Valve will Spieler-Gehirnströme bei Entwicklung auswerten
"Momentan müssen wir an unsere Ergebnisse kommen, indem wir Spieler einfach nur beobachten, und dann raten, welche Dinge sie wie beeinflussen", schreibt Newell. "Aber es gibt neue Technologien, mit denen wir Spieler an EEG-Geräte anschließen und so direkten Zugriff auf ihre körperlichen Reaktionen bekommen". EEG steht für Elektroenzephalografie – eine Diagnosemethode aus der Neurologie, die Gehirnaktivitäten durch Aufzeichnung der Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche misst. Newell verspricht sich davon, "die Entscheidungen deutlich analytischer zu treffen, mit denen wir versuchen, die Achterbahn der Gefühle für den Spieler zu entwickeln."
Valve hatte bereits bei seinem ersten, 1998 veröffentlichen Ego-Shooter Half-Life stärker als damals üblich wissenschaftliche Methoden für die Spielentwicklung verwendet. So kamen bei der Platzierung von Munitionskisten und Medipacks statistische Auswertungen zum Einsatz. Üblich war damals bei den meisten anderen Teams, dass die Entwickler derlei selbst mühsam in vielen Probespielen von Hand erledigten.
Ganz neu wäre der Einsatz von EEGs bei der Spieleentwicklung nicht. Unter anderem arbeitet das Game and Media Arts Laboratory des schwedischen Blekinge Institute of Technology mit dem Verfahren.