Kostenloser Rohdatenentwickler für den Mac. Adobe beherrscht das Feld für die Rohdatenentwicklung von Digitalkameras nicht allein. Zahlreiche Mitbewerber buhlen um die Gunst der Fotografen und versprechen bessere Bildqualität. Einen besonderen Vertreter für Mac-Besitzer haben wir uns genauer angesehen.
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Der Raw Photo Processor (RPP) ist ein kostenloser Rohdatenentwickler und nur für MacOS X erhältlich. Mit dieser Software können RAW-Dateien aus Kameras in gebräuchliche Formate wie TIFF und JPEG umgewandelt werden. RPP wurde von Andrey Tverdokhleb entwickelt und unterstützt zahlreiche Digitalkamera-Rohdatenformate. Die neue Version 3.8.3 arbeitet auch schon mit Canons 5D Mk II, der Powershot G10 und der Panasonic DMC-G1 zusammen. Eine Übersicht(öffnet im neuen Fenster) hat der Entwickler online zur Verfügung gestellt.
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Golem.de hat den Raw Photo Processor gegen Adobe Camera Raw antreten lassen. Selbst in der Standardeinstellung, in der auf den Weißabgleich kein Einfluss genommen wird und die Vorgabe der Kamera genutzt wird, überrascht Raw Photo Processor mit genaueren Bilddetails. Dass Rohdatenkonverter überhaupt unterschiedliche Ergebnisse liefern, liegt an der unterschiedlichen Auswertung der Bayer-Interpolation(öffnet im neuen Fenster). Im Raw Photo Processor sind gleich drei Varianten vorhanden, wobei "half" die Auflösung halbiert.
Die neue Interpolation-Methode VCDMF (Variance of Color Differences) erzielte gegenüber der dritten Variante ein natürlicheres Bild, weniger Artefakte und weniger auffälliges Rauschen. Das Programm speichert Tiffs im Lab- oder RGB-Farbmodus mit 16 oder 8 Bit Farbtiefe und JPEGs. Neben dem relativ ungebräuchlichen Beta-RGB-Farbprofil werden ECI-RGB sowie sRGB und sRGB V4 unterstützt. Anfänger sollten zunächst einmal im sRGB-Farbprofil arbeiten. Eine ausführliche englischsprachige Hilfe weiht den Nutzer in die Vorteile der anderen Profile ein.
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Die restlichen Funktionen des RAW Photo Processors wie Schattenaufhellung, Belichtungs- und Helligkeitskorrekturen sowie Weißabgleichsmodifikationen finden sich auch in anderen RAW-Konvertern. Das Interface stellt die größte Schwäche des Programms dar. Es verwirrt durch ein nicht standardkonformes Layout und zahlreiche zu kleine Bedienelemente.
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Die Arbeitsgeschwindigkeit lässt selbst auf schnellen Prozessoren und mit viel RAM zu wünschen übrig. Die getroffenen Einstellungen können aber gespeichert und auf weitere Bilder übertragen werden, so dass der Konverter unbeaufsichtigt im Batchbetrieb arbeiten kann.
Insgesamt betrachtet schlägt sich der RPP erheblich besser als das Konkurrenzprodukt von Adobe, das in Photoshop und Photoshop Elements seine Arbeit verrichtet. Der Detailgrad ist höher, die Farbanmutung wirkt natürlicher. Einigen Fotografen wird vor allem bei Makroaufnahmen ein Licht aufgehen, wie gut ihre Kamera und ihre Objektive wirklich sind.
Fazit: Die unübersichtliche Programmoberfläche und die gemütliche Arbeitsgeschwindigkeit verleiden die Freude am Raw Photo Processor etwas, doch dafür ist das Programm kostenlos – der Autor bittet aber um Spenden, um die Arbeit am Programm fortsetzen zu können. Die hervorragende Bildqualität entschädigt dafür umso mehr.