Französische Plattenfirmen dürfen SourceForge verklagen

Pariser Gericht erlaubt Klagen gegen ausländische P2P-Anbieter

Der Verband der französischen Tonträgerhersteller darf ausländische Anbieter von Filesharing-Software in Frankreich verklagen, wenn französische Nutzer die Software zum illegalen Dateitausch nutzen. Die Tonträgerhersteller fordern Schadensersatz in Millionenhöhe.

Artikel veröffentlicht am ,

Im Jahr 2006 war auf Druck des französischen Medienkonzerns Vivendi-Universal das französische Urheberrechtsgesetz um eine Bestimmung (Artikel 335-2-1) ergänzt worden, wonach die Herstellung und Verbreitung von Software, "die hauptsächlich dazu bestimmt ist, [...] geschützte Werke und Objekte ohne Genehmigung öffentlich bereitzustellen", mit bis zu drei Jahren Gefängnis und Geldstrafe in Höhe von bis zu 300.000 Euro bestraft werden kann.

Auf diese Klausel stützt sich nun der Verband der französischen Tonträgerhersteller (Société des producteurs de phonogrammes français, SPPF) und verklagt neben Vuze, Anbieter des BitTorrent-Clients Azureus, Morpheus und LimeWire, auch SourceForge, wo das P2P-Projekt Shareaza gehostet wird.

Die Klage war bereits im vergangenen Jahr eingereicht worden. Das zuständige Pariser Gericht (Le tribunal de grande instance de Paris) hat die Klage jetzt zugelassen, berichtet die französische Tageszeitung Libération auf ihrer Website unter der Überschrift "Der französische Angriff auf die Software". Vuze-Gründer Gilles BianRosa hat die Klage der SPPF im Sommer dieses Jahres als "Angriff auf die Werkzeuge" bezeichnet, die die legale Verbreitung von Inhalten im Internet vereinfachen.

Die SPPF fordert 3,7 Millionen Euro Schadensersatz von Morpheus und 16,6 Millionen von Vuze. Sie legte als Beweis für ihre Vorwürfe Untersuchungsergebnisse des Unternehmens Advestigo vor, das im Auftrag der Rechteinhaber den Datenverkehr in Tauschbörsen beobachtet hat. Advestigo ist laut seiner Website auf den "Schutz digitaler Aktiva" mit Verfahren auf der Basis digitaler Fingerabdrücke spezialisiert.

Die Klage gegen Vuze ist auch deshalb besonders interessant, weil das Unternehmen mit Sitz in Redwood City, Kalifornien, sich zu einem wichtigen Distributionspartner von rund 150 Inhalteanbietern aus verschiedenen Ländern entwickelt hat. Diese nutzen die Technik von Vuze beispielsweise, um japanische Zeichentrickfilme oder Sendungen des öffentlichen Fernsehens in den USA für Millionen Zuschauer über das Internet bereitzustellen. Ob die SPPF am Ende mit ihrer Klage Erfolg haben wird, ist noch nicht absehbar, da es sich um das erste Verfahren dieser Art nach der Gesetzesnovelle handelt. [von Robert A. Gehring]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


des 01. Dez 2008

Hast du die Bedeutung von OpenSource überhaupt verstanden? Auch Billy-Boy schreit stehts...

Gruentee 18. Nov 2008

Genau meine Meinung! Wirklich absurd. Allenfalls könnte man die Entwickler der Tools...

moinsen 17. Nov 2008

Das mit den Fanatikern stimmt leider. In der Schweiz kommen solche Forderungen, welche...

Der Kaiser 17. Nov 2008

Und wer ist Schuld daran das es einen Wald gibt? Richtig! Gott! Und wer ist Schuld daran...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Star Wars
Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps

Eine bessere Story bekommt der legendär schlechte Film dadurch leider nicht. Bis heute lieben ihn einige Fans aber vor allem wegen seiner Absurdität.

Star Wars: Holiday Special jetzt in 4K mit 60 fps
Artikel
  1. Lohn und Gehalt: OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr
    Lohn und Gehalt
    OpenAI-Entwickler verdienen bis zu 800.000 US-Dollar im Jahr

    Die Firma hinter Chat-GPT zahlt im Vergleich zu Unternehmen wie Nvidia besonders gut. Erfahrene Forscher und Entwickler auf dem Gebiet sind Mangelware.

  2. Software-Probleme: Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt
    Software-Probleme
    Elektrischer Chevy Blazer mit Verkaufsstopp belegt

    Chevrolet hat einen Verkaufsstopp für sein neues Elektro-SUV Blazer verhängt, weil die Besitzer zahlreiche Softwareprobleme gemeldet haben.

  3. USA: Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu
    USA
    Vertikale Agri-Photovoltaik lässt weiterhin Feldnutzung zu

    Das US-Solarunternehmen iSun und der deutschen Agrivoltaik-Firma Next2Sun bauen in den USA eine Solaranlage mit vertikal aufgestellten Solarmodulen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Crucial P5 Plus 2 TB mit Kühlkörper 114,99€ • Crucial Pro 32 GB DDR5-5600 79,99€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • Anthem PC 0,99€ • Wochenendknaller bei MediaMarkt • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /