Nutzeroberfläche für Xbox 360: Update mit Fehler (Update)
Microsoft veröffentlicht überarbeitete Systemsoftware für Xbox 360. Die neue Nutzeroberfläche "NXE" für die Xbox 360 ist verfügbar – und enthält neben vollständig renovierter Bedienung und Zusatzinhalten einen Bug. Golem.de zeigt im Video die Installation, erste Schritte und das Kompatibilitätsproblem.
Ab sofort ist die neue Bedienoberfläche für die Xbox 360 als kostenloser Download verfügbar. Wer eine Onlineverbindung zum Konsolennetzwerk Xbox Live eingerichtet hat, bekommt das Update nach einer Bestätigung innerhalb weniger Minuten aufgespielt und eingerichtet. Technische Voraussetzung ist lediglich, dass die Xbox 360 entweder über eine Festplatte oder über eine externe Speicherkarte mit mindestens 128 MByte freien Speicherplatz verfügt.
Spieler, die beides nicht besitzen , können bei Microsoft eine kostenlose Speicherkarte mit 512 MByte bestellen oder eine 20-GByte-Festplatte für 15 Euro kaufen. Voraussetzung: Der Spieler muss sich innerhalb der letzten zwölf Monate bei Xbox Live angemeldet haben. Wer das Angebot annehmen möchte, meldet sich auf der Webseite des Xbox-Speicher-Aktualisierungsprogramms(öffnet im neuen Fenster) mit der Seriennummer seiner Konsole und deren ID-Nummer an.
Nach dem Update – und nachdem der User mehrere Minuten lang durch die neuen Nutzungsvereinbarungen gescrollt hat – lassen sich die Hauptmenüpunkte nach oben und unten durchscrollen, während Unterpunkte rechts davon anzeigt und durchblättert werden. Insgesamt wirkt die neue Nutzeroberfläche wesentlich übersichtlicher und aufgeräumter als die alte Variante.
Ein technisches Problem gibt es mit der neuen Software: Wer sie auf einer Xbox 360 aufgespielt hat und dann eine Festplatte anschließt, die bislang mit dem alten Dashboard betrieben wurde, erlebt ohne Verbindung zum Internet einen Totalabsturz des Systems. Offenbar kommen neue Xbox-Firmware und alte Festplattendaten nicht miteinander klar – entsprechende Warnungen von Microsoft fehlen. Wenn die Konsole online ist, wird die Festplatte automatisch aktualisiert.
Neu sind die animierten Avatare, durch die Xbox-Live-Nutzer nun verkörpert werden – wer mag, verpasst seinem Alter Ego eine dünne oder dicke Figur und wählt zwischen verschiedenen Bärten, Gesichtszügen, Brillen und weiteren Äußerlichkeiten. Außerdem gibt es jetzt auf Xbox Live neue Sprachchats mit bis zu acht Teilnehmern – "Party" heißt diese Funktion, die auch beim Betrieb eines Spiels funktioniert. Ebenfalls neu ist der "Community Games" genannte Kanal, über den private Entwickler ihre Spiele veröffentlichen können.
Mit der neuen Software lassen sich Spiele künftig vollständig auf eine Xbox-360-Festplatte übertragen. Beim Spielen muss die DVD aus Kopierschutzgründen zwar eingelegt sein, aber das Laufwerk bleibt ausgeschaltet – was den Gesamtgeräuschpegel deutlich senkt.
Mit der neuen Systemsoftware kann die Xbox 360 beim Fernseher nachfragen, welche Auflösung die beste ist, und das Bild dann automatisch an die Möglichkeiten etwa eines HD-Flachbildschirms anpassen. Außerdem muss die Konsole nun bei ungewöhnlichen 16:10-Auflösungen, etwa 1.440 x 900, nicht mehr wie bislang die nahe dran liegende, aber auf vielen Fernsehern schlecht darzustellende Auflösung 1.280 x 720 verwenden. Stattdessen skaliert sie das Bild intern auf 1.440 x 900 Pixel. Zwar fügt sie unten und oben schwarze Balken an, aber immerhin ist die Bildqualität insgesamt besser als bei einer Skalierung durch das Display selbst.
Auch jenseits der Xbox 360 wirkt sich NXE aus: So hat Microsoft jetzt auch die offizielle Xbox-Webseite überarbeitet. Insbesondere der Marktplatz(öffnet im neuen Fenster) ist nun auch per Webbrowser erreichbar. In der Profilseite ist jetzt auch der eigene Avatar zu sehen.
In den USA sorgen einige der neuen Angebote für Ärger: Dort ist ab sofort das Angebot der Onlinevideothek Netflix auf der Xbox 360 verfügbar. Ein paar Filme fehlen allerdings, denn Konkurrent Sony (Playstation 3) hat wohl dafür gesorgt, dass Streifen der hauseigenen Columbia Pictures – darunter befinden sich Werke wie der James-Bond-Film Casino Royal – derzeit nicht auf Xbox 360 verfügbar sind.
Offizielle Begründung ist, dass Netflix nicht über die Rechte verfüge, die Filme über die Microsoft-Konsole anzubieten – das Problem soll laut Unternehmensangaben allerdings bald behoben sein. Momentan können Xbox-360-Nutzer in den USA mithilfe des Dienstes auf rund 12.000 Serien und Filme zugreifen, davon sind 300 hochauflösend. Microsofts eigene Xbox-Live-Videothek umfasst in den USA rund 15.000 Videos. In Deutschland ist das Angebot noch nicht vergleichbar.
Nachtrag am 19. November 2008, 16.50Uhr: Boris Schneider-Johne, Produktmanager der Xbox 360 in Deutschland, beschreibt in seinem Blog Dreisechzig.net(öffnet im neuen Fenster) einen weiteren Bug der neuen Software: NXE nehme teilweise an, dass etwa Arcade-Spiele nicht gekauft worden seien, und schlage einen erneuten Erwerb vor. Die Vollversionen würden aber trotz dieser Meldung problemlos funktionieren. Der Fehler soll "in Kürze" behoben sein.