Micron verspricht SSD mit 1 Gigabyte pro Sekunde

Flash-Hersteller zeigt Prototyp einer PCIe-Karte

Die Hersteller von Flash-Speichern überbieten sich in den letzten Wochen mit Ankündigungen immer schnellerer Solid-State-Discs. Micron hat nun die Messlatte für professionelle Laufwerke gleich um einige Meter höher gelegt: Beim Lesen soll die neue SSD des US-Herstellers rund 1 Gigabyte pro Sekunde erreichen.

Artikel veröffentlicht am ,

Bisheriger Spitzenreiter in der Geschwindigkeit von SSD-Laufwerken ist Intel. Deren extrem teure SSD aus der Extreme-Serie "X25-E" kratzt mit einer Lesegeschwindigkeit bei sequenziellen Transfers von 250 MByte/s und Schreibraten von 170 MByte/s an der Grenze des SATA-Standards für 3 GBit/s.

Während Intels SSDs schon verkauft werden - und das Unternehmen im letzten Quartal 200 Millionen US-Dollar damit umsetzen konnte -, ergehen sich andere Flash-Hersteller noch in Ankündigungen wirklich schneller Laufwerke. Samsung beispielsweise hatte bereits im Mai 2008 seine SSD mit 200 MByte/s Schreibrate und noch schnelleren Lesefähigkeiten vorgestellt und meldete im November 2008 die Serienfertigung. Kaufen kann man dieses Laufwerk aber noch nicht.

Das gilt auch für Microns SSD, die das Unternehmen nun dem Trend zum viralen Marketing folgend in einem Youtube-Video vorgestellt hat. In einem Micron-Blog hat das Unternehmen sein Video auch verlinkt. Der Clip stammt von Micron-Mitarbeiter Dean Klein, der seinen Kollegen Joe Jeddeloh, Direktor des Entwicklungslabors von Micron, an seinem Arbeitsplatz gefilmt hat.

 
Video: Microns Turbo-SSD

Jeddeloh zeigt darin zunächst zwei PCI-Express-Karten, die Klein als "Washington" bezeichnet, was vermutlich der Codename des Produkts ist. Mit dem Benchmark IOmeter, bei dem man die Zugriffsmuster sehr genau einstellen kann, erreicht eine dieser Karten Leseraten von 800 Megabyte pro Sekunde und wäre damit mehrfach schneller als die Intel-SSDs. Besonders eindrucksvoll: Bei zufälligen Zugriffen, auch beim Schreiben, mit 2 Kilobyte großen Datenblöcken soll das Laufwerk 80.000 I/O-Operationen pro Sekunde schaffen.

Die SSD ist dem Video zufolge aus Flash-Bausteinen nach dem Standard ONFI 2.0 aufgebaut, den Micron in seinem Joint Venture mit Intel zusammen entwickelt hat. Der Controller der Laufwerke steuert die Speicherbausteine über acht Kanäle parallel an. Ob es sich bei den Flash-Chips um SLC- oder die billigere MLC-Bauweise handelt, verrät Micron nicht.

Nicht im laufenden Betrieb, aber immerhin als glaubwürdiger Prototyp in der Hand des Entwicklers, zeigt Joe Jeddeloh auch zwei dieser SSDs auf einer PCIe-Karte vereint. Somit stehen 16 Kanäle zur Verfügung, das Laufwerk kommuniziert über einen x8-Slot mit dem PC. Es soll Jeddeloh zufolge 1 Gigabyte pro Sekunde beim Lesen erreichen und "mindestens 200.000 IOPs", also Ein- und Ausgaben pro Sekunde. Damit eignen sich solche Lösungen, die es auch von anderen Herstellern mit geringeren Geschwindigkeiten gibt, auch für Datenbankserver, wo viele Zugriffe auf kleine Dateien erfolgen.

Weitere Angaben, etwa zur Schreibgeschwindigkeit - das billigere MLC ist hier viel langsamer als SLC -, machte Micron nicht. Zum Preis gibt es ebenfalls noch keine Informationen, und zur Verfügbarkeit meinte Jeddeloh nur: "Coming to you soon."

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k9 06. Jan 2009

Zitat:"...und zur Verfügbarkeit meinte Jeddeloh nur: "Coming to you soon." (nie...

drmaniac_ 29. Nov 2008

auf was für einer SSD. SLC? ;) Ja, Vista passt auch auf 8GB drauf. Mann muss nur ein...

Schaeubles... 27. Nov 2008

Irgendwo hab ich das schonmal gesehen. So ein 5,25"-Teil, wo man normale RAM-Bausteine...



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