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Test: Sparsamer laut - die Xbox 360 "Jasper"

New Xbox Experience lässt sich ohne Speicherkarte und Festplatte installieren. Microsoft überarbeitet regelmäßig die Technik der Xbox 360. Die neue Version der Konsole hat den Codenamen Jasper. Sie geht sparsamer mit Energie um, bleibt aber trotzdem eine laute Konsole, wie der Test bei Golem.de zeigt.
/ Andreas Sebayang
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Microsofts Xbox 360 wird wie fast alle Spielekonsolen regelmäßig überarbeitet. Mit der Jasper – den Namen der neuen Generation verwendet Microsoft normalerweise nur intern – kommt allmählich die neue Hardwareversion in die Läden. Sie soll mittelfristig die intern als Falcon bezeichnete zweite Generation ablösen. Die erste Generation der Xbox 360 dürfte im Handel höchstens noch gebraucht zu erstehen sein.

Äußerlich hat sich an der Konsole kaum etwas geändert. Der Netzteilanschluss weist unterschiedliche Einkerbungen auf. Sie verhindern, dass versehentlich ein falsches Netzteil eingestöpselt wird. Wir konnten an der neuen Jasper-Xbox-360 trotzdem Netzteile von drei Konsolengenerationen anschließen. Das neue 175-Watt-Netzteil funktioniert allerdings unter anderem an Konsolen der ersten Generation nicht.

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Im Inneren hingegen profitiert die neue Fassung der Xbox 360 von einem Die-Shrink der GPU von 90 nm auf 65 nm. Außerdem finden sich 256 MByte Flashspeicher im Gehäuse, die die alte Xbox 360 noch nicht hatte. Dieser ist auf der Arcade-Version ohne Festplatte Voraussetzung für die neue Xbox-Nutzeroberfläche (NXE). Ohne den zusätzlichen Speicher lässt sich das NXE nicht installieren. Bei älteren Konsolen liegt stattdessen eine ausreichend große Memory Card bei, die den Vorteil hat, dass der Spieler sie auch mitnehmen kann. Wer noch eine Arcade mit zu wenig Speicher ersteht, kann zudem am günstigen Speicheraufrüstprogramm teilnehmen.

Der Die-Shrink der GPU von AMD/ATI hat mehrere Vorteile. Für den Kunden bedeutet es, dass seine Konsole Strom spart und weniger Abwärme produziert. Der Hersteller profitiert von kleineren Chips, von denen sich mehr auf den Wafern unterbringen lassen. Außerdem wird der Verschnitt der viereckigen Dies auf den runden Wafern reduziert. Im Endeffekt sinken damit die Produktionskosten.

Auf unserem Testmuster, einer Xbox 360 Arcade, war das NXE noch nicht installiert. Der Installationsvorgang dauert nur einige Minuten, so dass das fehlende Update bei schneller Internetverbindung nicht stört.

Wer gehofft hat, dass die neue Konsole weniger Geräusche von sich gibt, wird enttäuscht. Beim ruhigen Spielen kann das Rattern der Konsole immer noch sehr stören. Die Abwärme aus der Konsole ist dabei nicht besonders problematisch. Sie liegt nach einer halben Stunde bei 39 Grad Celsius GTA 4. Die Vorgänger-Hardwareversion Falcon ist mit 40 Grad Celsius allerdings kaum wärmer. Die Raumtemperatur lag bei 21,5 Grad Celsius. Wir haben bei der Lautstärke der Lüfter keine Unterschiede zur Falcon-Konsole ausmachen können. Wenn eine Spiele-DVD eingelegt ist, sind die Lüfter sowieso kaum noch zu hören. Das Laufwerk ist immer noch deutlich lauter als der Rest der Konsole. Dank des NXE lassen sich Spiele jetzt immerhin auf Festplatte installieren, was die Nerven schont.

Beim Gewicht spart Microsoft nichts. Sowohl die Jasper als auch die Falcon sind ohne Festplatte jeweils knapp 3,2 kg schwer. Das 175-Watt-Netzteil wiegt bei der Jasper 780 Gramm, 20 Gramm weniger als bei Falcon. Die Konsole nimmt allerdings weniger Leistung auf – ein kleineres Netzteil wäre also zumindest theoretisch möglich. Zumindest in den USA sollen Jasper-Konsolen mit einem schwächeren Netzteil ausgeliefert werden.

Für den Test haben wir die Spiele Luxor 2, GTA 4 und die HD-DVD Happy Feet(öffnet im neuen Fenster) genutzt. Außerdem haben wir die Leistungsaufnahme ohne Last gemessen. Die Werte im Menü der Jasper-Xbox liegen um die 87 Watt. Die Falcon lag mit 102 Watt deutlich darüber.

Beim Spielen nimmt eine Konsole naturgemäß die meiste Leistung auf. Die Jasper erreichte bei GTA 4 einen Wert von maximal 107 Watt, bei Luxor 2 waren es nur 96 Watt. Die Falcon frisst deutlich mehr Strom: Hier steigt die Leistungsaufnahme bei GTA 4 auf immerhin 130 Watt in unserer Messung. Der Unterschied zwischen dem Nichtstun und Spielen beträgt bei der Falcon also fast 30 Watt. Bei der Jasper-Konsole sind es nur 20 Watt; unter Luxor 2 wurde mit der Falcon maximal 118 Watt gemessen.

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Den Tiefpunkt haben wir beim Abspielen einer HD-DVD mit 86 Watt bei der Jasper und 95 Watt bei der Falcon gemessen. Wir haben probeweise das Jasper-Netzteil auch an der Falcon laufen lassen und kamen auf etwas geringere Werte, die zwischen 2 und 4 Watt lagen. Ein Teil der Effizienzsteigerung der neuen Xbox 360 geht anscheinend auf das leicht verbesserte Netzteil zurück.

Microsofts Xbox-360-Version Jasper ist bereits im Handel verfügbar. Für den Käufer ist es nicht ersichtlich, ob es sich um eine neue Konsole handelt. Ein Hinweis auf die integrierten 256 MByte Flashspeicher findet sich auch auf der Packung nicht – hier kann auch ein Speichermodul beiliegen. Bei den Festplattenversionen der Xbox 360 lässt sich dies erst recht nicht erkennen.

Wer eine Jasper erstehen will, muss seinen Händler befragen und auf dessen Aussagen vertrauen. Von außen ist die neue Konsole nur an den Einkerbungen des Netzteilanschlusses zu erkennen und, wie Anandtech(öffnet im neuen Fenster) herausgefunden hat, zudem an der angegebenen Stromstärke von 12,1 Ampere, die auch durch die Packung sichtbar ist. Dies betrifft auch unser deutsches Testmuster. Beim Onlinekauf helfen diese Hinweise jedoch nicht.

Fazit:
Wer eine Xbox 360 kaufen will und sich für die Unterschiede der Leistungsaufnahme nicht interessiert, kann bedenkenlos in den Laden gehen und das nächstbeste Modell nehmen. Der Aufwand der Suche der Konsole lohnt sich in diesem Falle nicht, denn auch die Xbox 360 mit dem Jasper-Design bleibt eine laute Konsole. Beim Geräuschpegel hat sich viel weniger getan als erhofft, obwohl die Konsole weniger Leistung aufnimmt und die Spielräume da wären. Die Möglichkeiten, zumindest das DVD-Laufwerk stillzulegen, hat Microsoft schon mit der neuen Systemsoftware eingeführt, die auch für alte Konsolen zur Verfügung steht. Von der Jasper profitiert Microsoft vor allem durch die eingesparten Produktionskosten.


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