Test: Samsung M8800 Pixon mit 8-Megapixel-Kamera
Die Kamera bietet eine Anfangsblendenöffnung von F2,6. Der Wert liegt bei dem, was viele kompakte Digitalkameras bieten. Überaus lichtstark ist das Objektiv nicht, was sich bei schummeriger Partyatmosphäre schnell negativ bemerkbar macht. Immerhin kann der Nutzer die ISO-Einstellungen ändern oder einen Blitz zuschalten. Samsung setzt dabei nicht auf Xenon-Technik, sondern nutzt ein 2faches Hochleistungsfotolicht, das einem Xenon-Blitz in etwa ebenbürtig ist.
Die Bedienung der Kamera erfolgt über den Touchscreen. Links und rechts des Motivs finden sich verschiedene Symbole, so dass sich Einstellungen wie Aufnahme- und Programmmodus, Blitz hinzuschalten, mittenbetonter und Spot-Autofokus oder Kontrast mit einem Fingerstreich ändern lassen. Die Kamera-Menüführung ist also gut gelöst.
Der Touchscreen reagiert zuverlässig und führt den jeweiligen Befehl zügig aus. Die Bildqualität ist gut, die Schärfe überzeugt, die Farbwiedergabe wirkt natürlich. Allerdings fangen großflächige Farbpartien im Bild recht schnell zu rauschen an, wenn das Foto bei schlechten Lichtverhältnissen aufgenommen wird. Schade, dass es lange drei bis vier Sekunden dauert, bis ein Schnappschuss auf den nächsten folgen kann. Solange braucht die Kamera, um das erste Bild zu speichern und für die nächste Aufnahme zur Verfügung zu stehen.
Der Fotobrowser
Neu gestaltet ist der Samsung-Fotobrowser. Im Mobiltelefon befindet sich ein Lagesensor, der bewirkt, dass der Bildbetrachter mittels Kippbewegung von einem Foto zum nächsten wechselt. Das funktioniert recht gut, allerdings ist der Sensor sehr sensibel eingestellt, so dass eine stärkere Kippbewegung die Fotos durchsausen lässt. Ideal ist dieser Anzeigemodus daher vor allem zum schnellen Durchsuchen großer Fotomengen. Wer es langsamer angehen möchte, kann mit dem Finger durchscrollen. Allerdings agiert der Touchscreen hier nicht so flüssig, sondern etwas ruckelig.
Foto-Memo-Funktion und Gesichtsverlinkung
Neu sind auch die Funktionen Foto-Memo-Funktion und Gesichtsverlinkung. Die Foto-Memo-Funktion ermöglicht, Bilder mit Textbotschaften oder Zeichnungen zu versehen. Dazu wird ein weißer Rahmen um das Bild gelegt, auf dem der Fotograf sich Notizen machen kann. Viel Platz ist dafür nicht vorgesehen – mehr als ein paar Worte finden kaum Platz. Die Gesichtsverlinkung soll die Suche nach Personenbildern im Fotobrowser vereinfachen. Wenn auf dem Foto ein bestimmter Mensch zu sehen ist, fahndet die Suche nach allen anderen gespeicherten Aufnahmen dieser Person. Voraussetzung ist ein entsprechender Tag mit dem Namen. Im Test hat die Kamera allerdings kein einziges Gesicht identifiziert und für die Verschlagwortung vorgeschlagen. Da dies in der Praxis nicht automatisch funktioniert, besteht die Möglichkeit, die Gesichter manuell zu kennzeichnen.
Zudem hat Samsung einen rechnerischen Bildstabilisator integriert, den die Koreaner Advanced Shake Reduction (ASR) nennen. Er verhindert Verwackler, muss jedoch manuell zugeschaltet werden. Gleiches gilt für Wide Dynamic Range (WDR), eine Funktion, die dafür sorgt, dass starke Kontraste im Bild ausgeglichen und Bilder möglichst optimal belichtet werden. Diese Funktion empfiehlt sich vor allem an Sonnentagen, wenn starke Schattenpartien von Gebäuden oder Bäumen und sehr helle Flächen wie der Himmel gleichzeitig fotografiert werden.
Die Kamera bietet außerdem Funktionen, um auf Gesichter scharfzustellen, und im Lächelmodus löst sie nur aus, wenn die Menschen auf dem Bild freundlich gucken. Solange eine Person mit grimmiger Miene zu erkennen ist, wird nicht ausgelöst. Lässt der Nutzer den Auslöser los und drückt ihn dann sofort erneut, bekommt er aber sein Bild. Dahinter steckt die Philosophie: Ein Bild mit einem (oder mehreren) Miesepetern ist immer noch besser als gar kein Bild. Neben dem Lächelmodus gibt es wie schon beim LG Renoir einen Blinzelmodus, der warnt, falls während der Aufnahme die Augen geschlossen waren.
Das 108 x 55 x 13,8 mm messende Handy ist mit einem UKW-Radio mit RDS-Unterstützung sowie einem Mediaplayer bestückt. Letzterer versteht die Musikformate MP3, AAC, AAC+ sowie e-AAC+ und Videos der Formate MPEG4, WMV, DivX, XviD, H.263 sowie H.264. Der interne Speicher fasst 200 MByte und auf einer Micro-SD-Karte können Daten ausgelagert werden. Das Mobiltelefon unterstützt dabei Kartenkapazitäten von bis zu 8 GByte.
Neben den Multimediafunktionen bietet das Samsung 8800 Pixon auch den HTML-Browser Netfront 3.5 von Access. Surfen bereitet damit jedoch kein Vergnügen, da die Darstellung nicht nutzerfreundlich ist. Denn einen Gesamtüberblick über eine Webseite bietet der Browser nicht, wie es die Konkurrenz vormacht. Ein E-Mail-Client ist ebenfalls vorhanden. Zudem findet sich im Menü ein Extrapunkt Google, hinter dem sich der Zugriff auf die Suche, auf Google Mail und Google Maps versteckt.
Display und Tastatur
Als Sucher dient der 3,2 Zoll große TFT-Touchscreen, über den das Mobiltelefon auch bedient wird. Bei einer Auflösung von 240 x 400 Pixeln werden darauf bis zu 262.144 Farben dargestellt. Die Darstellung ist in Ordnung, kleine Icons fransen zum Rand hin jedoch ein wenig aus. Bei greller Sonne ist auf dem Touchscreen, der im Kameramodus als Sucher fungiert, kaum noch etwas zu erkennen.
Unterhalb des Touchscreens befindet sich eine runde Taste. Beschriftet ist sie nicht, so dass sich dem Nutzer ihre Bedeutung nicht automatisch erschließt. Erfahrene Nutzer erwarten hier einen 5-Wege-Navigator, diese Funktion bietet der runde Knopf jedoch nicht. Seine einzige Funktion besteht darin, in den Menüs jeweils einen Schritt zurückzugehen. Rechts und links neben der Zurück-Taste befinden sich zwei Knöpfe für die Annahme sowie das Beenden von Telefonaten.
Wer eine Nachricht verfassen will, muss seine Eingaben über den Bildschirm machen, was weniger komfortabel ist als die Bedienung über eine Tastatur mit echten Tasten. Erschwerend kommt hinzu, dass die virtuelle Tastatur nur drei Buchstaben pro Zifferntaste zeigt – ganz wie bei einer echten Handytastatur. Eine QWERTZ-Tastatur lässt sich nicht einstellen. Alternativ hat der Nutzer nur noch die Möglichkeit, eine Handschriftenerkennung zu aktivieren, die jedoch manchen Buchstaben nicht korrekt erkennt.
Proprietäres Betriebssystem und Widgets
Als Betriebssystem setzt Samsung beim 8800 auf eine proprietäre Eigenentwicklung. Der Startbildschirm zeigt am unteren Rand nur vier Icons, um das Tastenfeld zu aktivieren, das Telefonbuch aufzurufen, in die Nachrichtenzentrale zu gelangen und die Menüübersicht zu starten. Das Gerät kann mit Widgets umgehen und Samsung hat 19 davor vorinstalliert. Weitere kann sich der Nutzer unter samsungmobile.com herunterladen. Die Widgets verstecken sich hinter einer Reiterleiste, die mit einem Pfeil gekennzeichnet ist. Will der Anwender eine Widget-Funktion aufrufen, muss er erst das entsprechende Widget auf den Hauptbildschirm ziehen, bevor die Anwendung startet. Theoretisch lassen sich beliebig viele Widgets auf die Oberfläche ziehen, dies sieht jedoch sehr schnell unübersichtlich aus. Eine optisch schönere Lösung hat Sony Ericsson mit seine Panels vorgestellt, die ebenfalls direkten Zugriff auf häufige Funktionen bieten.
Das Samsung-Mobiltelefon kommt auf ein Gewicht von 121 Gramm. Im GSM-Betrieb soll der Akku bis zu 4,5 Stunden durchhalten, während der Akku im UMTS-Betrieb bereits nach 4 Stunden leer ist. Die Bereitschaftsdauer des Akkus beträgt im UMTS-Modus maximal 15 Tage und im GSM-Netz bis zu 16,5 Tage. Der Test ergab, dass bei Dauereinsatz der Kamera der Akku schwächelt. Wer den ganzen Tag Fotos macht, muss das Gerät am Ende des Tages bereits wieder an die Steckdose hängen. Wer seine Fotos mit Geotags versieht, schafft keinen ganzen Tag mit einer Akkuladung. Diese Leistung enttäuscht.
Samsung will das M8800 Pixon Ende November 2008 bei O2 für 499 Euro ohne Vertrag auf den deutschen Markt bringen. E-Plus wird das Gerät Anfang 2009 anbieten. Vodafone und T-Mobile haben das Pixon derzeit noch nicht in ihr Programm aufgenommen. Eine Micro-SD-Karte mit 1 Gigabyte ist im Lieferumfang enthalten.
Fazit:
Die Auswahl an 8-Megapxiel-Kamerahandys wächst stetig, doch das Pixon muss sich hinter der Konkurrenz nicht verstecken. Das M8800 bietet viele gute Kamerafunktionen und macht Fotos, die in puncto Kontrast und Farbe durchaus die Realität wiedergeben. Zudem lässt sich die Kamera gut bedienen, die Foto-Memo-Funktion, die Notizen auf einem Foto erlaubt, und der Fotobrowser sind eine echte Bereicherung des Kamerahandys. Schade, dass Samsung bei den GPS-Funktionen und dem Akku gespart hat: Eine GPS-Navigation ist nicht einmal rudimentär vorhanden, der Akku ist nach einem Tag intensiven Fotografierens am Ende.
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