World Community Grid wird zur Energieforschung eingesetzt

Wissenschaftler wollen mit Forschungsgrid besserere Solarzellen entwickeln

Wissenschaftler der Harvard Universität haben zusammen mit dem World Community Grid das Clean Energy Project gestartet. Die Harvard-Chemiker wollen die Rechenkapazität des humanitären Forschungsgrids nutzen, um organische Materialien auf ihre Tauglichkeit als Material für Solarzellen zu untersuchen.

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Mit der vereinten Rechenkapazität des Grids wollen die Forscher aus Harvard um Alan Aspuru-Guzik die chemischen Eigenschaften von organischen Stoffen untersuchen, um herauszufinden, ob sie für Solarzellen geeignet sind.

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Mit Hilfe des Grid sei es möglich, neue Materialien mit bestimmten Eigenschaften am Computer zu simulieren, statt sie real herzustellen und dann ihre Eigenschaften in Experimenten zu erforschen, schreiben die Wissenschaftler auf der Website des Clean Energy Projects.

Die Solarzellen, um die es in dem Projekt geht, bestehen nicht aus Silizium, sondern aus Polymeren. Das sind Kunststoffe, die aus Kettenmolekülen oder verzweigten Molekülen bestehen, die wiederum aus gleichen oder gleichartigen Einheiten, sogenannten Monomeren, zusammengesetzt sind. Die Wissenschaftler suchen sich einzelne Monomere aus und variieren sie, beispielsweise indem sie sie durch andere Moleküle ersetzen. So kämen schnell zehntausende von Verbindungen zustande, die zunächst auf einige grundlegende Eigenschaften getestet werden sollen. Anschließend werden die vielversprechendsten Kandidaten sehr detaillierten Simulationen unterzogen. Am Ende, so die Forscher, werden nur noch einige wenige Stoffe übrig bleiben. Diese wollen sie dann im Labor herstellen und realen Tests unterziehen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Prozedur etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Mit einem herkömmlichen Cluster aus Supercomputern würde es zehnmal so lange dauern, ist Aspuru-Guzik überzeugt.

Das 2004 von IBM initiierte World Community Grid soll zum größten Computergrid der Welt ausgebaut werden. Jeder Computernutzer auf der Welt kann Leerlaufzeiten seines Rechners für das Grid zur Verfügung stellen. Derzeit hat es eine Rechenleistung von im Schnitt 179 Teraflops. Das Forschungsgrid steht nach eigenen Angaben ausschließlich gemeinnützigen Organisationen für humanitäre Forschung zur Verfügung. So sollen etwa genetische Codes entschlüsselt werden, die den Krankheitsauslösern von Aids, Alzheimer oder Krebs zugrunde liegen. Außerdem soll die Vorhersage von Naturkatastrophen verbessert und Studien unterstützt werden, die helfen sollen, die Versorgung der Welt mit Nahrung und Wasser sicherzustellen.

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