ADAC: Gefährliche Ablenkung durch Navigationssysteme
Autofahrer leiden zunehmend unter visueller Überforderung, meint der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC). Navigationsgeräte, die fest an der Mittelkonsole oder mit einem Saugnapf an der Frontscheibe befestigt sind, seien ein Beispiel dafür. "Die Orientierungshilfen sind bei der Suche nach Adressen oder Parkflächen im Großstadtbereich hilfreich und nützlich, aber auf Fahrten über Land oder auf Autobahnen können die vielfältigen Informationen, die die Geräte bieten, schnell ablenken", so der ADAC, der sich auf Helmut Wilhelm von der Universitätsaugenklinik Tübingen beruft. Dies könne zu großen, oft unterschätzten Gefahren im Straßenverkehr führen.
Auch das Einstellen eines Radiosenders bewirke, dass die Augen von der Straße ins Innere des Fahrzeugs wandern. Wer den Blick nur eine Sekunde lang auf Radio oder Navigationsgerät wirft, legt bei einer Autobahnfahrt mit 150 km/h mehr als 40 Meter zurück, ohne sich auf den Verkehr zu konzentrieren.
ADAC-Sprecherin Katharina Bauer will aber keine allgemeine Navi-Warnung aussprechen. Sie sagte Golem.de: "Wir warnen auf alle Fälle nicht vor Navigationsgeräten. Es geht aber darum, das Wageninnere nicht mit Informationen zu überladen." Die Geräte seien "gut und hilfreich". Doch ein "wachsendes Angebot von immer mehr Zuwachsfunktionen zu Landschaft und Leuten" könne zur gefährlichen Ablenkung werden, erklärte Bauer.
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