Britische Musiker bestehen auf Schutzfristverlängerung

Vorwürfe gegen Regierung

38.000 britische Musiker haben eine Videobotschaft an die Adresse von Regierungschef Gordon Brown gesandt. Sie fordern eine Verlängerung der Schutzfrist für Musikaufnahmen, berichtet die BBC.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Musik von der britischen Insel ist seit Jahrzehnten ein Exportschlager. Britische Musiker "sind die besten der Welt" - davon ist zumindest Derek Wadsworth, der unter anderem mit den Beatles, den Rolling Stones und Tom Jones zusammengearbeitet hat, überzeugt. Und den besten Musikern der Welt drohen empfindliche Einnahmeverluste, wenn die britische Regierung sich weiterhin weigert, eine Initiative von EU-Kommissar Charlie McCreevy zur Verlängerung der Schutzfrist für Musikaufnahmen zu unterstützen.

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Wadsworth sagte der BBC: "Das Einkommen, das die Musiker diesem Land gebracht haben, ist ziemlich atemberaubend. Jetzt benötigen wir ein klein wenig Unterstützung von der Regierung, und vielleicht auch ein wenig Dankbarkeit. Stattdessen bekommen wir einen Schlag ins Gesicht und sie bleiben dabei, unsere Kampagne für die Verlängerung der Schutzfrist im Interesse [der Musiker] und ihrer Erben zu ignorieren."

Die britische Regierung will jedoch standhaft bleiben. Sie ist nicht davon überzeugt, dass eine Schutzfristverlängerung tatsächlich den Musikern zugute kommen würde. Ein Sprecher des Kulturministeriums erklärte dazu: "Wir haben Sympathie für das Ziel der EU-Kommission, die Situation von ausübenden Künstlern zu verbessern. Aber wir glauben nicht, dass der auf dem Tisch liegende Vorschlag dazu geeignet ist, dieses Ziel zu erreichen."

Die skeptische Haltung der Regierung wird von Wissenschaftlern unterstützt. Ökonomen und Rechtswissenschaftler aus verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten haben immer wieder darauf hingewiesen, dass mit Ausnahme einiger Stars weniger die Musiker, sondern vielmehr die Plattenfirmen von eine Schutzfristverlängerung profitieren würden. Die Musiker treten ihre Rechte nämlich schon seit Jahrzehnten üblicherweise gegen Einmalzahlungen vertraglich an die Plattenfirmen ab. Wer der Masse der Musiker helfen wolle, so die Wissenschaftler, müsste also eher das Vertragsrecht ändern, um die branchenüblichen "Buy-out-Verträge" abzuschaffen. Davon war jedoch bisher nicht die Rede. [von Robert A. Gehring]

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Captain 01. Dez 2008

Im verwandten Patentrecht wird genau das gemacht, weil es der Wirtschaft nützt. Das...

Peter Meier 01. Dez 2008

Fordern ist ja einfach. Ich bezweifle übrigens, daß wirklich Musiker eine Verlängerung...

sdfsdf 01. Dez 2008

dann reicht auch ne "schutzfrist" von wenigen jahren. wenn ich heute arbeite, bekomme ich...

Leser 30. Nov 2008

vergesst den Vorschlag, ich bin eigentlich für eine Kulturflaterate, und diese wird...



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