Psystars Monopolklage gegen Apple droht zu scheitern
Apple wirft Psystar vor, mit seinen auch als Hackintoshs bezeichneten Mac-Klonen der Open-Computer-Serie gegen die Nutzungsbestimmungen, das Urheberrecht und die Marke von MacOS X zu verstoßen, die eine Installation abseits von Apple-Hardware untersagt. Psystar wiederum sieht in dieser Einschränkung einen Monopolmissbrauch, da Wettbewerber keine eigenen MacOS-X-Rechner anbieten dürfen. Während Apples Klage noch läuft, könnte Psystars Gegenklage nun wegen einer schwachen Argumentationskette vom Richter zurückgewiesen werden.
Laut AppleInsider(öffnet im neuen Fenster) hat Richter William Alsup einen Großteil der Vorwürfe gegen Apple moniert. Psystar hatte seine Monopolklage darauf aufgebaut, dass MacOS X ein eigener Markt sei, da es gegenüber anderen Betriebssystemen wie Windows abgeschottet sei. "Ob Produkte nun ein Teil des gleichen oder verschiedener Märkte sind, hängt im Antimonopolgesetz davon ab, ob Verbraucher diese Produkte als sinnvollen Ersatz füreinander sehen und in Reaktion auf relative Preisveränderungen zwischen ihnen wechseln würden", zitiert AppleInsider aus einem 19-seitigen Papier des Richters.
Psystar habe dies aber nicht nachweisen können – und im Gegenteil sogar angegeben, dass MacOS die gleichen Funktionen wie andere Betriebssysteme aufweise. Zudem würden gerade die von Psystar angeführten Apple-Werbekampagnen zeigen, dass eine Konkurrenzsituation existiere und eine Steigerung der Markenbekanntheit nötig sei, um Kunden von einem Wettbewerber wegzulocken. Falls es zu MacOS keine sinnvollen Alternativen gebe, wären Apples Werbekampagnen Geldverschwendung. Die Forderung von Apple an seine Kunden, MacOS nur auf Apple-Rechnern zu nutzen, sieht Alsup als legitim an.
Auch den Rest der Vorwürfe von Psystar hat der Richter mangels ausreichender Beweise zurückgewiesen. Psystar hat nun bis zum 8. Dezember 2008 Zeit, seine Klage neu zu formulieren. Falls es Psystar dann nicht gelingt, das Gericht zu überzeugen, wird die Monopolklage gegen Apple fallengelassen. Zudem wird es für Psystar dann schwerer, in der durch Apple angestrengten Klage zu bestehen. Psystars Anwalt hat bereits angegeben, dass er keine Chance auf eine Einigung mit Apple im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens sieht.
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