Muskeln im Spiel - Komplexe in der Realität
Harris ließ weibliche und männliche Probanden einige Fragen über ihr Körpergefühl und ihre Selbsteinschätzung beantworten. Die weiblichen Teilnehmer durften sich anschließend rund 15 Minuten mit einem Beachvolleyballspiel, die männlichen mit WWF Wrestlemania 2000 beschäftigen. In beiden Titeln treten Protagonisten mit Körpern auf, die im echten Leben so kaum vorkommen – die virtuellen Beachvolleyballerinnen verfügen über Playmate-Rundungen, die 3D-Wrestler über breite Schultern und dicke Oberarme.
Nach dem Spielen mussten die Teilnehmer erneut den gleichen Fragebogen ausfüllen. Dabei kam heraus, dass sie sich selbst im zweiten Durchgang deutlich negativer beurteilten als beim ersten Mal. "Es war ernüchternd, dass es solch einen starken Kurzzeiteffekt hat", sagte Harris zu seiner Studie. Er verweist darauf, dass Störungen im Selbstbild auch bei Männern zunehmen – analog zur Magersuchtproblematik bei jungen Frauen, verursacht durch vermeintliche Vorbilder in Filmen, Zeitschriften oder eben Spielen.