Nokia und Google setzen die mobilen Trends 2009

Das Google-Handy...
Mit dem G1 hat T-Mobile zusammen mit HTC ein erstes Mobiltelefon mit Android auf dem Markt – zumindest in den USA. In Deutschland kommt das Gerät erst im Frühjahr 2009 in den Handel, ebenfalls exklusiv bei T-Mobile. Ein erster Test des G1 zeigt deutlich, welches Ziel Google mit Android verfolgt: Das Unternehmen will eine mobile Plattform haben, über die Nutzer bequem auf die Dienste von Google zugreifen können. Vor allem die enge Verzahnung von Android mit Googles Diensten sticht deshalb hervor.
Sony Ericsson will ein Mobiltelefon mit Android entwickeln und auch von Samsung und Asus sind laut aktuellen Gerüchten entsprechende Geräte zu erwarten. T-Mobile plant außerdem eine Variante des G1, die unter der Bezeichnung G2 firmiert und ohne echte Tastatur auskommt. Von HTC sind weitere Android-Mobiltelefone zu erwarten.
...und die Antworten darauf
Als Reaktion auf Googles Android entschied Nokia, die Smartphone-Plattform Symbian in eine Stiftung zu überführen und das gesamte Betriebssystem in einem letzten Schritt als Open Source zur Verfügung zu stellen. Zunächst sollen jedoch nur einzelne Komponenten als Open Source veröffentlicht werden. Die weitere Entwicklung rund um die Symbian-Stiftung bleibt im kommenden Jahr spannend. Mittlerweile beteiligen sich immer mehr Hersteller an der Stiftung. Womöglich werden bereits im kommenden Jahr erste Mobiltelefone mit einem Open-Source-Symbian zu sehen sein.
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| Video: HTC Touch Pro – Video (1:13) |
Microsoft hingegen ignoriert den Trend in Richtung Open Source mit seinem Smartphone-Betriebssystem Windows Mobile. Der Konzern setzt trotz der Konkurrenz durch Android und die Symbian-Stiftung weiterhin darauf, dass Gerätehersteller Lizenzgebühren bezahlen, um Mobiltelefone mit Windows Mobile entwickeln und verkaufen zu dürfen. Damit ist Windows Mobile das letzte geschlossene Smartphone-Betriebssystem, das an andere Hersteller lizenziert wird. Bringt das kommende Jahr auch bei Microsoft einen Richtungswechsel?
Bisher ist nicht bekannt, dass es im kommenden Jahr größere Änderungen an Windows Mobile geben wird. Daher wird es Microsofts System immer schwerer haben, sich mit der nicht mehr zeitgemäßen Bedienung gegen die Konkurrenz zu behaupten. Einer der wichtigsten Hersteller von Windows-Mobile-Smartphones war auch im vergangenen Jahr HTC, die aber nun auch auf Android setzen. Das könnte für Microsoft eine harte Bewährungsprobe werden, falls HTC im kommenden Jahr weniger aktiv damit ist, neue Windows-Mobile-Smartphones zu entwickeln.
HTC hatte mit seinem TouchFlo-Konzept im Touch Pro und auch im Touch HD bereits versucht, das angestaubte Windows Mobile optisch aufzupolieren und es leichter bedienbar zu machen. Auch Sony Ericsson ging mit dem Xperia X1 in diese Richtung und setzt auf eine Panel-Bedienung. Beide Ansätze haben aber mit der Basisbedienung von Windows Mobile zu kämpfen, die nicht auf Fingerbedienung ausgerichtet ist.
Mobile Datennutzung mit dem iPhone
Lange vor und erst recht nach dem Marktstart hat Apples iPhone 3G den Mobiltelefonmarkt im zurückliegenden Jahr maßgeblich beeinflusst. Die Kernfunktionen des Geräts haben sich seit dem iPhone der ersten Generation zwar nicht verändert, aber mit dem iPhone 3G gab es einen deutlichen Preisrutsch. Nun konnten sich mehr Menschen das iPhone 3G leisten, obwohl Apples Mobiltelefon im Vergleich zu anderen Handys weiterhin teuer ist. Doch das Kulthandy ist dank Preisrutsch nun immer öfter in Bahnen und Bussen des öffentlichen Nahverkehrs zu sehen.
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| Video: iPhone 3G – Test (2:21) |
Seit es das iPhone 3G gibt, sind Firmwareupgrades erschienen, um Fehler zu korrigieren, aber auch, um von Nutzern gewünschte Funktionen nachzurüsten – besonders dringend war vielen eine Abschaltoption für die Autokorrektur . Eine systemweite Zwischenablage für das iPhone 3G fehlt allerdings weiterhin. Vielleicht reicht Apple die im kommenden Jahr per Firmwareupgrade nach? Hinweise darauf, dass Apple im nächsten Jahr ein neues iPhone-Modell auf den Markt bringen wird, gibt es jedenfalls derzeit keine.
Zudem hat sich bei den mobilen Datentarifen im vergangenen Jahr viel getan: Sie sind im Preis deutlich gefallen und zunehmend setzen sich mobile Datenflatrates durch. Diese Datenflatrates sind im Volumen nicht begrenzt, aber sobald ein bestimmtes Kontingent überschritten wird, reduziert der Anbieter die Bandbreite für den Rest des Monats. Dadurch entstehen dem Kunden keine zusätzlichen Kosten, er kann in jedem Fall den ganzen Monat das mobile Internet verwenden. Bild und RTL bieten außerdem Prepaid-Tarife an, bei denen das entsprechende Portal der Medienunternehmen gratis genutzt werden kann. Das Abrufen von Webseiten jenseits der Portale ist dann kostenpflichtig.
Der App Store und seine Ableger
Zeitgleich mit dem iPhone 3G hat Apple einen zentralen Softwareshop eröffnet, den App Store . Er eignet sich für das iPhone 3G sowie für das iPhone und den iPod touch mit installierter Firmware 2. Dieser App Store ist für Softwareanbieter die einzige Möglichkeit, Applikationen für die beiden Geräte anzubieten. Andere Distributionswege sieht Apple nicht vor. Kunden finden iPhone-Applikationen so über ein einziges Portal. Die Programmanbieter sind aber davon abhängig, ob Apple eine Software freigibt. Denn es ist immer wieder vorgekommen, dass bestimmte Applikationen Apples Segen nicht bekamen – meist ohne Erklärung.
Der zentrale Onlineshop für Mobiltelefon-Applikationen hat auch andere Hersteller begeistert: Mit Android Market bietet Google etwas Vergleichbares für Android-Smartphones. Im März 2009 will auch der Blackberry-Hersteller RIM (Research In Motion) ein Application Center eröffnen. Im Unterschied zu Apple behält RIM aber nur 20 Prozent an den Umsätzen und arbeitet mit PayPal zusammen. SkyMarket heißt das App-Store-Pendant für Windows-Mobile-Geräte, an dem Microsoft arbeitet.
Der Mulitouch-Touchscreen
Obwohl das iPhone bei weitem nicht das erste Mobiltelefon mit Touchscreen war, hat es das Interesse für diese Eingabetechnik deutlich gesteigert, vor allem durch die Multitouch-Technik. Mobiltelefone mit Windows Mobile oder die Treo-Modelle von Palm arbeiten seit jeher mit Touchscreens, allerdings waren die Bildschirme nicht multitouchfähig. Zudem wurden Touchscreens vornehmlich mit einem Stylus bedient, mit dem iPhone rückte der Finger als zentrales Steuergerät in den Mittelpunkt.
Multitouch-Displays blieben jedoch auch 2008 die Ausnahme. RIMs Blackberry Storm besitzt ein solches, das zudem klickbar ist. Damit soll das Fehlen einer echten Tastatur besser ausgeglichen werden. Aufgrund der Touchscreensteuerung wurde das Blackberry-Betriebssystem überarbeitet, das nicht sonderlich intuitive Bedienkonzept blieb dabei allerdings erhalten.
Während ein Teil des Mobiltelefonmarktes auf offene Lösungen setzt, bleibt auch RIM bei seinem geschlossenen System, das sich nur in den Blackberry-Mobiltelefonen wiederfindet. Im kommenden Jahr sind weitere neue Blackberry-Modelle zu erwarten. Spannend wird dabei sein, wie viele der künftigen Blackberry-Geräte mit einem Touchscreen ausgerüstet sein werden und ob es bald ein erstes Touchscreen-Gerät mit echter QWERTZ-Tastatur geben wird.
Im ersten Halbjahr 2009 kommt dann Nokias HSDPA-Smartphone N97 , das eigentlich alles bietet, was der Handyfan heutzutage von einem Topprodukt erwartet. Neben einem Touchscreen besitzt es eine aufklappbare QWERTZ-Tastatur, einen GPS-Empfänger, 32 GByte Speicher und WLAN-Unterstützung. Mit weiteren Touchscreen-Mobiltelefonen von Nokia ist im kommenden Jahr zu rechnen.
Jahr der Entscheidung für Palm und Motorola
Für Motorola hingegen sieht es gar nicht gut aus. Der Hersteller leidet unter einer stark veralteten Modellpalette und hat sich viel zu lange auf dem Erfolg des RAZR-Modells sowie dessen Varianten ausgeruht. Momentan ist nicht bekannt, dass Motorola 2009 bahnbrechende neue Mobiltelefone plant und vielleicht doch noch die Kurve kriegt.
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| Video: Nokia N97 – Trailer (1:10) |
Im vergangenen Jahr brachen die Absatzzahlen von Motorola massiv ein, was sich in einem drastisch verkleinerten Marktanteil auswirkte. Lange Jahre war Motorola im Handymarkt der ewige Zweite hinter Nokia, musste diesen Platz aber im Laufe des Jahres an Samsung abgeben.
Nach vielen Entlassungen in der Vergangenheit verordnet der Konzern seinen Mitarbeitern für 2009 eine Nullrunde beim Gehalt und die geplante Abspaltung der Handysparte muss verschoben werden. Im vergangenen Jahr war Motorola vornehmlich mit sich selbst beschäftigt, neue Produkte waren die Ausnahme.
Zunächst will Palm Anfang 2009 erste Nova-Smartphones vorstellen, die dann wohl bis Juli 2009 in den Regalen stehen werden. Dabei werden vom PDA-Pionier bahnbrechende Neuerungen für das Mobiltelefon der Zukunft erwartet. Sollte es Palm gelingen, diese hohen Erwartungen zu erfüllen, könnte 2009 auch das Jahr der Nova-Smartphones werden.