Abo
  • IT-Karriere:

25C3: Das eigene Mobilfunknetz dank eBay und freier Software

Hacker: Sicherheit gibt es in Mobilfunknetzen nicht

Beim 25. Chaos Communication Congress in Berlin experimentierten Hacker mit einer eigenen Mobilfunkzelle. Dafür bedarf es nur viel Zeit, eines eBay-Accounts und der Kenntnis von Netzwerkprotokollen. Die Hacker konnten so zeigen, wie unsicher Mobilfunknetze sind.

Artikel veröffentlicht am ,

Mobilfunkzelle
Mobilfunkzelle
Die Sicherheit in Mobilfunknetzen basiert vor allem darauf, dass die öffentlich zugängliche Dokumentation ihrer Funktionsweise einen enormen Umfang hat. Mehr als 1.100 PDF-Dokumente mit zusammen mehr als 400 MByte an Daten sind offen verfügbar. Außerdem ist das Erwerben der notwendigen Hardwarebasis ein Problem. Das könnte der normale Mobilfunkteilnehmer zumindest glauben, dabei lässt sich alles Notwendige für das eigene Mobilfunknetz bei eBay erstehen.

Stellenmarkt
  1. Awinta GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. Hays AG, Leipzig

Dort haben die Hacker Harald Welte und Dieter Spaar auch ihre Geräte erworben. Welte kaufte seine Mobilfunkbasisstation schon im Jahr 2006 und experimentierte seither, wann immer er Zeit hatte, mit dem Gerät und einigem notwendigen Zubehör. Spaar stieß später hinzu, sein Gerät erwarb er im September 2008.

Mobilfunkzelle
Mobilfunkzelle
Die beiden arbeiteten an dem Projekt vor allem um aufzuzeigen, wie unsicher GSM-Netzwerke sind. Bisher war der Beweis dafür nicht möglich, weil die Testplattform fehlte. Dies änderte sich am dritten Tag des 25. Chaos Communication Congress (25C3). In einem Vortrag erläuterten die beiden Hacker ihre Tätigkeiten rund um das GSM-Netz. Im Laufe des heutigen Montags soll die Software zum Betrieb einer Basisstation frei im Quellcode zur Verfügung gestellt werden, kündigten die Hacker an.

Immerhin fast 1.000 Kongressteilnehmer testeten das System, das mit einer Sendeleistung zwischen 30 mW und 2 W senden kann. Schon die 30 mW sollen genügen, um viele Teilnehmer zu stören, bei 2 W wird die typische Reichweite im Mobilfunknetz erreicht.

Problematisch ist, dass der Nutzer eines Mobiltelefons nicht erkennen kann, ob er in einem echten Netzwerk eingebucht ist oder in einem Netzwerk, das nur vorgibt, zu einem großen Mobilfunkbetreiber zu gehören. Bei den Experimenten fanden die Hacker zudem etwas Interessantes heraus: Wird die Basisstation mit einem ägyptischen Ländercode betrieben, schalten einige Telefone ihre GPS-Funktion ab. Und das sogar ohne dass sich das Mobiltelefon in diese Zelle einbuchen muss. Offenbar geschieht das, um die Nutzer solcher Telefone zu schützen, da die Nutzung von GPS-Hardware nicht in allen Ländern erlaubt ist.

Folgern lässt sich daraus: Jeder mit einem eBay-Account, Zeit, Hintergrundwissen und dem Willen, sich zusätzlich offen verfügbares Wissen anzueignen, kann sein eigenes GSM-Netzwerk zusammenbauen. Der Betrieb ist natürlich illegal, da die Lizenzen der Frequenzen von der Bundesnetzagentur vergeben werden. Teuer sind die Mobilfunkbasisstationen übrigens nicht. Der Betrieb hingegen kann den Nutzer teuer zu stehen kommen. Welte selbst hat 71 Mobilfunkzellen erworben und bietet sie interessierten Hackern für 300 Euro pro Stück an.

Für Mobilfunkbetreiber bedeutet das möglicherweise, dass sie schnell umdenken und auf die seit langer Zeit kursierenden Warnungen hören müssen. Onlinebanking oder die Bezahlung via Mobiltelefon werden für die Mobilfunkteilnehmer fragwürdig, wenn es im Netzwerk keine Sicherheit gibt. Bislang aber sehen Nutzer es als Selbstverständlichkeit, dass die Nutzung eines Mobiltelefons sicher ist - obwohl sich Betreiber und Hersteller der Systeme kaum Gedanken darüber gemacht haben.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 279,90€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de
  3. (u. a. beide Spiele zu Ryzen 9 3000 oder 7 3800X Series, eines davon zu Ryzen 7 3700X/5 3600X/7...

makooo 17. Aug 2009

Ein IMSI-Catcher gibt sich gegenüber Handys als Funkzelle und gegenüber Funkzellen als...

GastGast 17. Aug 2009

Sorry, aber du hast nix kapiert. Anstatt sich in Sicherheit zu wähnen, solltes Du lieber...

Staatsfreund 17. Aug 2009

Die Bullen nutzen die Geräte auch, also sollte der Bürger diese ebenfalls nutzen.

Nameless 06. Jan 2009

Schön, dass Harald Welte neben gpl-violations.org[1] und seiner Arbeit für freie...

Dafür ! 30. Dez 2008

Helga Fried - das beste Troll wo's gibt !


Folgen Sie uns
       


iOS 13 ausprobiert

Apple hat iOS 13 offiziell vorgestellt. Die neue Version des mobilen Betriebssystems bringt unter anderem den Dark Mode sowie zahlreiche Verbesserungen einzelner Apps.

iOS 13 ausprobiert Video aufrufen
WLAN-Kameras ausgeknipst: Wer hat die Winkekatze geklaut?
WLAN-Kameras ausgeknipst
Wer hat die Winkekatze geklaut?

Weg ist die Winkekatze - und keine unserer vier Überwachungskameras hat den Dieb gesehen. Denn WLAN-Cams von Abus, Nest, Yi Technology und Arlo lassen sich ganz einfach ausschalten.
Von Moritz Tremmel

  1. Wi-Fi 6 Router und Clients für den neuen WLAN-Standard
  2. Wi-Fi 6 und 802.11ax Was bringt der neue WLAN-Standard?
  3. Brandenburg Vodafone errichtet 1.200 kostenlose WLAN-Hotspots

Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

Mädchen und IT: Fehler im System
Mädchen und IT
Fehler im System

Bis zu einem gewissen Alter sind Jungen und Mädchen gleichermaßen an Technik interessiert. Wenn es dann aber um die Berufswahl geht, entscheiden sich immer noch viel mehr junge Männer als Frauen für die IT. Ein wichtiger Grund dafür ist in der Schule zu suchen.
Von Valerie Lux

  1. IT an Schulen Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
  2. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  3. Medienkompetenz Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

    •  /