Abo
  • Services:
Anzeige

Studie: Schlechte Bedingungen bei Chinas IT-Zulieferern

Zwangsüberstunden, Unterbezahlung und Gesundheitsrisiken

Teile vieler Computer werden von Zulieferern und Subunternehmern in China unter unwürdigen Bedingungen hergestellt. Darauf macht eine Studie verschiedener NGOs aufmerksam, für die chinesische Arbeiter befragt wurden.

Zulieferer von Markenherstellern wie Dell, Lenovo oder Fujitsu Siemens produzieren in China unter Bedingungen, die Arbeitsrechte massiv verletzen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Hongkonger Menschenrechtsgruppe Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (Sacom) und die deutsche Organisation Weed (Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung) vorgelegt haben. Sie stellen ihre Studie "The Dark Side of Cyberspace" derzeit in Europa vor, um Konsumenten auf die Produktionsbedingungen von Computern aufmerksam zu machen.

Anzeige

Befragt wurden für die Studie Arbeiter der Zulieferfabriken Compeq Technology in Huizhou, die Leiterplatten (PCBs) unter anderem an Dell und Lenovo liefern, und von Excelsior Electronics in Dongguan. Diese Firma produziert zum Beispiel Hauptplatinen für PCs und Grafikkarten und beliefert damit unter anderem Fujitsu Siemens Computers. Beide Städte liegen im Bereich des Perlfluss-Deltas, eine der Boomregionen Chinas.

Arbeiter in diesen Fabriken mussten sieben Tage in der Woche bis zu zehn Stunden arbeiten. Arbeitsverträge waren zwar abgeschlossen, ihnen aber nicht ausgehändigt worden. Pausenzeiten gab es kaum, Arbeiterinnen berichteten davon, bei der Arbeit vor Erschöpfung eingeschlafen zu sein - was wiederum drastische Strafen nach sich zog. Compeq bezahlte den Arbeiterinnen etwa 565 Yuan monatlich - obwohl der örtliche Mindestlohn mit 580 Yuan festgelegt ist. Das chinesische Arbeitsrecht sieht eigentlich vor, dass die Bezahlung den regionalen Mindestlohn nicht unterschreiten darf.

Die Arbeiter waren laut Studie großen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Sie litten unter Augenproblemen und waren in der Produktion gefährlichen Chemikalien wie Kupfersulfat, Salpetersäure oder Industriealkohol ohne ausreichenden Schutz ausgesetzt.

Die Studie weist darauf hin, dass diese Arbeitsbedingungen nicht nur lokale und nationale Arbeitsgesetze verletzen, sondern auch gegen die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Verhaltenskodizes der Markenunternehmen selbst. "Bei Compeq gibt es sogar Regeln darüber, wie man sich im Unternehmen zu bewegen hat und wie die Haare getragen werden müssen", berichtet Charles Ho von Sacom.

Die NGOs fordern als Konsequenz aus der Studie, dass die Markencomputerhersteller die Zulieferer strenger kontrollieren.

Eine europäische Kampagne mit Namen ProcureITfair soll außerdem dafür sorgen, dass die schlechten Bedingungen bei Zulieferern ins Blickfeld geraten und vor allem bei IT-Ausschreibungen öffentlicher Einrichtungen eine Rolle spielen. Sie sollten, so die Idee der Kampagne, soziale Kriterien zur verbindlichen Vorgabe machen, wenn sie Aufträge vergeben oder Technologie einkaufen.

Eine Studie zu den Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern der Mobilfunkindustrie in Asien war im September 2008 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.


eye home zur Startseite
ITSklave 18. Dez 2008

Ich frage mich warum die Leute immer auf Fujitsu-Siemens rumhacken. Wir haben in der...

Shiva 18. Dez 2008

nix

FULL ACK 18. Dez 2008

der Kommentar von BWL Student kann doch nur ein Witz sein? oder doch nicht? *schauer*

sdgghdf 18. Dez 2008

Klaro, weil "hier" ja auch alle Benutzer _einer_ Meinung sind. Dämliche Aussage. Nicht...

monettenom 18. Dez 2008

Da haben wir genau das gleiche Problem. Die Leute wissen, dass Apple diese Ausbeutung...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Deutsche Telekom AG, Bonn, Darmstadt, Berlin
  2. Ratbacher GmbH, München
  3. LuK GmbH & Co. KG, Bühl
  4. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. DXRacer OH/RE9/NW für 199,90€ statt 226€ im Preisvergleich)
  2. täglich neue Deals

Folgen Sie uns
       


  1. Messenger-Dienste

    Bundestag erlaubt großflächigen Einsatz von Staatstrojanern

  2. Zahlungsabwickler

    Start-Up Stripe kommt nach Deutschland

  3. Kaspersky

    Microsoft reagiert auf Antivirus-Kartellbeschwerde

  4. EA Sports

    NHL 18 soll Hockey der jungen Spielergeneration bieten

  5. Eviation

    Alice fliegt elektrisch

  6. Staatstrojaner

    Dein trojanischer Freund und Helfer

  7. OVG NRW

    Gericht stoppt Vorratsdatenspeicherung

  8. Amazon Echo

    Erinnerungsfunktion noch nicht für alle Alexa-Geräte

  9. PowerVR

    Imagination Technologies steht zum Verkauf

  10. Internet der Dinge

    Samsungs T200 ist erster Exynos für IoT



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Risk: Kein normaler Mensch
Risk
Kein normaler Mensch

WD Black SSD im Test: Mehr Blau als Schwarz
WD Black SSD im Test
Mehr Blau als Schwarz
  1. NAND-Flash Toshiba legt sich beim Verkauf des Flashspeicher-Fab fest
  2. SSD WD Blue 3D ist sparsamer und kommt mit 2 TByte
  3. Western Digital Mini-SSD in externem Gehäuse schafft 512 MByte pro Sekunde

Amateur-Hörspiele: Drei Fragezeichen, TKKG - und jetzt komm' ich!
Amateur-Hörspiele
Drei Fragezeichen, TKKG - und jetzt komm' ich!
  1. Internet Lädt noch
  2. NetzDG EU-Kommission will Hate-Speech-Gesetz nicht stoppen
  3. Equal Rating Innovation Challenge Mozilla will indische Dörfer ins Netz holen

  1. Re: Und wieder mal die SPD

    non_sense | 06:48

  2. Re: Start-up ... 2011

    Squirrelchen | 06:45

  3. Re: Sieht aus wie ein Surface Pro

    schnellschuss | 06:42

  4. Re: Da geht die Vertragsfreiheit dahin (kwt)

    picaschaf | 06:24

  5. Re: Eruierung von Technik und Gegenmaßnahmen

    le_watchdoge | 06:14


  1. 19:16

  2. 18:35

  3. 18:01

  4. 15:51

  5. 15:35

  6. 15:00

  7. 14:28

  8. 13:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel