Interview: "Unterstützt Independent Game Developement!"
Golem.de : Glückwunsch zum ersten Preis! Was für ein Spiel ist Somersault?
Sascha Stammer: Für unser allererstes Projekt, ein Adventure im Comicstil, haben wir leider keine Finanzierung gefunden. Als Team haben wir dann unter dem Namen Polyce als Grafikstudio für verschiedene Firmen gearbeitet. Eigentlich wollten wir aber unser eigenes Spiel produzieren. Also haben wir in heißen Diskussionsrunden ein Konzept ausgearbeitet. Mit Kleinigkeiten wie der Finanzierung oder einem gemeinsamen Arbeitsraum haben wir uns diesmal gar nicht erst aufgehalten.
Über ein Entwicklerforum haben wir einen sehr fähigen Programmierer gefunden, dem unser Konzept gefiel, und der auch bereit war, auf Beteiligungsbasis mit uns zusammenzuarbeiten. Er hat dann auch gleich die passende Engine namens Unity 3D mitgebracht, und so war nur ein paar Tage nach unserem Gespräch der erste Prototyp am Start. Nach ausführlichen Tests waren wir dann überzeugt, dass das Gameplay funktioniert und Spaß macht.
Von da an haben wir in Heimarbeit an unserem Baby gebastelt. Jeder Grafiker hat eine eigene Welt mit mehreren Leveln gestaltet. In wöchentlichen Meetings haben wir die Ergebnisse ausprobiert und diskutiert.
Im Oktober dieses Jahres war es dann so weit: Somersault erblickte als "Gold Version", also als fertiges Spiel, das Licht der Welt. Als unabhängiges Entwicklerstudio Enter-Brain-Ment haben wir das Somersault vorerst nur online veröffentlicht.
Golem.de : Welche Pläne haben Sie künftig – gibt es ein Traumprojekt?
Koziollek: Naheliegend ist zur Zeit eine Umsetzung von Somersault für das iPhone, denn zu unserem Glück ist die Engine genau dazu auch fähig. Außerdem arbeiten wir an einem Gamekonzept, das um einiges größer ist als Somersault. Genaueres dazu können wir noch nicht sagen, außer dass es zunächst für Xbox 360 gedacht ist.
Wir träumen weiterhin davon, uns der Entwicklung innovativer Konzepte widmen zu können. Dies ist jedoch eine Gratwanderung zwischen dem Wunsch, innovative Spielideen auszuprobieren und der Tatsache, dass es klassische Spielkonzepte leichter haben, sich auf dem Markt zu behaupten. Natürlich möchten wir in der deutschen und internationalen Gamesbranche mitspielen, um auch im nächsten oder übernächsten Jahr wieder beim Deutschen Entwicklerpreis mit dabei zu sein.
Golem.de : Was wünschen Sie sich als Newcomer für die Branche?
Koziollek: Unterstützt Independent Game Developement!



