Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Markt für DVD-Filme geht in den USA zurück

Warner Brothers: "Für Blu-ray geht es nun um alles oder nichts". Der US-Markt für Kinofilme auf DVD geht zurück. Doch auch das Nachfolgemedium Blu-ray kann dort nicht wie erwartet punkten.
/ Achim Sawall
82 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

In den USA ist der Verkauf von DVD-Kinofilmen rückläufig. Das geht aus Zahlen hervor, die das Filmstudio Warner Brothers, der größte Anbieter des Landes, veröffentlicht hat(öffnet im neuen Fenster). Demnach gehen 2008 die Verkaufszahlen um 4 Prozent zurück, am stärksten im Monat Oktober. Die DVD-Verwertung ist für die Filmemacher entscheidend: Bis zu 70 Prozent des weltweiten Umsatzes mit einem Film generiert Hollywood inzwischen aus dem DVD-Verkauf.

Das Marktforschungsunternehmen Nielsen berichtet in dem VideoScan-Report für das dritte Quartal sogar einen Rückgang von 9 Prozent. Bei hochpreisigen Produkten soll der Einbruch sogar 22 Prozent betragen. Im Nielsen VideoScan fehlen jedoch die Angaben des größten US-Einzelhandelskonzern Wal-Mart.

Schuld an dem DVD-Verkaufsrückgang sei nicht nur die Finanzkrise in den USA, sondern auch eine Unmenge von Direct-to-DVD-Produktionen zweifelhafter Qualität, das drücke die Preise.

Der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) in Deutschland berichtete am 17. November 2008, der Kaufmarktumsatz habe in den ersten drei Quartalen 808 Millionen Euro erreicht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden 815 Millionen Euro erreicht. Der Videovermietmarkt ging mit 189 Millionen Euro Umsatz (2007: 192 Millionen Euro) ebenfalls geringfügig zurück.

Der Gesamtmarktumsatz aus dem Verkauf und Verleih der Bildtonträger lag mit 997 Millionen Euro nach neun Monaten bereits fast auf Vorjahreshöhe von 1,007 Milliarden Euro 2007. Weiter konnten bis Ende September 2008 insgesamt 1,2 Millionen HD-Bildtonträger verkauft werden, von denen der größte Teil dem Blu-ray-Standard zuzurechnen sei.

Sony-Chef Howard Stringer erklärte(öffnet im neuen Fenster), der Konzern könne in diesem Jahr trotz Preissenkungen das angestrebte Ziel von fünf Millionen Blu-ray-Playern weltweit nicht erreichen.

Laut Warner Brothers verfehlt das DVD-Nachfolgeformat die angepeilte Wachstumsmarke um 25 Prozent. 57 Prozent der DVD-Kunden warten laut einer aktuellen Marktstudie, auf die sich die New York Times beruft, noch ab, ob sich Blu-ray tatsächlich durchsetzt. Dabei sind Player in den USA in diesen Tagen schon für 128 US-Dollar zu haben. "Wir sind der Meinung, dass es für Blu-ray nun um alles oder nichts geht", sagte Ron Sanders, Präsident von Warner Home Video, der Zeitung. "Wir müssen das Produkt als Hit für die Feiertagssaison verankern." Besser als erwartet verkauft haben sich Filme in den USA wie "Hellboy II" und "Der unglaubliche Hulk" mit Edward Norton.

Niels Leibbrandt, Marketingchef der Sony-Europazentrale, sagte Golem.de, viele Kunden in Deutschland müsse erst einmal das Thema HDTV erklärt werden, um die Vorzüge von Blu-ray-Scheiben zu veranschaulichen.


Relevante Themen