa: "Die virtuelle Welt zeigt andere Nutzer als Avatare, die Nachbarn des Nutzers sind, der sich die virtuelle Welt ansieht. Um die Sicht zu aktualisieren und so Bewegungen des entfernten Nutzers darzustellen, werden Informationen zu einem Zentralserver übertragen, der Positionsaktualisierungen an die Clientrechner der Nachbarn des Nutzers überträgt".

Mit seiner Klage verlangt Worlds.com zumindest vorerst nur eine generelle Entschädigung für den Schaden, der dem Unternehmen entstanden sei - eine konkrete Summe steht nicht in der Klageschrift. Vermutlich geht es Worlds.com hauptsächlich darum festzustellen, ob Klagen gegen Betreiber von virtuellen Welten auf Basis des Patents überhaupt vor Gericht durchkommen. Falls ja, könnte es Branchengrößen wie Blizzard mit World of Warcraft oder Electronic Arts mit Warhammer Online an den Kragen gehen, bei denen deutlich mehr Geld zu holen ist.

Dass das Patent zumindest zum Teil auf wackligen Füßen steht, zeigt unter anderem, dass Lineage, eines der Spiele von NC Soft, bereits 1998 und damit zwei Jahre vor der Einreichung von 7191690 veröffentlicht wurde. Allerdings besitzt Worlds.com ein zweites Patent mit dem Titel "Scalable virtual world chat client-server system", das in der jetzt eingereichten Klage (noch) keine Erwähnung findet, aber bereits 1996 erteilt wurde und dem späteren Patent sehr ähnelt.

Worlds.com wurde 1994 gegründet. Die Firma mit Sitz in Brookline (Massachusetts) betreibt laut eigener Aussage virtuelle Welten unter anderem für IBM, aber auch für Plattenfirmen und Musiker wie David Bowie, für Filmfirmen wie MGM und Universal Pictures sowie für eine Stiftung von Regisseur Steven Spielberg.

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Mixwe 01. Jan 2009

In den USA gilt bei Patentstreitigkeiten auch der Prior Act, also ob die patentierte...

RS 31. Dez 2008

Viele Patente im Softwarebereich sind Trivialpatente. Ich weiss gar nicht mehr wie oft...

Darq 31. Dez 2008

Von Chris und Andrew Kirmse in ihrem Keller :) Sie nannten sich Archetype. 3DO hatte das...

bhs 30. Dez 2008

Eigentlich die Idee hinter VR selbst, aber die Online-Verknüpfung der User fehlt. Ich...



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