Mit Schall gegen Piraten
Reeder wollen Schiffe mit nicht tödlichen Waffen vor Seeräubern schützen
Angesichts der immer häufigeren Überfälle auf Schiffe suchen Reedereien nach Möglichkeiten, sich vor Piraten zu schützen. Sie setzen dabei auf nicht tödliche Schallwaffen gegen Seeräuber.
Long-Range Audio Device (LRAD) und Magnetic Acoustic Device (MAD) heißen die Schallkanonen, die die unwillkommenen Besucher auf Distanz halten sollen. Dabei handelt es sich um sehr leistungsfähige Lautsprecher, die Schallwellen bündeln und gerichtet ausstrahlen. So sind Worte auch in mehreren hundert Metern Entfernung noch gut zu verstehen.
Die Lautsprecher nutzen statt einer großen Membran viele piezoelektischen Wandler, die elektrische Energie in Schall umwandeln. Diese erlauben auch bei relativ kleinem Durchmesser immense Lautstärken. Ein 80 Zentimeter großes LRAD etwa sendet Schall mit einem Schalldruckpegel bis zu 151 dB (in einem Meter Entfernung) aus.
LRAD wurde vom Hersteller American Technology für das Militär entwickelt. Anlass war der Selbstmordangriff auf das amerikanische Kriegsschiff USS Cole Ende 2000. Die Idee war ein System, das es erlaubt, die Besatzung eines sich nähernden Bootes zuerst anzurufen und zur Umkehr zu bewegen. Sollte sie der Aufforderung nicht Folge leisten, können die Soldaten den Lautsprecher auch als Waffe einsetzen, indem sie einen schrillen Ton mit einer Lautstärke jenseits der Schmerzgrenze aussenden. Für die Angreifer soll der Ton so unangenehm sein, dass sie den Rückzug antreten oder kampfunfähig gemacht werden, so das Konzept.
Eine Bewährungsprobe soll LRAD schon bestanden haben: Im Jahr 2005 konnte das Kreuzfahrtschiff Seabourn Spirit vor dem Horn von Afrika einen Piratenangriff abwehren. Dabei soll ein LRAD-System die entscheidende Rolle gespielt haben.
Nach Angaben des International Maritime Bureau (IMB) ist die Zahl der Überfälle auf Schiffe im Jahr 2008 stark gestiegen. In den ersten neun Monaten 2008 wurden dem IMB Piracy Reporting Centre (PRC) 199 Fälle gemeldet. Das IMB ist eine Abteilung der Internationalen Handelskammer (International Chamber Of Commerce, ICC) und für Kriminalität auf See zuständig.
Letzter spektakulärer Fall war die Entführung der "Sirius Star", eines 330 Meter langen Supertankers mit 318 Millionen Liter Rohöl an Bord, vor der ostafrikanischen Küste. Schwerpunkt ist der Bereich am Ausgang des Roten Meeres, der als wichtigster Seehandelsweg von Europa nach Asien gilt: im Golf von Aden und vor der Küsten Somalias am Horn von Afrika, wo bis September 92 Angriffe auf Schiffe stattfanden.
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Das bekämpft höchstens das Symptom, nicht die Ursach : die Somalische Regierung!
Was verstehst du an nicht-tödlich nicht? Mit einem elektroschocker hast du auch ganz...
Werden die auch mit Schalldruck verjagt?
http://de.youtube.com/watch?v=nsNlmiLJGIw