Spieletest: Sonic Unleashed - die dunkle Seite des Igels
Segas Maskottchen in neuem Mix aus Action- und Prügelspiel. Auch im Leben von berühmten Igeln passieren unvorhergesehene Dinge: Statt immer nur pfeilschnell über Plattformen und durch Loopings zu rasen, muss sich Segas Vorzeigeheld in Sonic Unleashed plötzlich prügeln – und das im Kostüm eines Werigels.
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Natürlich ist wieder Dr. Eggman schuld! Schon in früheren Sonic-Spielen sorgte der Bösewicht für Probleme, diesmal hat er allerdings ganze Arbeit geleistet – und mit einem Energiestrahl die Erde in mehrere Teile zerlegt. Sonic wiederum bekommt nun die Aufgabe, die Einzelteile wieder zu einem funktionierenden Planeten zu vereinen. Dumm nur, dass der blau leuchtende Held ebenfalls vom Energiestrahl erwischt wurde und infolgedessen immer bei Einbruch der Dunkelheit zum Werigel mutiert, der am liebsten Prügeleien anzettelt.
Das Spielprinzip wechselt regelmäßig zwischen zwei Elementen: der altbekannten Jump-and-Run-Action auf der einen, den Prügeleien auf der anderen Seite. Erstere ist durchweg gelungen: Mit gewohnt hoher Geschwindigkeit steuert der Spieler Sonic durch die Level, rast durch Loopings, springt über Plattformen und Abgründe, sammelt zahllose Ringe ein und muss in Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung treffen, um kein Leben auszuhauchen. Die Grafik wechselt dabei beständig zwischen echtem 3D und der altbekannten 2D-Ansicht.
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Schön: Im Vergleich zu den bislang komplett misslungenen 3D-Abenteuern des Igels funktioniert die Steuerung diesmal problemlos. Insofern ist Sonic Unleashed der erste wirklich geglückte Next-Generation-Auftritt des berühmten Helden. Auch in puncto Abwechslung gibt es kaum etwas zu meckern: Storybedingt reist Sonic durch unterschiedliche Kontinente; durch Dr. Eggmans böses Werk ist der Igel in Afrika ebenso unterwegs wie in China.
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Die Passagen als Werigel hingegen sind enttäuschend: Sonic steuert sich nicht nur behäbiger und langsamer, was an seiner größeren Statur und den langen Gummiarmen liegen mag. Auch die Kämpfe an sich sind eher monoton. Zwar kann der Spieler unterschiedliche Schläge anwenden, neue Moves lernen und Kombos bilden. Nur bringt das alles wenig, wenn blindes Knöpfchenhämmern so gut wie immer auch zum Sieg führt. Zudem nerven die ebenfalls enthaltenen Quicktime-Events, wo es darum geht, schnell die richtige Taste zu drücken. Langzeitmotivation entsteht so nicht; gegenüber den Geschicklichkeitspassagen fallen die nächtlichen Ausflüge qualitativ enorm ab. Auch die Tatsache, dass Sonic sich in Dörfern frei bewegen und Gespräche führen kann, wirkt wie eine aufgesetzte Spielzeitverlängerung; Spaß macht das nicht.
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Optisch gibt es an der von uns getesteten Xbox360-Version nichts auszusetzen: Die Grafik präsentiert sich schnell, bunt und mit witzigen Details – nur an bestimmten Stellen sorgt die ungünstige Kamera für unfreiwillige Tode und erzwingt ein Auswendiglernen des Levels.
Im Handel kostet Sonic Unleashed 60 (Playstation 3 und Xbox 360) beziehungsweise 50 Euro (Wii). Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab sechs Jahren.
Fazit: Nach zuletzt missglückten Anläufen gelingt Sonic diesmal der Sprung in die 3D-Welt – die Jump-and-Run-Passagen kombinieren gekonnt bewährte und neue Elemente, überzeugen mit Spielwitz und beeindruckendem Tempo. Unterm Strich ist Sonic Unleashed trotzdem eher durchwachsen: Vor allem die Passagen als Werigel wirken unausgereift und schmälern den Spielspaß erheblich. Weniger Experimente und mehr Konzentration auf alte Tugenden hätten für ein deutlich besseres Spiel gesorgt.