Microsofts Surface: So macht der Computer Spaß

Die Tischstruktur sorgt dafür, dass der Surface nicht die Vereinsamung herkömmlicher Computer fördert, sondern zur Zusammenarbeit aufruft. Somit kann er etwa für ein Verkaufsgespräch eingesetzt werden, indem der Verkäufer es zusammen mit dem Kunden bedient. Erfahrungen haben gezeigt, dass die Gestensteuerung für Menschen ohne Computerkenntnisse leicht zu erlernen ist und die Hemmschwelle vor Technik fällt, wenn Surface zum Einsatz kommt.
Die Anwendung nutzt Tags, die Informationen zur Farblackierung des X6 enthalten. Diese Tags befinden sich auf der Unterseite von farbigen Klötzchen und sobald der Nutzer das blaue Klötzchen auf den Surface-Bildschirm legt, wird die Lackfarbe blau. Ein rotes Klötzchen zeigt den X6 mit roter Lackierung. Auch die Inneneinrichtung des X6 oder anderes Zubehör lässt sich auf diese Art verändern. Der Kunde muss sich weder durch Menüs hangeln noch in langen Listen den passenden Punkt suchen.
Auch dabei kommen Tags zum Einsatz, die sogar Informationen speichern können. Damit ist es bequem möglich, verschiedene Stimmenverteilungen zu sichern und diese wieder abzurufen, indem einfach das Objekt mit dem Tag auf den Surface gelegt wird.
Jenseits der Einbindung von realen Objekten in Surface sorgt die Multitouch-Bedienung für ein neuartiges Bedienkonzept. Der Surface kann gleichzeitig von mehreren Personen bedient werden. Bis zu 52 unterschiedliche Multitouch-Eingaben sind technisch möglich, das entspricht zehn Händen mit allen Fingern sowie zwei Objekten mit Tags, die alle von dem Surface erkannt und interpretiert werden. Die Menge hat Microsoft willkürlich gewählt, sie kann bei Bedarf noch hochgesetzt werden. In Anbetracht der Bildschirmfläche sollten diese 52 Multitouch-Eingaben aber genügen, sonst wird es unübersichtlich.
Der Suface unterstützt die drahtlosen Übertragungswege per WLAN nach 802.11b/g oder Bluetooth, so dass sich über das Gerät auch Daten etwa mit einem Mobiltelefon austauschen lassen. Für eine bessere Visualisierung der Übertragung wird das Mobiltelefon auf den Surface-Bildschirm gelegt, was dem normalen menschlichen Verhalten näherkommt als die bisherige Computeranbindung.
Auch der Austausch von Daten zwischen zwei Mobiltelefonen ist denkbar. Im öffentlichen Raum stellt sich allerdings das Problem, dass es nicht erwünscht ist, dass eine andere Person sieht, welche Daten auf dem eigenen Mobiltelefon liegen. Hier müssten Softwareentwickler noch nach passenden Lösungen suchen, um dieses Problem anzugehen.
Im privaten Umfeld kann Surface die Nutzung digitaler Inhalte deutlich vereinfachen. Anwender können gemeinsam im Internet surfen oder der klassische Diaabend kann am Surface stattfinden. Nutzer könnten sich gemeinsam Bilder ansehen, wobei sich jeder einzelne andere Fotos herauspicken und zurechtdrehen kann, die er genauer ansehen möchte. Surface wird einen normalen Bürocomputer hingegen nicht ersetzen, denn dafür ist das Konzept nicht ausgelegt. Zwar lassen sich Eingaben über eine einblendbare Tastatur über den Bildschirm vornehmen, aber für lange Texte taugt das nicht.
Surface wurde von der Xbox-Abteilung von Microsoft entwickelt und wird als geschlossenes System mit stabiler Hardwarebasis angeboten. Es ähnelt also dem Konzept von Spielekonsolen. Somit ist nicht davon auszugehen, dass andere Firmen außer Microsoft Surface-Geräte anbieten werden.
Bis dahin muss Microsoft aber vor allem noch ein technisches Problem lösen: Einige direkte Lichtquellen können die Infraroterkennung des Surface durcheinander bringen, so dass es sich nicht mehr einwandfrei bedienen lässt. In Verkaufsräumen oder Geschäften kann das Problem mit passenden Filtern vor den Lampen umgangen werden, für den privaten Einsatz ist das aber keine brauchbare Lösung. Alternativ kann bei der Aufstellung in Geschäften auch auf verträgliche Positionierung der Lichtquellen geachtet werden, falls diese Probleme machen.
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| Video: SecondLight - Demo (2:12) |
Mit SecondLight arbeitet Microsoft zudem an einer Ergänzung von Surface, mit der es möglich wird, Bilder durch das Surface-Display hindurch und auch darüber hinaus zu projizieren. Das ergibt einen interessanten Effekt: Wird ein halbdurchsichtiges Stück Kunststoff auf das Display gelegt oder darüber gehalten, zeigt dieses das zweite Bild, das durch das erste hindurch projiziert wird. Diese beiden Bildschichten lassen sich nutzen, um beispielsweise die Darstellung eines Autos mit dessen Innenleben zu kombinieren.
Möglich macht das ein elektrisch schaltbarer Diffusor, der schnell zwischen durchsichtig und undurchsichtig umschaltet. So kann abwechselnd auf die Oberfläche oder darüber hinaus projiziert werden. Für das menschliche Auge wirken beide Bilder stabil. Darüber hinaus erkennt SecondLight Gesten, die oberhalb der Tisches ausgeführt werden, ohne dass der Touchscreen berührt wird. Mit speziellen Materialien lassen sich so auch bewegte Bilder auf bewegte Objekte projizieren, die Schräg über den Tisch gehalten werden.



