Pleite, Flucht und Interpol: Stein Bagger ist weg
Der Absturz kam in nur drei Monaten: Im September 2008 wurde der IBM-Reseller IT Factory als bestes IT-Unternehmen Dänemarks ausgezeichnet. Das Beratungsunternehmen Ernst & Young kürte Chef Stein Bagger zum Unternehmer des Jahres. Doch jetzt ist IT Factory pleite. Bagger ist verschwunden und wird von Interpol wegen Betrugs gesucht. Das berichteten mehrere dänische Zeitungen, darunter Politiken(öffnet im neuen Fenster) .
Es scheint, als sei der Erfolg nicht echt gewesen, als beruhten die Traumzahlen auf Betrug. Als der Aufsichtsratsvorsitzende Asger Jensby am 1. Dezember 2008 den über 130 Mitarbeitern den Konkurs bekanntgab, sagte er auch, Bagger habe seine Unterschrift auf Leasingvereinbarungen gefälscht. Der Schaden durch den Betrug soll sich auf gut eine halbe Milliarde dänischer Kronen (umgerechnet etwa 67 Millionen Euro) belaufen.
Neben seinem offiziellen Büro soll Bagger ein zweites, geheimes in einem Hotel nahe dem Unternehmenssitz unterhalten haben, berichtet das Blog Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf dänische Journalisten. Dort sei er seinen betrügerischen Aktivitäten nachgegangen.
Bagger, der Mitglied der Rockervereinigung Hell's Angels sein soll, ist seit dem 27. November untergetaucht. Er verschwand während einer Reise in Dubai. Vor seiner Abreise nach Dubai soll er noch einen Geschäftspartner verprügelt haben. Inzwischen soll sich er auf den Bahamas aufhalten, berichtet die örtliche Tageszeitung Freeport News(öffnet im neuen Fenster) .
Einer der Leidtragenden des Konkurses ist das Profiradrennteam CSC-Saxo Bank: IT Factory sollte laut Politiken(öffnet im neuen Fenster) ab Januar 2009 Hauptsponsor der Mannschaft werden, die von Tour-de-France-Gewinner Bjarne Riis geleitet wird.
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