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Spieletest: Left 4 Dead - das Zombie-Metzel-Multiplayerpaket

Ego-Shooter von Valve mit jeder Menge totem Fleisch. Zombies in der U-Bahn, dem Supermarkt, der Kanalisation, dem Krankenhaus – und auch sonst überall. Kein Wunder, denn nur vier wackere Helden haben sich nicht in untote Mutanten verwandelt. Nun müssen sie ihr Leben gegen Angriffe ihrer Ex-Mitmenschen verteidigen.
/ Peter Steinlechner
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Dann doch lieber im Lotto gewinnen: Lediglich vier Glückliche haben im Ego-Shooter Left 4 Dead das große Los gezogen – sie sind nicht zu Zombies mutiert. Und laufen deshalb nicht als halbvermoderte Untote durch die Straßen, hungrig auf Frischfleisch und Blut. Trotzdem würde das Quartett wohl sechs Richtige in einem anderen Leben bevorzugen, denn statt Saus und Braus müssen sich Francis, Zoey, Louis und Bill gemeinsam gegen Monsterhorden wehren.

Der Spieler übernimmt die Rolle eines Teammitglieds und kämpft sich mit seinen drei Begleitern in der Ich-Perspektive durch vier Kampagnen mit so martialischen Namen wie "Todeszone" und "Blutdurst". Jedes der Kapitel besteht aus fünf Abschnitten, und jeder davon ist sowohl für Spieler im Koop-Modus wie für Einzelspieler vom Start weg direkt zugänglich – auch der große, finale Bosskampf. Wer aufs Tempo drückt, bewältigt jede der Kampagnen ohne allzu viele Schwierigkeiten in weniger als einer Stunde. Allerdings ist der Wiederspielwert etwas höher als bei anderen Titeln, weil ein Zufallsgenerator Elemente wie Gegner, Waffen und Ausrüstung an immer wieder anderen Stellen platziert.

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In Left 4 Dead kämpft der Spieler mit zehn Arten von Schießprügeln gegen meist größere Gegnerhorden – gelegentlich tummeln sich ein paar Dutzend Untote auf dem Bildschirm. Eine echte Gefahr sind solche Massen meist nicht, denn der typische Zombie verträgt so gut wie gar kein Blei und kippt schon nach zwei, drei Treffern aus den untoten Latschen. Als etwas widerstandsfähiger und gefährlicher entpuppen sich einige der Spezialbiester. Boomer etwa sind dickliche Widerlinge, die den Spieler ankotzen – im wahrsten Sinne des Wortes. Der sieht dann hinter einem grünlichen, wabbeligen Blickfeld kaum noch etwas und muss die besonders aggressiv reagierenden Gegner in seiner Nähe auf gut Glück niedermetzeln. Andere Spezialgegner fangen den Spieler mit einer langen Zunge ein – dann kann ihn nur noch eine der anderen Figuren befreien. Besonders gefährlich sind die "Witch"-Zombies, um die der Spieler am besten einen großen Bogen schlägt, denn schon ein Treffer kann tödlich sein.

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Wer alleine antritt, spielt in der Solokampagne einen der vier Protagonisten. Die anderen drei steuert der Computer, der sich dabei ziemlich geschickt anstellt: Die KI-Kumpels folgen selbstständig, nehmen Gegner zielsicher unter Beschuss und heilen den Spieler, sobald dessen Gesundheit zu sehr sinkt. Echte Aussetzer gibt es kaum – aber wenn, dann sind sie meist fatal und der Spieler wird etwa einfach nicht wiederbelebt oder bleibt bis zum virtuellen Tod chancenlos in den Klauen einer Zombie-Zunge.

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Left 4 Dead richtet sich vor allem an Spieler, die im Koop-Modus antreten wollen. Das läuft ähnlich wie der Solomodus ab, nur dass menschliche Mitstreiter in die Rolle der drei restlichen Teammitglieder schlüpfen – wenn keine drei weiteren mitmischen, füllen Bots die Gruppe auf. Kommunikation funktioniert per Teamspeak, zusätzlich gibt es das schon aus anderen Valve-Titeln bekannte Kreismenü, mit dem der Spieler schnell und einfach etwas in die Runde rufen kann.

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Bis zu acht Teilnehmer treten im "Versus"-Modus an. Dann steuern vier Spieler die "Survivors", und maximal vier treten als "Infected" an – also als Boss-Zombie, etwa in Form eines Boomer. Die Untoten kommen als "Geist" ins Spiel und müssen erst ein ruhiges Plätzchen finden – was bedeutet, dass der Spieler viel Zeit damit verbringt, abseits seiner Ziele eine unbeobachtete Ecke zu suchen. Wer dann angreift, beißt leicht und schnell ins Gras. Zwar verfügen die Zombies über einige Spezialfähigkeiten und können teils an bestimmten Wänden hochkrabbeln, aber dafür steckt der Spieler in ihrer Form eben kaum Treffer ein.

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Spieler kämpfen sich durch ein düsteres Krankenhaus, sind in dunklen Kanalisationsrohren unterwegs und selbstverständlich auf einem Friedhof. Quasi alle Umgebungen wirken düster und warten mit versteckten Gegnern auf – in Left 4 Dead ergibt es Sinn, zumindest mal einen Blick in dunkle Ecken zu werfen. Technisch zeigt sich das Alter der verwendeten Source-Engine. Besonders detailreich wirken die Umgebungen nicht, und auch die Zombies sehen teils nur grau und trist aus. Dafür gibt es dank der Taschenlampe schicke Licht- und Schatteneffekte – und außerdem kommen auch langsamere Rechner trotz der teils riesigen Gegnermassen nicht ins Stottern.

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Left 4 Dead ist über den Valve-eigenen Downloaddienst Steam für PC verfügbar. Dort kostet es umgerechnet rund 45 Euro. Derzeit ist nur eine Windows-Fassung verfügbar, allerdings mehren sich Gerüchte, dass Valve eine Linux-Variante plant. Im Einzelhandel ist das Programm auf Xbox 360 für rund 70 Euro und für PC für rund 50 Euro erhältlich. Die Windows-Fassung benötigt neben XP oder Vista einen mit mindestens 3.0 GHz getakteten Pentium 4 und 1 GByte RAM an Speicher. Auf der Grafikkarte müssen sich mindestens 128 GByte RAM befinden, und auf der Festplatte rund 7,5 GByte Speicher frei sein. Als Quasi-Kopierschutz dient Steam, das installiert sein muss.

Hierzulande erscheint Left 4 Dead in einer geschnittenen Version. Unter anderem ist es nicht möglich, Köpfe oder Gliedmaßen per Waffengewalt abzutrennen – Multiplayerspiele sind trotzdem weltweit kompatibel. Die USK hat das Programm ab 18 Jahren freigegeben.

Fazit:
Wer das Zombie-Szenario, Koop-Action und eher schnelle und unkomplizierte Schusswechsel mag: zugreifen! Ein besseres Spiel als Left 4 Dead wird es auf absehbare Zeit für genau diese Zielgruppe nicht geben, zumal Valve langfristig jede Menge Downloadinhalte und Updates anbieten will. Die derzeit größte Schwäche, nämlich magerer Inhalt, dürfte sich also bald erledigt haben. Und auch die nur durchschnittliche Grafik ist kein Nachteil, wenn es um langfristigen Erfolg bei Multiplayer-Fans geht.

Spieler, die als Solist unterwegs sind und eine spannende Kampagne erwarten, können Left 4 Dead einfach auslassen. Die Story ist nicht weiter der Rede wert, und der Umfang viel zu gering. Mit den hochdramatischen Einsätzen etwa eines Call of Duty will das Valve-Werk erst gar nicht mithalten.


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