Handymarkt: Motorola nur noch auf dem vierten Platz
Im dritten Quartal 2008 hat Nokia auf dem Handymarkt insgesamt knapp 118 Millionen Mobiltelefone verkauft und damit einen Marktanteil von 38,2 Prozent erreicht. Das teilten die Marktforscher von Gartner mit. Damit lag Nokia richtig, die Prognose für das dritte Quartal 2008 vor zwei Monaten nach unten zu korrigieren. Zunächst hatte das Unternehmen für das dritte Quartal 2008 einen ähnlich hohen Marktanteil wie im zweiten Quartal 2008 erwartet, als Nokia auf 39,5 Prozent kam. Dann ging es aber von einem leicht rückläufigen Marktanteil aus.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte Nokia seinen Marktanteil leicht steigern. Vor einem Jahr lag er bei 37,8 Prozent. Damit führt Nokia den Handyweltmarkt weiterhin uneinholbar an. Auf dem zweiten Platz liegt Samsung mit einem Marktanteil von 17,1 Prozent. Mit dem Absatz von knapp 53 Millionen Mobiltelefonen konnte der Hersteller seinen Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessern, damals waren es noch 14,4 Prozent, was aber für den zweiten Platz reichte. Motorola folgte mit geringem Abstand.
Im dritten Quartal 2008 hat Samsung einen deutlichen Abstand zur Konkurrenz aufgebaut. Mit einem Marktanteil von 8,1 Prozent und 24,85 Millionen verkauften Mobiltelefonen folgt Sony Ericsson dahinter auf dem dritten Platz. Im Vergleich zum Vorjahr musste der Hersteller Einbußen bei den Verkaufszahlen und auch beim Marktanteil hinnehmen. Gleichwohl konnte Sony Ericsson Motorola überrunden, das noch vor einem Jahr den dritten Platz innehatte und sich im dritten Quartal 2008 mit dem vierten Platz begnügen muss.
Noch vor einem Jahr verkaufte Motorola im dritten Quartal fast 38 Millionen Handys. Im zurückliegenden Quartal waren es nur noch 24,63 Millionen Geräte, was lediglich einem Marktanteil von 8 Prozent entspricht. Allerdings droht Motorola ein weiteres Abrutschen auf den fünften Platz, denn LG attackiert den schwächelnden Handygiganten bereits. Durch starke Zuwächse kam LG auf 24,07 Millionen abgesetzte Mobiltelefone und schaffte damit einen Marktanteil von 7,8 Prozent.
Sollte LG weiter zulegen, Sony Ericsson sich stabilisieren und Motorola weiter sinkende Absatzzahlen verzeichnen, droht Motorola das Abrutschen auf den fünften Platz im weltweiten Handymarkt. Einige Jahre lang war Motorola der ewige Zweite hinter Nokia im Handymarkt. Aber seit ein paar Jahren hat die Handyabteilung von Motorola mit hohen Verlusten zu kämpfen. Zudem lassen neue Mobiltelefone von Motorola auf sich warten.
Der gesamte Handymarkt konnte im dritten Quartal 2008 erneut zulegen und wuchs um sechs Prozent. 308,53 Millionen Handys wurden in diesem Zeitraum weltweit verkauft, ein Jahr zuvor waren es noch 291,14 Millionen. Für das laufende vierte Quartal 2008 erwartet Nokia, dass der gesamte Handymarkt auf einen Absatz von 330 Millionen Geräte kommt. Für das Gesamtjahr geht Nokia außerdem davon aus, dass alle Handyhersteller zusammen 1,24 Milliarden Geräte verkaufen können. Zuvor lag die Prognose bei 1,26 Milliarden verkauften Handys.
In Westeuropa wurden 43,5 Millionen Geräte im dritten Quartal 2008 verkauft. Die Anzahl lag damit unter den 47,2 Millionen Handys im Vorjahreszeitraum. Es wurden vor allem weniger Geräte ausgetauscht, da die Verbraucher durch die allgemein hohen Lebenshaltungskosten belastet waren und darüber hinaus in langfristigen Mobilfunkverträgen gebunden sind. Dies wird den Markt auch im vierten Quartal des Jahres beeinflussen, meinen die Analysten von Gartner.


