Test: Erstes Blackberry-Smartphone mit Klappmechanismus
Im geschlossenen Zustand ist das Außendisplay sowohl beim Nokia 6600 fold als auch beim Blackberry Pearl 8220 auf der schwarzen Klavierlackoberfläche kaum zu sehen. Bei Nokia wird es allerdings sichtbar, wenn der Nutzer zwei Mal auf den Klappdeckel klopft. Dann zeigt es zum Beispiel entgangene Anrufe an. Ein Alarm lässt sich mit leichtem Antippen abstellen; einen eingehenden Anruf kann damit stumm geschaltet oder abgelehnt werden. Diesen Komfort bietet das Blackberry-Modell ebenfalls nicht. Um das Display zu aktivieren, muss der Nutzer eine Taste an der Seite drücken.
Das Außendisplay des Blackberry Pearl 8220 liefert eine Auflösung von 128 x 160 Pixeln bei 65.536 Farben, während das Innendisplay eine Auflösung von 240 x 320 Pixeln und ebenfalls bis zu 65.536 Farben schafft. Die Darstellung ist auflösungsbedingt nicht ganz so scharf wie beim Blackberry Curve 8900 . Im Auslieferungszustand zeigt das Display eine analoge Uhr an.
Oberhalb der Tastatur befindet sich der ebenfalls von anderen Blackberry-Geräten bekannte Trackball, über den der Nutzer das Smartphone bedient. Im Unterschied zu den Blackberrys, die bislang auf dem Markt sind, ist die Kugel in einer Mulde versenkt. Beim Drehen stößt der Daumen zwar an den Rand der Vertiefung, das beeinflusst das Scrollen jedoch nicht negativ. Einen Abdruck der Kugel, wie ihn manchmal Tastaturen auf Notebook-Displays hinterlassen, sind auf dem Blackberry-Display nicht zu erkennen, soweit das im Test zu beurteilen war.
Videos werden im Format MPEG4 und 3GP gezeigt, der Musikplayer spielt die Formate MP3, WMA, AAC und WAV ab. Ist das Mobiltelefon geschlossen, zeigt das Gerät den laufenden Titel an. Der Nutzer kann die Lautstärke regulieren, will er jedoch zum nächsten Lied oder in die Musikbibliothek springen, muss er das Blackberry Pearl 8220 wieder aufklappen. Schön: Das Gerät unterstützt das Bluetooth-Profil A2DP, mit dem sich Stereomusik drahtlos übertragen lässt. Außerdem ist eine 3,5-mm-Klinkenbuchse vorhanden, an die handelsübliche Kopfhörer angeschlossen werden können.
Vorinstalliert ist ein E-Mail-Client und Documents to Go von DataViz, um Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente auf dem Gerät anzusehen und zu bearbeiten, was reibungslos klappt. Die E-Mail-Funktion hat sich im Test als große Stärke des Blackberry Pearl 8220 erwiesen.
Zudem steckt in dem Neuling der RIM-eigene HTML-Browser im T-Mobile web&walk-Look. Wird eine Webseite aufgerufen, zeigt der Browser die komplette Seite im Miniaturformat. Klickt der Nutzer auf eine Textstelle, vergrößert sich diese und passt sich dabei an die Displaygröße an. Der Aufruf von Golem.de via EDGE hat im Test sehr lange 53 Sekunden gedauert, per WLAN waren es 39 Sekunden. Das Smartphone unterstützt WLAN nach IEE 802.11b/g, GPRS und EDGE. UMTS oder gar der Datenturbo HSDPA findet sich auf dem Mobiltelefon nicht.
Der Prozessor ist mit 312 MHz getaktet und zählt damit nicht zu den Flottesten. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf 128 MByte. Auf einer Micro-SD-Karte können Daten ausgelagert werden, das Gerät unterstützt Karten mit einer Kapazität von bis zu 8 GByte.
Das Mobiltelefon funkt auf den vier GSM-Netzen 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und unterstützt neben GPRS auch EDGE. Die Sprachqualität ist sehr gut und auch die Freisprechfunktion eignet sich für den häufigen Einsatz. Das ist besonders dann praktisch, wenn der Nutzer während eines Telefonats Notizen machen will. Mit einer Akkuladung soll das Blackberry Pearl 8220 eine maximale Sprechdauer von 4 Stunden erreichen. Im Bereitschaftsmodus ist der Akku laut Hersteller nach 14 Tagen Einsatz leer. Die Nutzung von WLAN ist hierbei nicht enthalten. Achtung: Der WLAN-Einsatz verringert die Akkulaufzeit erheblich.
T-Mobile will das Blackberry Pearl 8220 Mitte November 2008 in den Handel bringen. Ohne Vertrag soll das Gerät 319,95 Euro kosten. Im Lieferumfang ist keine Speicherkarte enthalten.
Fazit:
Wer schon lange auf einen kleineren und auch günstigeren Blackberry gewartet hat, sollte sich den Blackberry Pearl 8220 ansehen. Seine große Stärke ist der E-Mail-Client samt Push-Funktion. Zum mobilen Dauersurfen ist er mangels UMTS und verhältnismäßig kleinem Display dagegen kaum geeignet. Gewöhnungsbedürftig ist die Bauform: Noch wirkt der erste Wurf von Research in Motion etwas klobig.