iPill - Intelligente Pille dosiert Medikamente
Kameras, die der Patient verschluckt und die Bilder aus dem Innern seines Körpers liefern, gibt es schon seit mehreren Jahren. Philips hat nun ein System entwickelt, das Krankheiten vor Ort behandelt.
Die Reise der iPill durch den Körper des Patienten beginnt ganz konventionell, indem der Patient sie herunterschluckt. Auf natürlichem Weg bewegt sie sich nun durch den Verdauungstrakt. Als Navigationssystem dient der Pille der pH-Wert der Umgebung: Im sauren Milieu des Magens ist er niedrig, steigt aber im Darm stetig an. Die pH-Werte im Dünn- und im Dickdarm unterscheiden sich ebenfalls voneinander, so dass die Sonde über den pH-Sensor weiß, in welchem Organ sie sich befindet. So kann die Pumpe die mitgeführten Medikamente genau an der richtigen Stelle freisetzen. Das kann auf einen Schlag geschehen, permanent während der ganzen Reise durch den Körper oder an verschiedenen, vorher bestimmten Stellen. Für die Steuerung ist der Mikroprozessor verantwortlich.
Immer mehr Menschen in der westlichen Welt leiden an chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Verdauungstraktes wie Morbus Crohn(öffnet im neuen Fenster) oder Colitis ulcerosa(öffnet im neuen Fenster). Es sei zwar möglich, diese medikamentös etwa mit Steroiden zu behandeln, die jedoch in höheren Dosen Nebenwirkungen haben, so Philips. Mit der iPill sei es möglich, die Arzneimittel genau an den Ort der Erkrankung zu bringen. Dadurch könne die Dosierung der Medikamente reduziert werden.
Mit der iPill werde zudem eine neue ganz Behandlungsmethode von Morbus Crohn möglich, erklärte Klink. Gegen die Krankheit sei ein neuer Wirkstoff gefunden worden, der aber im Magen zersetzt werde. Mit der iPill werde es aber möglich sein, das Medikament sicher durch den Magen zu transportieren und erst im Darm freizusetzen.
Neben der iPill entwickelt Philips auch Methoden, um Medikamente über die Blutbahn an einen bestimmten Punkt auszuliefern. Dazu sollen dem Patienten winzige Bläschen von der Größe eines rotes Blutkörperchens injiziert werden, die zur Hälfte mit Sauerstoff, zur Häglfte mit einem Medikament gefüllt sind. Per Ultraschall solle der Arzt ihren Weg durch den Körper verfolgen, so Klink. Seien sie am Ziel angekommen, werden sie zum Platzen gebracht und geben den Wirkstoff frei.


