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NASA präsentiert Mondfotos erstmals in voller Schönheit

US-Weltraumbehörde veröffentlicht Mondfotos aus den 1960er Jahren. Die NASA hat 42 Jahre alte Fotos vom Mond im Internet veröffentlicht. Die Bilder, die zur Vorbereitung der Mondlandungen dienten, stehen erstmals in voller Auflösung zur Verfügung. Um die fast in Vergessenheit geratenen Bilder digitalisieren zu können, musste uralte Technik wieder in Betrieb genommen werden.
/ Werner Pluta
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Die US-Weltraumbehörde NASA digitalisiert alte Bilder vom Mond und hat die ersten der Fotos über das Internet zugänglich gemacht. Die Bilder stammen von den fünf unbemannten Lunar-Orbiter-Raumsonden(öffnet im neuen Fenster), die 1966 bis 1967 um den Mond kreisten und fotografierten. Die Lunar-Orbiter-Missionen galten der Vorbereitung der Mondlandungen.

 
Video: Projektleiter Wingo erklärt die Digitalisierung

Erst durch die Digitalisierung sind die Mondbilder jetzt erstmals in voller Qualität zu sehen. In den 60er-Jahren stand jedoch nicht die nötige Computertechnik zur Verfügung, um die Bilder in angemessener Zeit in voller Auflösung abzuziehen. Die Wissenschaftler mussten sich deshalb mit Bildern von deutlich schlechterer Qualität begnügen, um die Mondlandungen vorzubereiten.

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Nachdem die Kameras der Orbiter die Mondoberfläche fotografiert hatten, wurden die Filme automatisch an Bord des Raumschiffes entwickelt, die Negative in Streifen, sogenannten Framelets, gescannt und dann zur Erde gefunkt. Dort wurden die Framelets ausbelichtet, anschließend zur Originalaufnahmen zusammengefügt und noch einmal abfotografiert. Mit diesen Fotos konnten die Wissenschaftler dann arbeiten.

Immerhin kam ein NASA-Wissenschaftler damals auf Idee, die Bilder der Lunar Orbiter auf analogen Magnetbändern zu archivieren. Nach dem Ende der Apollo-Missionen wurden die etwa 1.500 Magnetbänder nicht mehr gebraucht und landeten in einem Lagerhaus in Maryland. Knapp 20 Jahre später wurden sie dem Jet Propulsion Laboratory der NASA übergeben und kamen in die Obhut von Nancy Evans, der Mitbegründerin des NASA Planetary Data System (PDS), einem Archiv mit Material über Objekte in unserem Sonnensystem.

Evans' Ziel war es, die Aufnahmen zu digitalisieren. Es gelang ihr und ihrem Kollegen Mark Nelson, mehrere alte Lesegeräte für die Magnetbänder aufzutreiben, wieder in Betrieb zu nehmen und einen Teil der analogen Rohdaten von den Bändern herunterzuladen. Aber aus finanziellen Gründen wurde das Projekt eingestellt. Nach Evans' Pensionierung Anfang der 90er-Jahre kauften sie und Nelson die Lesegeräte, in der Hoffnung, eine private Finanzierung für die Digitalisierung der Fotos aufzutreiben. Ihre Bemühungen waren jedoch vergeblich, und so verschwanden die schrankgroßen Lesegeräte für gut zwei Jahrzehnte in einem kalifornischen Schuppen.

 
Video: FR-900-Bandmaschinen im Einsatz

Erst im Jahr 2007 fand Evans zwei Interessenten für ihren Technikpark: Dennis Wingo von Skycorp und Keith Cowing, Herausgeber des Nachrichtenangebotes Spaceref, kauften die Magnetlesegeräte und brachten sie in das NASA Ames Research Center im kalifornischen Moffett Field. Dort brachte ein Team unter der Leitung von Wingo eine der Bandmaschinen zum Laufen und digitalisierte die ersten Mondfotos. Im Rahmen des Lunar Orbiter Image Recovery Project(öffnet im neuen Fenster) (LOIRP) werden die Aufnahmen nun von den Bändern ausgelesen und mit Hilfe moderner Software digitalisiert.

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"Es ist ein unglaubliches Gefühl, 40 Jahre alte Bilder wieder herzustellen und sich bewusst zu machen, dass sie für künftige Forscher nützlich sind", frohlockte Gregory Schmidt, stellvertretender Direktor des NASA Lunar Science Institute. "Nachdem wir gezeigt haben, dass es möglich ist, die Bilder wiederherzustellen, ist es jetzt unser Ziel, die Lesegeräte wieder instand zu setzen und alle Bilder von den restlichen Bändern herunterzuladen." Die NASA will sie dann nach und nach im Internet öffentlich zugänglich machen.

Interessant sind die Aufnahmen im Hinblick auf die Mondmissionen, die in den kommenden Jahren geplant sind. Im Frühjahr 2009 will die NASA einen neuen Mondaufklärer, den Lunar Reconnaissance Orbiter, starten. Die Wissenschaftler können dann im Vergleich der Bilder aus den 60er-Jahren mit den aktuellen feststellen, wie sich die Mondoberfläche in den letzten 40 Jahren etwa durch Meteoriteneinschläge verändert hat.


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