2008 - Jahr der Datenskandale und der Überwachung

Neue Bürgerrechtsbewegung entsteht

In Bezug auf den Skandal beim Datenschutz war das Jahr 2008 "ziemlich einmalig", meint Peter Schaar, Datenschutzbeauftragter des Bundes. Fast habe man den Eindruck, alle seien Opfer von Datenmissbrauch geworden.

Artikel veröffentlicht am ,

2008 war das Jahr der Datenskandale. Immer neue Fälle, in denen gegen den Datenschutz verstoßen wurde, wurden der Öffentlichkeit bekannt, so der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar zu News.de. Die Privatsphäre müsse besser geschützt werden. Auch wenn sich die Empörung an illegalen Praktiken wie bei der Deutschen Telekom und Lidl entzündete, dürfe nicht vergessen werden, dass auch der legale Datenmarkt massiv wachse. Unternehmen nutzten die gesetzlichen Spielräume voll aus. Der Gesetzgeber müsse sich sputen, damit die geplanten Vorhaben zur Stärkung des Datenschutzes noch in dieser Legislaturperiode in Kraft treten könnten, sagte Schaar.

Stellenmarkt
  1. Agile Coach (all Genders)
    ALLPLAN GmbH, München
  2. Data Scientist*in - HR Analytics
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
Detailsuche

"Nach den Skandalen von 2008 muss 2009 zum Jahr des Datenschutzes werden", so die FDP-Innenexpertin Gisela Piltz. "Überwachungsgesetze wie das BKA-Gesetz, Vorratsdatenspeicherung, die elektronische Gesundheitskarte oder die elektronische Lohnsteuerkarte weisen den falschen Weg und müssen gestoppt werden", sagte Piltz. Kosmetische Reparaturen in der Gesetzgebung reichten nicht aus: Notwendig sei eine grundsätzliche Reform für mehr Datenschutz in der Informationsgesellschaft.

Auch für Petra Pau, die für Die Linke im Innenausschuss des Deutschen Bundestages sitzt, war 2008 das Jahr der Datenskandale. Die Gefahr wachse, dass der grundrechtlich verbriefte Datenschutz irreversibel verloren gehe.

Noch erschreckender als der kriminelle Datenmissbrauch sei die Lethargie der Politik. De facto sei nichts getan worden, um die Gefahren wirklich zu bannen. Ein sogenannter Datengipfel von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe sich als "Hügelchen" erwiesen. Er sei halbherzig gewesen und bislang folgenlos geblieben. Zugleich habe sich der Staat durch die Vorratsspeicherung als "unersättlicher Datenstaubsauger" erwiesen. Der einzige Datenschutz-Lichtblick 2008 sei die Formierung einer neuen Bürgerrechtsbewegung rund um den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. So haben am 11. Oktober 2008 in Berlin zehntausende für demokratische Rechte und Freiheiten und gegen einen drohenden Überwachungsstaat demonstriert.

Golem Karrierewelt
  1. Deep-Dive Kubernetes – Observability, Monitoring & Alerting: virtueller Ein-Tages-Workshop
    10.11.2022, Virtuell
  2. Cloud Competence Center: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Ein-Tages-Workshop
    06.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Mehrheit der Bevölkerung ist dennoch für mehr staatliche Bespitzelung. 57 Prozent der Bürger sprachen sich im November 2008 für Onlinedurchsuchungen durch die Kriminalpolizei aus. Nur 39 Prozent waren grundsätzlich dagegen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


blork42 03. Jan 2009

Schön zu wissen, dass Du keine Ahnung hast. Marx war lediglich Kritiker, was daraus...

MuhMapMee 30. Dez 2008

(kT), nein ich bin kein Nazi, nur so kann mans ja auch vergleichen

LX 29. Dez 2008

...ist wie Gewalt*. Wenn man damit nicht weiterkommt, nehme man einfach noch mehr...

Der Bundesköhler 29. Dez 2008

Das weiß ich auch, aber die gewählten CDU-Abgeordneten repräsentieren genau diese...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Smartwatch
Öffnen der Apple Watch Ultra trotz Schrauben riskant

Die Apple Watch Ultra verfügt über vier Schrauben auf der Unterseite. Nutzer sollten sie nicht lösen, um die Uhr nicht zu zerstören.

Smartwatch: Öffnen der Apple Watch Ultra trotz Schrauben riskant
Artikel
  1. Gegen Amazon und Co.: Frankreich führt Mindestgebühren für Buchbestellungen ein
    Gegen Amazon und Co.
    Frankreich führt Mindestgebühren für Buchbestellungen ein

    Mit einer Mindestliefergebühr will Frankreich kleinere Geschäfte vor großen Onlinehändlern wie Amazon schützen.

  2. Gen.Travel: Volkswagen zeigt autonomes Elektroauto mit Betten
    Gen.Travel
    Volkswagen zeigt autonomes Elektroauto mit Betten

    VW hat eine Autostudie vorgestellt, in der niemand mehr fahren muss. Stattdessen kann gearbeitet, geschlafen oder gefreizeitet werden.

  3. E-Commerce und Open Banking: Big-Tech-Konzerne drängen in den Finanzsektor
    E-Commerce und Open Banking
    Big-Tech-Konzerne drängen in den Finanzsektor

    Open Banking sollte Innovationen fördern. Stattdessen nutzen Amazon, Apple und Google es dazu, ihre Marktmacht auszubauen.
    Eine Analyse von Erik Bärwaldt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • CyberWeek: Gaming-Hardware uvm. • Crucial P2 1 TB 67,90€ • ViewSonic VX2719-PC FHD/240 Hz 179,90€ • MindStar (u. a. MSI MAG Z690 Tomahawk 219€ + $20 Steam) • Apple AirPods 2. Gen 105€ • Alternate (u. a. Chieftec GDP-750C-RGB 71,89€) • Logitech G Pro Gaming Keyboard 77,90€ [Werbung]
    •  /