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Test: Erstes Blackberry-Smartphone mit Klappmechanismus

Blackberry Pearl 8220 mit 2-Megapixel-Kamera und WLAN. Erstmals bringt der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) ein Smartphone mit Klappmechanismus auf den Markt. Ob das Blackberry Pearl Flip ein Hingucker ist, wie viel Zusatznutzen das Außendisplay im Klappdeckel bringt und wie sich die 2-Megapixel-Kamera und der E-Mail-Client schlagen, zeigt der Test.
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Bislang fallen Blackberrys vor allem durch ihre bauartbedingte Breite auf. Nun hat sich Research in Motion erstmals an einen neuen Formfaktor gewagt und bringt ein Klapphandy auf den Markt. Mit 101 x 50 x 18 mm ist das Blackberry Pearl 8220 alias Flip zwar recht schmal, aber dick und klobig. Weiteres Manko: Das 102 Gramm schwere Gerät kippt leicht nach hinten, wenn der Deckel aufgeklappt ist.

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Optisch erinnert der Blackberry-Neuling an das Nokia 6600 fold , hat allerdings nicht dessen Raffinesse. Wird das Nokia 6600 fold angetippt, klappt der obere Deckel langsam gleitend auf. Beim Blackberry Flip muss der Nutzer selbst Hand anlegen und den Deckel wegklappen. Dabei rastet die Klappe ein, wenn das Handy komplett geöffnet ist. Dadurch kann das Blackberry nicht nur teilweise geöffnet werden, es muss immer ganz aufgeklappt werden. Liegt das Mobiltelefon offen auf dem Tisch, steht die Klappe etwa im 30-Grad-Winkel von der Tischplatte ab. Dank dieser schiefen Ebene kann der Nutzer Inhalte auf dem Bildschirm gut lesen.

Im geschlossenen Zustand ist das Außendisplay sowohl beim Nokia 6600 fold als auch beim Blackberry Pearl 8220 auf der schwarzen Klavierlackoberfläche kaum zu sehen. Bei Nokia wird es allerdings sichtbar, wenn der Nutzer zwei Mal auf den Klappdeckel klopft. Dann zeigt es zum Beispiel entgangene Anrufe an. Ein Alarm lässt sich mit leichtem Antippen abstellen; einen eingehenden Anruf kann damit stumm geschaltet oder abgelehnt werden. Diesen Komfort bietet das Blackberry-Modell ebenfalls nicht. Um das Display zu aktivieren, muss der Nutzer eine Taste an der Seite drücken.

Das Außendisplay des Blackberry Pearl 8220 liefert eine Auflösung von 128 x 160 Pixeln bei 65.536 Farben, während das Innendisplay eine Auflösung von 240 x 320 Pixeln und ebenfalls bis zu 65.536 Farben schafft. Die Darstellung ist auflösungsbedingt nicht ganz so scharf wie beim Blackberry Curve 8900 . Im Auslieferungszustand zeigt das Display eine analoge Uhr an.

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Bei verpassten Anrufen oder neuen Nachrichten auf der Mailbox erscheinen für ein paar Sekunden displayfüllend Details zu Uhrzeit und Rufnummer auf dem Display. Die analoge Uhr verschwindet dabei. Wird keine Nachricht hinterlassen, wird nur das kleine Icon für verpasste Anrufe dargestellt. Anschließend sieht der Nutzer im Display nur noch die Anzeige: ein verpasster Anruf unterhalb der analogen Uhr, die dann wieder eingeblendet wird. Ähnlich verhält es sich mit neuen E-Mails. Da wird erst die Nachricht mit Betreff und Absender angezeigt, dann kommt eine kurze Vorschau des Inhalts, dann verdunkelt sich der Bildschirm wieder. Ein schöner Service, da sich damit die Wichtigkeit einer E-Mail schnell beurteilen lässt.

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Klappt der Nutzer das Gerät auf, erreicht er die Tastatur. Wie bei allen Blackberry-Pearl-Modellen ist nahezu jede Taste mit zwei Buchstaben versehen. Das Tippen ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber nach kurzer Einarbeitungszeit recht gut. Mittels Wörterbuchvervollständigung wird die Texteingabe sogar fast komfortabel.

Oberhalb der Tastatur befindet sich der ebenfalls von anderen Blackberry-Geräten bekannte Trackball, über den der Nutzer das Smartphone bedient. Im Unterschied zu den Blackberrys, die bislang auf dem Markt sind, ist die Kugel in einer Mulde versenkt. Beim Drehen stößt der Daumen zwar an den Rand der Vertiefung, das beeinflusst das Scrollen jedoch nicht negativ. Einen Abdruck der Kugel, wie ihn manchmal Tastaturen auf Notebook-Displays hinterlassen, sind auf dem Blackberry-Display nicht zu erkennen, soweit das im Test zu beurteilen war.

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Für Foto- und Videoaufnahmen gibt es eine 2-Megapixel-Kamera mit Blitzlicht und für die mobile Unterhaltung steht ein Video- und Musikplayer zur Verfügung. Die Kamera braucht zwei Sekunden, bis sie startklar ist, drei Sekunden dauert es, bis ein Bild abgespeichert ist. Die Bilder wirken ein bisschen flau, große Farbflächen rauschen.

Videos werden im Format MPEG4 und 3GP gezeigt, der Musikplayer spielt die Formate MP3, WMA, AAC und WAV ab. Ist das Mobiltelefon geschlossen, zeigt das Gerät den laufenden Titel an. Der Nutzer kann die Lautstärke regulieren, will er jedoch zum nächsten Lied oder in die Musikbibliothek springen, muss er das Blackberry Pearl 8220 wieder aufklappen. Schön: Das Gerät unterstützt das Bluetooth-Profil A2DP, mit dem sich Stereomusik drahtlos übertragen lässt. Außerdem ist eine 3,5-mm-Klinkenbuchse vorhanden, an die handelsübliche Kopfhörer angeschlossen werden können.

Vorinstalliert ist ein E-Mail-Client und Documents to Go von DataViz, um Word-, Excel- und PowerPoint-Dokumente auf dem Gerät anzusehen und zu bearbeiten, was reibungslos klappt. Die E-Mail-Funktion hat sich im Test als große Stärke des Blackberry Pearl 8220 erwiesen.

Zudem steckt in dem Neuling der RIM-eigene HTML-Browser im T-Mobile web&walk-Look. Wird eine Webseite aufgerufen, zeigt der Browser die komplette Seite im Miniaturformat. Klickt der Nutzer auf eine Textstelle, vergrößert sich diese und passt sich dabei an die Displaygröße an. Der Aufruf von Golem.de via EDGE hat im Test sehr lange 53 Sekunden gedauert, per WLAN waren es 39 Sekunden. Das Smartphone unterstützt WLAN nach IEE 802.11b/g, GPRS und EDGE. UMTS oder gar der Datenturbo HSDPA findet sich auf dem Mobiltelefon nicht.

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Damit eignet sich das Blackberry Pearl 8220 nur für geduldige Menschen zum Surfen. Den Versuch, ein Youtoube-Video abzuspielen, quittierte das Smartphone mit einer Fehlermeldung. Ebenfalls eher im Schneckentempo fährt das Blackberry Pearl 8220 beim Entfernen bzw. Einlegen des Akkus hoch: Es dauert fast 3 Minuten bis zur PIN-Eingabe – das ist im Vergleich zu anderen Smartphones außergewöhnlich lange. Grund hierfür ist eine Sicherheitsabfrage. Nach Angaben von RIM sind nämlich sämtliche Akkus mit einem Chip kodiert. Dadurch kann keine graue Ware in die Geräte kommen und es soll keinen Hitzeschaden geben, wie er bei anderen Herstellern aufgetreten ist.

Der Prozessor ist mit 312 MHz getaktet und zählt damit nicht zu den Flottesten. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf 128 MByte. Auf einer Micro-SD-Karte können Daten ausgelagert werden, das Gerät unterstützt Karten mit einer Kapazität von bis zu 8 GByte.

Das Mobiltelefon funkt auf den vier GSM-Netzen 850, 900, 1.800 sowie 1.900 MHz und unterstützt neben GPRS auch EDGE. Die Sprachqualität ist sehr gut und auch die Freisprechfunktion eignet sich für den häufigen Einsatz. Das ist besonders dann praktisch, wenn der Nutzer während eines Telefonats Notizen machen will. Mit einer Akkuladung soll das Blackberry Pearl 8220 eine maximale Sprechdauer von 4 Stunden erreichen. Im Bereitschaftsmodus ist der Akku laut Hersteller nach 14 Tagen Einsatz leer. Die Nutzung von WLAN ist hierbei nicht enthalten. Achtung: Der WLAN-Einsatz verringert die Akkulaufzeit erheblich.

T-Mobile will das Blackberry Pearl 8220 Mitte November 2008 in den Handel bringen. Ohne Vertrag soll das Gerät 319,95 Euro kosten. Im Lieferumfang ist keine Speicherkarte enthalten.

Fazit:
Wer schon lange auf einen kleineren und auch günstigeren Blackberry gewartet hat, sollte sich den Blackberry Pearl 8220 ansehen. Seine große Stärke ist der E-Mail-Client samt Push-Funktion. Zum mobilen Dauersurfen ist er mangels UMTS und verhältnismäßig kleinem Display dagegen kaum geeignet. Gewöhnungsbedürftig ist die Bauform: Noch wirkt der erste Wurf von Research in Motion etwas klobig.


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