Passvideo statt Passbild
Ziel der Zusammenarbeit zwischen der Berliner Bundesdruckerei und dem koreanischen Displayhersteller Samsung Mobile Display ist, so die Bundesdruckerei, die Entwicklung des Nachfolgers des heutigen Passbildes. Statt eines statischen Bildes soll der Ausweis der Zukunft über ein Aktiv-Matrix-Display mit organischen Leuchtdioden (AMOLED) verfügen, das ein Video abspielt. Darauf soll der Kopf des Inhabers aus verschiedenen Perspektiven zu sehen sein, was den Grenzbeamten die Identifikation erleichtern soll.
Samsung steuert im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit AMOLED-Displays, die Bundesdruckerei ihre Erfahrungen bei der Entwicklung von elektronischen ID-Dokumenten bei.
Die beiden Partner suchen nach Möglichkeiten, die AMOLEDs in unterschiedliche Materialien zu integrieren. Dabei gehe es darum, Dokumente zu entwickeln, die trotz des integrierten Displays dünn, klein, flexibel und robust sind. Daneben sollen bei den Dokumenten neue Methoden zum Schutz der Identität und zur Fälschungssicherheit eingesetzt werden.
"Wir versprechen uns von der Entwicklungszusammenarbeit Zugang zu neuesten Displaytechnologien. Durch die Kooperation sind wir in der Lage, auf Basis modernster Technologien und Materialien innovative Lösungen zu erproben und kurzfristig neue Konzepte und Dokumente vorzustellen", erklärte Bundesdruckereichef Ulrich Hamann.
Den ersten Ausweis mit einem Passvideo haben Bundesdruckerei und Samsung im Mai 2008 vorgestellt. Das Dokument ist 0,7 mm dick und verfügt über ein 0,3 mm dickes AMOLED-Display. Bei dieser Technik liegt hinter jedem Bildpunkt des Displays eine aktive elektronische Schaltung, die mit sehr wenig Strom auskommt. Die Energie für das Display liefert das Lesegerät.
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